Oulu nutzte gegen Krefeld seine Chancen besser0:2-Niederlage der Pinguine in der CHL

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Die Krefelder „Drohung“, der finnische CHL-Vizemeister der letzten Saison würde gegen 8029 Fans spielen müssen, erwies sich schon vor dem Anpfiff als haltlos, woran sicher auch das für den Niederrhein ungewöhnlich schöne Wetter seinen Anteil hatte. Die treuen Fans waren natürlich gespannt, wie sich denn ihre im Vergleich zum Vorjahr erfahreneren und hochkarätigeren Pinguine gegen die europäische Spitzenmannschaft vom nördlichen Ende des Bottnischen Meerbusens bewähren würde, die vor zwei Tagen einen 4:2-Auswärtssieg gegen die dritte Mannschaft der Gruppe in Tschechien eingefahren hatte. Von einem Wiedersehen der Spieler bei der Neuauflage dieses CHL-Endrundenspiels konnte keine Rede sein, liefen auf finnischer Seite doch nur vier Spieler aus dem Vorjahr auf, während es auf Krefelder Seite zwölf waren.

Trotz weniger Torchancen war das erste Drittel bis zum Powerbreak in Minute acht recht lebhaft, nahm aber dann deutlich mehr Fahrt auf. Die zehnte Minute brachte mehrere tolle Chancen für beide Teams, darunter ein Break von Marcel Müller, den Aittokallio aber stoppen konnte. Das erste Tor erwarteten die Zuschauer ab Minute 14, als nacheinander zwei Finnen auf die Strafbank mussten, so dass Krefeld sogar 50 Sekunden lang in doppelter Überzahl spielte, die Scheibe aber nicht ins Tor brachte. Kurz vor Drittelende stimmte die Zuordnung in der Krefelder Defensive nicht: während drei Pinguine Patrick Galbraith die Sicht versperrten, hatten die drei ungedeckten Finnen an der blauen Linie kein Problem, durch Vartiainen den Puck unten rechts ein zu netzen. Mit 0:1 ging es in die Pause.

Ab dem zweiten Drittel erarbeitete sich Oulu eine leichte Feldüberlegenheit, die basierte auf der größeren Schnelligkeit und Reaktionsschnelligkeit der Skandinavier. Galbraith hatte mehrfach Gelegenheit sich auszuzeichnen, musste sich aber in Minute 31 erneut geschlagen geben: zwei Pinguine an der Bande hinter dem Tor konnten nicht verhindern, dass der Puck zu dem im Slot völlig ungedeckt stehenden Mikael Ruohomaa gespielt wurde, der mühelos das 0:2 erzielte. Danach erspielte sich die erste Reihe der Pinguine ein paar erstklassige Chancen, blieb aber ohne Tor.

Das letzte Drittel präsentierte die gleiche Spielweise: die Abwehr der Pinguine war recht stabil und überstand eine Strafzeit gegen Daniel Pietta, der Sturm erkämpfte sich Chancen, konnte sie aber nicht nutzen, auch nicht während einer weiteren Strafzeit gegen Oulu. Fast zwei Minuten vor Spielende verließ Galbraith sein Tor, jedoch blieb den Pinguinen ein Tor versagt. Zumindest verhinderten sie, dass Oulu in den letzten 20 Sekunden im Pinguin-Drittel einen weiteren Treffer erzielen konnte.

Neu-Pinguin Mark Mancari sagte nach dem Spiel: „Wir haben anfangs nicht so gespielt, wie wir eigentlich wollten. Wenn wir später einige unsere Torchancen ausgenutzt hätten, wäre es ein total anderes Spiel geworden. Als sie ihre Chancen hatten, haben sie zugeschlagen und wir nicht. Dies war erst unser zweites  Spiel und die Mannschaft ist neu zusammengestellt, aber ich denke, dass es insgesamt viel Positives zu beobachten gab, wenn man das ganze Spiel betrachtet. Wir haben nie aufgegeben, und hoffentlich gibt es ein besseres Resultat im nächsten Spiel.“ Angesprochen auf seine starke kämpferische Leistung im Defensivspiel und so manche Rangelei meinte er: „Ein guter offensiver und defensiver Spieler zu sein, ist etwas, auf das ich stolz bin. Man muss in beiden Endzonen gut sein, und ich mag es nicht, wenn gegnerische Spieler in der Nähe meines Tores sind oder meinen  Abwehrspielern zu nahe kommen. Ich stehe immer für meine Mannschaftskameraden ein und versuche zu verhindern, dass ein Gegner eine zweite Schusschance bekommt.“

Oulus Cheftrainer Kai Suikkanen stellte fest, er habe gewusst, dass Krefeld eine starke Mannschaft sei, trotzdem sei er vom guten Spiel der Pinguine überrascht worden. „Unsere Mannschaft hat letzte Saison 20 Spieler abgegeben, und wir müssen Schritt für Schritt gehen. Es wird noch ein paar Monate dauern, bis wir da sind, wo wir hin wollen. Wir haben kein Gegentor bekommen und gewonnen und haben nun sechs Punkte nach den beiden Auswärtsspielen, worüber wir sehr glücklich sind.“

Krefelds Trainer Franz Fritzmeier hatte ein sehr gutes Spiel beider Mannschaften gesehen. „Wir hatten sehr gute Chancen für Marcel Müller und während der 5:4- / 5:3-Überzahlsituationen, die man in einem Spiel gegen eine der besten Mannschaften Europas einfach nutzen muss. Unsere Abwehr war stabil, aber Oulu hat zwei seiner Chancen verwertet, und wir nicht, und das ist schade.“ Für das zweite Heimspiel am Samstag gegen Ostrava wünschte er sich: „Wir müssen genau so spielen, nur auch Tore schießen. Wir sind das Tempo einer der besten Mannschaften Europas mitgegangen, haben auch spielerisch mitgehalten und hatten auch gute Chancen. Auf so einem Niveau gibt es nicht so viele gute Chancen hüben wie drüben. Der Unterschied war: sie haben zwei ihrer Chancen verwertet und wir nicht. Normalerweise machen wir – auch bei 5 auf 3 – unser Tor – heute war ein bisschen Pech dabei. Samstag müssen wir halt ein Tor schießen, dann gewinnen wir.“

Tore: 0:1 (20.) Vartiainen ( Ruohomaa) – 0:2 (31.) Ruohomaa (Leskinen, Maenalanen). Strafen: Krefeld  4, Oulu 6. Schiedsrichter: Brüggemann – Odins (Lettland). Zuschauer: 2470.

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