Kampf der Hockeyphilosophien zwischen ZSC Lions und Espoo Blues?

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Durch einen überraschend deutlichen 5:1 Erfolg in einem echten Finale am letzten Spieltag bei Slavia Prag, zog der Zürcher SC Lions als Sieger der Gruppe D ins Champions Leage-Halbfinale ein. Mit den Tschechen und dem schwedischen Klub Linköpings HC distanzierten die Eidgenossen namhafte Konkurrenz. Grund genug für die Mannschaft um Chefcoach Sean Simpson, die anspruchsvolle Aufgabe gegen das finnische Top-Team Espoo Blues optimistisch anzugehen. Es läuft beim Vorjahresmeister der Nationalliga A derzeit einfach bestens. Denn nicht nur international konnte der ZSC im bisherigen Saisonverlauf überzeugen, auch in der heimischen Liga ist man ganz vorn dabei. Die Lions stehen mit 66 Punkten aktuell auf Platz eins der NLA. Und auch die Generalprobe am vergangenen Samstag vor einer Heimkulisse von 7.434 Zuschauern glückte mit einem 6:3 Sieg gegen die SC Langnau Tigers bestens. Der aus seiner DEL-Zeit bei den Berlin Capitals und Adler Mannheim in Deutschland noch bestens bekannte Jan Alston traf dabei gleich zweimal. In der CHL kam der Kanadier in den vier Gruppenspielen auf fünf Punkte (2 Tore/ 3 Vorlagen). Noch besser beim Punktesammeln in der neu geschaffenen Königsklasse des europäischen Eishockeys waren Alstons Teamkameraden Adrian Wichser mit neun Vorlagen sowie der Slowake Peter Sejna mit drei Toren und vier Vorlagen. Sie führen die CHL-Topscorerliste an.

Eine Kröte hatten die Lions allerdings zu schlucken: Wenn morgen zum Spielbeginn um 19.30 Uhr (LIVE auf EUROSPORT) der Puck eingeworfen wird, dann geschieht dies nicht im Zürcher Hallenstadion. Aufgrund anderweitiger, nicht verschiebbarer Veranstaltungen am gewohnten Heimspielort, mussten die Zürcher nach Rapperswil ausweichen. Dennoch erwartet man, die 2006 modernisierte und 6.100 Zuschauer fassende Diners Club Arena bis auf den letzten Platz füllen zu können. Guten Gewissens durften die Lions auch in der Fremde mit der Aussicht auf besten Eishockeysport werben. Sollte dem Schweizer Meister der angestrebte Coup des Finaleinzugs tatsächlich gelingen, wird auch das Finalheimspiel in Rapperswil ausgetragen.  

Der finnische Vizemeister Espoo Blues - derzeit Tabellendritter - ist ein noch recht junger Klub. Erst 1984 gegründet, machte man sich auf den langen Weg aus den Niederungen des finnischen Klubeishockeys, an dessen Ziel 1992 der Aufstieg in die SM-Liiga stand. Im vergangenen Jahr brachen die Blues mit ihrer Play-off-Finalteilnahme erstmals in die Phalanx der Arrivierten ein. Dort unterlag man allerdings Kärpät Oulu. Während der finnische Titelträger in der CHL gegen Metallurg Magnitogorsk und die Eisbären Berlin schon nach der Gruppenphase die Segel streichen musste, setzten sich die Blues in Gruppe B gegen den HV 71 Jönköping aus Schweden und den SC Bern mit weißer Weste als souveräner Sieger durch. Mit dem kanadischen Verteidiger Dale Clarke (Wolfsburg, Kassel) und seinem Kollegen Rami Alanko (Frankfurt) finden sich im Kader Espoos gleich zwei Spieler, die in jüngerer Vergangenheit schon in der DEL aktiv waren. Fleißigster Punktesammler in der SM-Liiga ist bei den Blues bisher der kanadische Stürmer Ryan Keller mit 12 Toren und 18 Vorlagen. In der CHL tat sich auf diesem Sektor Stürmer Sami Ryhänen (3 Tore/2 Vorlagen) hervor. Der Rest der insgesamt 14 erzielten Tore verteilt sich auf zehn weitere Spieler, was wohl für die Tiefe des Blues-Kaders spricht. Nur vier Gegentore in den vier Gruppenspielen gegen durchaus prominente Gegnerschaft, verdeutlichen zudem die Defensivstärke der Mannschaft von Chefcoach Petri Matikainen. – Der ZSC Lions kassierte inklusive eines Penaltytores 11 Gegentreffer, versenkte selbst aber 20 Schüsse im gegnerischen Tor. Bahnt sich zwischen Zürich und Espoo etwa eine Auseinandersetzung der Systeme an? Man darf gespannt sein! (mac)

Start ist am 29. August, das Finale findet Anfang Februar 2020 statt
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