Ein TiefschlagKommentar zum CHL-Aus aller sechs DEL-Teams

Mit leeren Händen stand nicht nur der Deutsche Meister aus Ingolstadt mit Trainer Larry Huras da - nach der Gruppenphase schieden alle sechs DEL-Teams in der CHL aus. (Foto: Imago)Mit leeren Händen stand nicht nur der Deutsche Meister aus Ingolstadt mit Trainer Larry Huras da - nach der Gruppenphase schieden alle sechs DEL-Teams in der CHL aus. (Foto: Imago)
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Zwar können die Domstädter immer noch Gruppenzweiter werden, doch die Play-offs sind inzwischen außer Reichweite, da nur die fünf Besten der elf Gruppenzweiten weiterkommen. In diese gehobene Klasse können die Haie nun nicht mehr vorstoßen.

„Spätestens in den Playoffs wird es in der CHL richtig spannend“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke in einem Interview mit Hockeyweb, das im Rahmen des Hockeyweb-DEL-Saison-Guides veröffentlicht worden ist. Auch wenn Tripcke in den CHL-Gruppenspielen vor Saisonstart keine „Vorbereitung deluxe“ sah, ahnte er aber wohl die Probleme voraus, die die CHL in der Frühphase mit sich bringen kann. Wie sie sich ab dem Achtelfinale entwickelt, wie hochklassig und spannend sie möglicherweise sein wird, können die deutschen Eishockey-Fans nun nur noch am Fernseher verfolgen.

Für die sechs Teilnehmer an der Champions Hockey League aus der DEL fiel die reguläre Saisonvorbereitung flach – ein Großteil der CHL-Gruppenphase fiel in genau diese Phase. Das birgt zwei Probleme: Zum einen kann kein Team zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft sein. Zum anderen entwertete sich die CHL durch das Ansetzen der Gruppenspiele in diesen Zeitraum selbst. Zwar ist das Argument stichhaltig, dass es kaum anders zu lösen sei, will man im Januar oder Februar mit dem CHL-Finale durch sein, um die nationalen Play-offs nicht zu beeinträchtigen, dennoch muss eine andere Lösung über kurz oder lang her. Denn die Fans haben ganz offenbar erkannt, dass es sich im Zeitraum der Vorbereitung nicht um Premium-Eishockey handeln kann, was man da vorgesetzt bekommt. Die Folge: Die Zuschauerzahlen waren im besten Fall durchschnittlich. Viel zu oft fielen sie aber in die Kategorie „mies“. Den Tiefpunkt gab es am Dienstagabend beim Deutschen Meister in Ingolstadt: Nicht einmal 1000 Zuschauer wollten das Spiel gegen den EV Zug sehen – eine Partie also gegen einen Vertreter der starken Schweizer NLA. Gerade solche Pflichtspiele waren doch lange Zeit das, was man sich gewünscht hat. Da die Panther aber schon ausgeschieden waren und zudem am Sonntag eine deftige 1:9-Packung in Nürnberg kassiert hatten, lockte dieser Vergleich nur noch 954 Unentwegte hinter dem Ofen hervor.

Mit diesen Zahlen scheinen die CHL-Verantwortlichen aber schon im Vorfeld gerechnet zu haben. Denn die Statistiken auf der offiziellen Homepage der Liga – deren Aufbereitung dort ebenfalls noch deutliche Luft nach oben hat – weisen keine Angaben zu Zuschauerzahlen auf.

Das heißt: Die European Ice Hockey Club Competition Ltd. als organisierende Gesellschaft – und damit die Ligen, Clubs und der internationale Verband IIHF – sollten sich schleunigst Gedanken darüber machen, wie man den Europapokal-Wettbewerb weiterentwickelt. Die kalte Schulter der Fans in dieser Phase hinzunehmen und mit den wahrscheinlich besseren Zahlen in den Play-off-Spielen schönzureden, wäre der falsche Weg.

Aber auch die DEL muss sich hinterfragen. Haben die sechs teilnehmenden Clubs die CHL-Spiele wirklich ernstgenommen? Oder ist das Niveau der DEL im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Ligen tatsächlich so unterirdisch schlecht? In der Selbsteinschätzung rangierte die DEL zuvor wohl deutlich höher. Auch hier wäre Schönreden und Relativieren der falsche Weg. Denn die ungünstige Ansetzung der meisten Gruppenspiele in der Vorbereitungsphase betrifft schließlich alle.

Bitter für die DEL: Es waren ja nicht nur die Teams der großen Nationen, die sportlich überzeugten. Die EBEL, also die internationale österreichische Liga, kann sich mit Red Bull Salzburg und den Vienna Capitals über zwei Gruppensieger freuen, die nun auch im Achtelfinale dabei sein werden. Die NLA aus der Schweiz hat mit dem HC Fribourg-Gottéron als Gruppensieger und Servette Genf als einem der besten Zweiten ebenfalls zwei Teams durchgebracht.

Für das Renommee der Deutschen Eishockey-Liga sicherlich ein Tiefschlag.


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