Die Achtelfinalgegner der deutschen CHL-Mannschaften im PorträtZwischen nah und fern

Junost Minsk ist der Achtelfinalgegner des EHC Red Bull München. (Foto: dpa/picture alliance)Junost Minsk ist der Achtelfinalgegner des EHC Red Bull München. (Foto: dpa/picture alliance)
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Die Schweiz, mit der maximalen Menge von fünf Teams angetreten, musste in der Vorrunde mit dem HC Ambrì-Piotta einen Verlust hinnehmen, muss aufpassen, dass diese Runde nicht zum gleichen Desaster wie im Vorjahr führt, als alle vier Teilnehmer ausschieden.  Ganz hart traf es bisher Finnland, das mit Tappara Tampere nur noch einen Vertreter im Rennen hat. Mit so einer Erfolgsbilanz kann man die Schweiz, die im letzten Jahr an den Nordländern vorbeizog, sicherlich nicht wieder überholen. Die Tschechen haben immerhin noch zwei Teams im Köcher, wobei Pilsen im Gegensatz zu Hradec Kralove einen besseren Eindruck hinterließ. Letzter im Bunde ist Junost Minsk. Die Weißrussen überraschten in der Vorrunde und treffen nun auf den deutschen Vizemeister aus München.

Die Gegner der deutschen Mannschaften:

Mountfield HK Hradec Kralove (Gegner der Adler Mannheim)

Der Fahrtweg zwischen beiden Städten liegt, für europäische Verhältnisse, bei moderten 671 Kilometern, ist also für die Fans beider Vertretungen machbar. Der aktuelle Weg in der Meisterschaft ist für Mountfield HK recht befriedigend, aber die Liga ist für Überraschungen, gerade in den Play-offs, bekannt, so dass man das Team bestimmt noch nicht abschreiben darf. Nicht gerade superstark und mit Luft nach oben ausgestattet ist das Keeper-Duo Stepan Lukes und Marek Mazanec, wobei Letzterer als Stammkeeper mit einer Fangquote von 87,7 Prozent eher mittelmäßig ist. Das beste Beispiel gab es am Sonntag, als Lukes startete und nach fünf Gegentoren gegen Zlin zum dritten Drittel gegen Mazanec ausgetauscht wurde.

Die Defensive wird geführt von dem Alt-Internationalen Tomas Linhart und dem bekannten Letten Oskars Cibulskis (bester Scorer in der Verteidigung). Starke Akteure sind in diesem Mannschaftsteil Filip Pavlik, Petr Zamorsky und Mislav Rosandic. Da die Abwehr etwas brüchig erscheint, wurde aktuell der Amerikaner Conor Allen mit einem Tryout-Vertrag ausgestattet. Allen kam aus Pilsen, hat aber auch schon in Wolfsburg drei Spiele absolviert. Im Sturm glänzt immer wieder Rudolf Cerveny. Ihm am nächsten kommen noch Radek Smolenak, Ales Jergl, Radovan Pavlik und Daniel Rakos. Der erfahrenste Akteur ist Petr Koukal. Der 37-Jährige kommt auf 740 Extraliga- und 289 KHL-Spiele.

EHC Biel (Gegner der Augsburger Panther)

Eine deutlich geringere Anreisezeit werden die Fans zwischen Biel und Augsburg haben. Ganze 374 Kilometer trennen die beiden Städte – und auch die beiden Vereine haben durchaus etwas Gemeinsames. Beide Vereine galten vor noch nicht allzu langer Zeit zwar als Traditionsvereine, die jedoch mit der Vergabe der Meisterschaft nicht allzu viel zu tun hatten. Lediglich in der Saison 2009/10 standen die Panther vor dem großen Wurf, mussten sich jedoch im Finale dem anderen Underdog, den Hannover Scorpions mit 0:3 geschlagen geben. Biel dagegen kann auf drei Meisterschaften zurückblicken, die aber allesamt über dreißig Jahre zurückliegen, zuletzt gelang dies 1983.

In den letzten Jahren haben sich beide Mannschaften wieder nach oben gekämpft, sich den Respekt der Liga erarbeitet und streben nach oben, wobei finanziell vorsichtig gearbeitet wird. Diese Arbeit wurde nun mit dem Erreichen der CHL belohnt und dass beide Teams sogar das Achtelfinale erreicht haben, spricht für sich.

Starspieler und immer noch der Mann, der Spiele entscheiden kann, ist Jonas Hiller. Der Alt-Internationale, für einige Zeit sogar Nr. 1 der Anaheim Ducks und Calgary Flames in der NHL, spielt jetzt im vierten Jahr für Biel und hat für die nächste Saison seinen voraussichtlichen Abschied anvisiert. Schon jetzt ist Biel dabei, den Nachfolger zu finden. Backup ist Elien Paupe. Die Defensive ist mit acht Spielern für Schweizer Verhältnisse quantitativ relativ schwach. Anführer ist der Finne Anssi Salmela, der in seiner Karriere von Peking bis New Jersey auch schon viel kennengelernt hat. Mit dem Österreicher Stefan Ulmer und Kevin Fey stehen gestandene Verteidiger im Team, jüngster Akteur ist der 19-jährige Janis Jerome Moser.

Im Sturm gleich sechs weitere Ausländer hat Biels Trainer Antti Törmänen zur Verfügung, obwohl insgesamt in der Schweiz pro Spiel nur fünf eingesetzt werden dürfen. Technisch höchsten Ansprüchen dürften dabei Anton Gustafsson, Marc-Antoine Pouliot und Toni Rajala genügen. Dieses Trio wurde jedoch in den letzten Wochen in den Medien von Peter Schneider in den Schatten gesetzt. Der Österreicher kam aus Wien als Topscorer, enttäuschte in den ersten Wochen, um dann in einem CHL-Spiel Klagenfurt vier Tore persönlich einzuschenken. Weitere wichtige Akteure im Konstrukt von Törmänen sind z.B. Jason Fuchs, Mike Künzle, Luca Cunti, Damien Riat und Jan Neuenschwander. Allesamt sind sie in der Lage, für Biel Tore zu schießen und dementsprechend gefährlich.

Junost Minsk (Gegner des EHC Red Bull München)

Die größte Entfernung hat der EHC Red Bull München zurückzulegen. Bis nach Minsk sind es 1530 Kilometer und diese sollten mit dem Flugzeug zurückgelegt werden.

Junost Minsk galt im eigenen Land vor der Saison als haushoher Favorit, stand das Team doch in den sechs Jahren sechsmal hintereinander im Finale, setzte sich dabei 2016 und 2019 durch. Ein Ausflug in die russische VHL (2. Liga Russlands) ging 2013 ziemlich baden, man erreichte noch nicht einmal die Play-offs. Danach zog man sich zurück, überließ dem Lokalrivalen Dinamo Minsk die Vorherrschaft im Land mit der Teilnahme an der KHL und spielt lieber um die Meisterschaft im eigenen Land. In der CHL galt Junost Minsk als Wundertüte und das zeigte die Mannschaft auch. Obwohl bei Gegnern wie Lausanne, Pelicans Lahti oder Ocelari Trinec nur Außenseiter, wurden die Weißrussen am Ende hinter Lausanne Zweiter und zwei Topclubs blieben auf der Strecke.

Stammkeeper ist Igor Brikun, sein Backup ist Yan Shelepnyov. Beide können Speile gewinnen, haben im Augenblick weniger als zwei Gegentore pro Spie kassiert.

Die Defensive ist relativ jung. Lediglich Andrei Antonov ist mit seinen 34 Jahren mit Abstand der älteste. Auf Platz zwei in der Altersrangliste steht der 28jährige Jevgeni Nogachjov. Mit Andrei Geraschenko, Artyom Lesnikow und Yegor Mazuga spielen bei Junost in der Verteidigung auch drei russische Gastarbeiter. Im Sturm sieht es ebenso aus. Alexander Kulakov, 36 Jahre, 467 Spiele in Weißrussland und weitere 412 in der KHL. Viel erfahrener geht wohl kaum. Ihm zur Seite steht eine Armada von jungen und talentierten Spielern, die alle um die 25 Jahre jung sind und mit ihren läuferischen Fähigkeiten beeindrucken. Im Team stehen zwölf Weißrussen, darunter neun, die in Minsk geboren wurden. Ein Beweis für die erstklassige Jugendarbeit im Verein. Dazu kommen mit Yegor Gainetdinov, Dmitri Kolgotin, Maxim Maltsev (14. Der CHL mit 7 Punkten) und Denis Tsyganov weitere russische Gastspieler. 

Von den restlichen fünf Paarungen ohne deutsche Beteiligung haben Lulea und Bern mit 2776 Kilometern die weiteste Entfernung zu überwinden. Knapp dahinter die Paarung zwischen Tampere und Zug, wo je 2611 Kilometer zurückgelegt werden müssen. Die innerschwedische Partie zwischen Skelleftea und Stockholm hat mit 805 Kilometern fast die gleiche Entfernung wie die Begegnung zwischen Lausanne und Pilsen mit 815 Kilometern. Die kürzeste Anfahrzeit haben die Fans von Färjestad und Frölunda. Sie müssen nur je 254 Kilometer überwinden.

CHL PlayOffs

Dienstag 12.11.2019
Skellefteå AIK Skellefteå
- : -
Djurgårdens IF Stockholm
Färjestads BK Färjestad
- : -
Frölunda HC Frölunda
Tappara Tampere Tampere
- : -
EV Zug Zug
HK Junost Minsk Minsk
2 : 3
EHC Red Bull München München
HC Plzeň 1929 Plzeň
- : -
Lausanne HC Lausanne
Augsburger Panther Augsburg
- : -
EHC Biel Biel
SC Bern Bern
- : -
Luleå HF Luleå
Mittwoch 13.11.2019
Mountfield HK Hradec Králové
- : -
Adler Mannheim Mannheim
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