CHL: Zürich und Ufa mit erstem Schritt Richtung Finale

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Der Zürcher SC Lions bezwang in einem ereignisreichen Halbfinal-Hinspiel der Champions Hockey League den finnischen Vertreter Espoo Blues vor ausverkauften Haus im Rapperswiler „Exil“ verdient mit 6:3 (1:0; 3:2; 2:1). 6.100 Zuschauer wohnten dem Match in der Diners Club Arena bei. – Salawat Julajew Ufa gewann im zweiten Halbfinale vor 7.750 Zuschauern knapp mit 2:1 (0:0; 2:0; 0:1) auswärts gegen Metallurg Magnitogorsk und schuf sich so für das Rückspiel auf heimischen Eis ebenfalls eine glänzende Ausgangsposition.

Es war wohl auch dem Umstand des Ausfalls zahlreicher Leistungsträger auf beiden Seiten geschuldet, dass sich trotz der hohen Brisanz zwischen den Zürcher SC Lions und Espoo Blues in der Diners Club Arena zu Rapperswil eine so offene und torreiche Partie entwickeln konnte. Die Zuschauer auf den Rängen wurden jedenfalls Zeuge eines Spiels, das seiner Qualität nach in nichts den meisten der vorangegangenen CHL-Gruppenspiele nachstand. Jedoch schlug sich das Fehlen wichtiger Akteure aufseiten der Blues deutlich negativer nieder, als das bei den Lions der Fall war, die insbesondere offensiv mit tollen Kombinationen und auch Einzelleistungen zu gefallen wussten. Der finnische Vizemeister trat in der Schweiz mit einem Kader an, der ein Durchschnittsalter von kaum 23 Jahren erreichte. Rasierzeug, das fiel beim Blick in die vielen jungen Gesichter auf der Bank der Finnen deutlich auf, sorgte jedenfalls gewiss nicht für Übergewicht beim Reisegepäck.

Von Beginn an übernahm zunächst der Schweizer Titelträger das Kommando auf dem Eis und erarbeitete sich die zahlreicheren Einschussgelegenheiten. Doch nur Thibaut Monnet (7. Spielminute) konnte Espoos Schlussmann Bernd Brückler im Auftaktdrittel überwinden. Konnten die Blues bis zur ersten Pause noch wenig Druck auf das gegnerische Tor ausüben, das pikanter Weise vom finnischen Oldie Ari Sulander gehütet wurde, änderte sich das mit Wiederbeginn sichtlich. Ville Lajunen sorgte nach nur 52 gespielten Sekunden im Mittelabschnitt sogleich für den 1:1 Ausgleich. Die erneute Führung der Gastgeber durch den baumlangen Lions-Angreifer Ryan Gardner (28.) baute dessen Kollege Peter Sejna (31.) sogar auf 3:1 aus, was Espoo den Wind schon wieder aus den Segeln zu nehmen schien. Aber nein, Sami Sandell (33.) fand nur wenig später eine Antwort darauf und verkürzte auf 3:2. Dass es dem jungen Team von Chefcoach Petri Matikainen zwar nicht an Talent aber an der nötigen Erfahrung mangelte, zeigte sich daran, dass es aus diesem erneuten Comeback keinen dauerhaften Nutzen ziehen konnte. Im Gegenteil, die Lions eilten noch vor Ende des Mittelabschnitts dank eines blitzsauber heraus gespielten Treffers von Cyrill Bühler (38.) wieder auf 4:2 davon. Routinier Jan Alston (48.) stockte im Schlussabschnitt um einen weiteren Treffer zum 5:2 auf. Espoos junges Talent Joonas Nättinen mochte sich indes mit der Vorentscheidung noch nicht abfinden und überwand seinen Landsmann Sulander in der 55. Spielminute zum 5:3. Per Treffer ins leere Blues-Tor, Brückler hatte es zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen, erstickte dann aber Jan Alston (59.) alle Hoffnungen der Gäste auf eine Wende. Nur vier Gegentreffer hatten die Blues in ihren vier Gruppenspielen kassiert, nun in einem einzigen derer sechs. Der ZSC Lions hingegen hat mit diesem Sieg das Tor in Richtung Finale der Champions Hockey League weit aufgestoßen.

Dasselbe gelang Salawat Julajew Ufa mit einem 2:1 Sieg gegen Metallurg Magnitogorsk sogar auswärts. Die Partie der beiden KHL-Klubs war im wahrsten Sinne des Wortes hart umkämpft, denn es flogen zwischenzeitlich sogar die Fäuste. Auch das macht wohl hinlänglich klar, dass die Champions Hockey League europaweit nicht nur von den Fans, sondern auch von den Teams und ihren Spielern als überaus lohnende Angelegenheit angenommen wurde. Das erste Drittel zwischen Magnitogorsk und Ufa blieb noch torlos. Spät im Mittelabschnitt meldete Ufa durch die Treffer von Miroslaw Blatak (36.) und Alexander Pereschogin (38.) dann jedoch vehement seine Ansprüche auf den Finaleinzug an. Die Metallurgen stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Der Anschlusstreffer durch Alexej Kaigorodow (60.) gelang allerdings viel zu spät, um das Blatt doch noch wenden zu können.

In der Tat haben Zürich und Ufa mit ihren Hinspielerfolgen nur die halbe Miete eingefahren. Im Prinzip verbuchten beide am Mittwoch nach Spielende einen Punkt, wobei der Tordifferenz auch in den Rückspielen keine entscheidende Rolle zukommt. Hätten Espoo und Magnitogorsk am 7. Januar nach 60 Minuten jeweils die Nase vorn, steht es schlicht und ergreifend Unentschieden und ein sofortiges Penaltyschießen (je 3 Schützen) müsste die Entscheidung darüber herbeiführen, welche Teams im CHL-Finale ihre Kräfte messen dürfen. Etwas ungewöhnlich zwar dieser Modus, doch stellt er von vornherein sicher, dass jedes Spiel von besonderer Bedeutung ist und die Spannung für Fans und Zuschauer bis zum Schluss erhalten bleibt. (mac)

 

Start ist am 29. August, das Finale findet Anfang Februar 2020 statt
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