CHL-Quali: Nürnberg unterliegt Bern 1:4

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Nach der Eröffnungszeremonie und den Nationalhymnen gings los in der rundum neugestalteten Arena Nürnberger Versicherung. Alle Werbebanden mussten zum Startschuss der neugegründeten Champions Hockey League (CHL) in den letzten Tagen ausgetauscht werden. Von allen Seiten prangte nur noch das CHL Logo. Auch die Untereiswerbung musste entfernt werden.

In der 12. Minute gab es die erste Werbeunterbrechung. Beide Teams gingen bis dahin hohes Tempo. Die größte Chance hatte Christian Dubé, der penaltyähnlich auf Ice Tigers Keeper Cassivi zufahren konnte, aber scheiterte.

Zuvor hätte Christian Laflamme fast einen Traum-Einstand feiern können, aber sein Schuss von der blauen Linie landete am Außenpfosten.

Auch Simon Gamache hätte die Gäste in Führung bringen können. Er hamonierte prächtig mit Dubé. Bei der bisher einzigen Strafzeit im Spiel gegen Cole Jarrett, brachten die Schweizer jedoch nicht viel zustande.

Für die Ice Tigers war es zweimal Nationalspieler Petr Fical, der für Gefahr sorgte. Vor allem sein Abfälscher in der 15. Minute wurde von Berns Keeper Bührer nur mit Glück entschärft.

Bern spielte bis dahin die feinere Klinge und wirkte auch läuferisch mit Vorteilen. Die Ice Tigers standen allerdings sehr diszipliniert und warteten auf ihre bisher wenigen Chancen.

Das zweite Drittel begann mit Vorteilen für die Ice Tigers. Drei fast aufeinanderfolgende Strafen gegen Bern hätten den Ice Tigers helfen können, aber selbst 33 Sekunden bei doppelter Überzahl verstrichen ergebnislos. Das war die große Möglichkeit in Führung zu gehen.

Anders machten es die Gäste: Als Polaczek auf der Strafbank saß, traf Ramzi Abid in Überzahl im Nachschuss aus dem Gewühl heraus. Die Scheidsrichter benötigten zwar den Videobeweis, aber der Treffer zählte.

Jetzt entwickelte sich ein immer intensiveres Spiel mit viel Tempo und Kampf um jeden Zentimeter Eis. Mit einem satten Schuss traf Andre Savage genau in den Winkel - 1:1.

Mit einem ähnlichen Sonntagsschuss brachte Patrick Bärtschi die Gäste zu Beginn des Schlussabschnitts allerdings erneut in Führung. Ancicka verdeckte Cassivi die Sicht und Bärtschis Schlagschuss landete genau im Winkel. Kurz darauf wanderte Robert Francz auf die Strafbank, aber der SCB konnte die Chance zur Vorentscheidung nicht nutzen.

Unglücklich aus Nürnberger Sicht legten die Gäste dann doch nach. Gamache kam im Slot frei zum Schuss, weil zuvor einem Nürnberger der Schläger brach. Auch Gamache traf genau in den Winkel. Den Ice Tigers fehlte vor allem in der Offensive die für einen Gegner wie den SC Bern notwendige Durchsetzungsfähigkeit. Einsatz und Wille waren tadellos, aber die Schweizer spielten die Partie souverän zu Ende und waren einem weiteren Treffer näher als die Ice Tigers dem Anschluss.

Erst als Nürnbergs Keeper Cassivi für einen sechsten Feldspieler Platz machte, fiel doch noch ein Treffer. Bordeleau stellte den 4:1-Endstand her.

Die Ice Tigers hielten das Spiel zwei Drittel lang offen, aber insgesamt waren die Berner die reifere und bessere Mannschaft. Aus Nürnberger Sicht bleibt zu hoffen, dass der slowakische Vizemeister HC Kosice am Samstag (18.30 Uhr) den SC Bern schlagen kann, damit es am Sonntag in der abschließenden Partie zwischen Nürnberg und Kosice noch um etwas geht. Sollte Bern morgen gewinnen, steht der letzte Teilnehmer für die CHL bereits fest.

Stimmen zum Spiel:

John van Boxmeer (Trainer SC Bern):
"Die ersten zwei Drittel waren ziemlich ausgeglichen, dann haben wir mit einem schönen Schuss ein glückliches Tor gemacht. Danach konnten wir uns besser befreien und das Spiel kontrollieren. Goren und Jackman haben ein gutes Spiel gemacht. Unsere Spieler wissen wie wichtig die Partie morgen gegen Kosice ist. Wir sind im Wissen hiergekommen, zwei Eishockeyspiele gewinnen zu müssen."

Andreas Brockmann (Trainer Sinupret Ice Tigers):
"Beide Teams haben von Beginn an mit offenen Karten gespielt. Es ging rauf und runter, und wir haben gut dagegen gehalten. Im zweiten Drittel hatten wir die klareren Chancen, aber auch ein bisschen Pech. Kleinigkeiten und ein Sonntagssschuss haben dann das Spiel entschieden. Allerdings ging dem dritten Tor ein klares Foul voraus. Wir haben alles gegeben und insgesamt ein sehr gutes Spiel gemacht. Man muss aber auch anerkennen, dass Bern eine absolute europäische Topmannschaft ist"



Die Mannschaften spielten in folgender Aufstellung:

SC Bern:

Tor: Marco Bührer (Jonas Müller)

Verteidigung: Beat Gerber - Richard Jackman; Travis Roche - Roman Josi; Philippe Furrer - David Jobin; Reto Kobach - Philipp Rytz

Sturm: Marc Reichert - Thomas Ziegler - Pascal Berger; Simon Gamache - Lee Goren - Christian Dubé; Ramzi Abid - Patrik Bärtschi - Sebastien Bordeleau; Daniel Meier - Trevor Meier - Alex Chatelain


Sinupret Ice Tigers:

Tor: Frederic Cassivi (Patrick Ehelechner)

Verteidigung: Michel Periard - Christian Laflamme; Martin Ancicka - Alain Nasreddine; Cole Jarrett - Shane Peacock; David Cespiva - Florian Ondruschka

Sturm: Scott King - Greg Leeb - Brad Leeb; Andre Savage - Brian Swanson - Petr Fical; Aleksander Polaczek - Shawn Carter - Björn Barta; Florian Keller - Adrian Grygiel - Robert Francz

Tore:
0:1 (30.07) Abid (Furrer) 5:4
1:1 (35.52) Savage (Laflamme, Periard)
1:2 (41.43) Bärtschi
1:3 (50.52) Gamache (Goren)
1:4 (59.41) Bordeleau (Roche) 5:6

Strafen: Nürnberg 6 min. - Bern 6 min.
Schiedsrichter: Martin Frano (CZE) - Ulf Ronnmark (SWE)
Zuschauer: 5046



(Foto by www.foto.hm)

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