CHL: München nach Unentschieden mit guter Ausgangsposition Kein Heimsieg im Hinspiel der Viertelfinalpartien

Frederik Tiffels erzielt den Anschlusstreffer für den EHC Red Bull München.  (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Frederik Tiffels erzielt den Anschlusstreffer für den EHC Red Bull München. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Lukko Rauma (FIN) – EHC Red Bull München (GER) 2:2 (1:0, 1:0, 0:2)

Eigentlich hätte Lukko Rauma nicht zwingend im Viertelfinale der CHL stehen sollen. Im Achtelfinale bezwangen sie die Foxes vom HC Bozen. Weil beim Rückspiel die finnischen Behörden das Team von Lukko in eine angeordnete Quarantäne schickte, obwohl der HC Bozen bereits angereist war, entschied die CHL dennoch, dass Lukko als Sieger des Hinspiels automatisch ins Viertelfinale einziehen dürfe. Den Foxes blieb lediglich die Rückreise aus Finnland. Dort war heute der EHC Red Bull München zu Gast. Die Münchner wollten sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel und den Einzug ins Halbfinale sichern. Im ersten Drittel gab es Chancen auf beiden Seiten, doch die Torhüter hielten ihren Kasten sauber. Justin Schütz bezwang zwar einmal den russischen Goalie im Dress Lukko Raumas Artem Zagidulin, doch der Puck rollte knapp am Tor vorbei. Nach einem torlosen ersten Drittel durfte der amtierende finnische Meister das erste Mal jubeln. Linus Nyman bezwang nach Vorarbeit von Arttu Ilomäki Danny aus den Birken im Tor der Red Bulls. Das zweite Drittel war geprägt von den Special Teams, denn beide Teams mussten mehrmals in die Kühlbox. Doch trotz dreimaliger Überzahl schafften es die Münchner nicht den Ausgleich zu erzielen. Entweder sie verzogen oder scheiterten am starken Goalie der Gastgeber. Fast wäre es mit dem knappen 1:0 in die Pause gegangen, doch ein schön ausgespielter Angriff versenkte Sami Piipponen 26 Sekunden vor Ende zum 2:0. München hatte einige gute Chancen, so auch zu Beginn des Schlussabschnitts, doch auch hier blieb Artem Zagidulin zunächst stets Sieger. Wenig später war es dann aber soweit: einen Schuss von Jonathan Blum konnte der Goalie nicht festhalten, Frederik Tiffels stocherte gut nach und brachte München auf die Anzeigetafel – nur noch 1:2 aus Münchner Sicht. Ausgerechnet in einer Drangphase der Finnen konnte der EHC Red Bull München nachlegen. Die gesamte Abwehr der Finnen dachte Zagidulin hätte die Scheibe unter sich begraben, doch sie lag frei hinter ihm. Trevor Parkes bemerkte es und schob die Scheibe zum 2:2-Ausgleich ein. Es sollte der letzte Treffer des Abends bleiben. Dank des 2:2-Unentschiedens in ihrem Auswärtsspiel haben die Münchner nun eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche. Sie haben den Halbfinaleinzug selbst in der Hand.

Tore: 1:0 (24:25) Linus Nyman (Ilomäki, Pooley), 2:0 (39:34) Samuli Piipponen, 2:1 (43:47) Frederik Tiffels (Mauer, Blum, 2:2 (53:50) Trevor Parkes (Seidenberg, Street).

Tappara Tampere (FIN) – Rouen Dragons (FRA) 3:3 (2:0, 1:2, 0:1)

Auch das zweite Spiel des Abends endete unentschieden. Favorit vor der Partie waren klar die Finnen von Tappara Tampere. Obwohl sich auch in der Partie früh abzeichnete, wer der Favorit und wer der Underdog ist, war es für beide Mannschaften das erste Viertelfinale der Champions Hockey League und somit für beide Neuland. Es war zudem auch das erste CHL-Spiel der neuen Arena in Tampere, die erst kürzlich ihre Eröffnung feierte. Es sollte eine Partie der Special Teams werden. Früh ging Tappara in Überzahl in Führung und erhöhte vor der ersten Pause noch zum verdienten 2:0. Der Mittelabschnitt zeigte quasi ein umgekehrtes Bild. Als Tapparas Santtu Kinnunen zwei Minuten wegen Beinstellens absaß, verkürzten die Franzosen zum 1:2. Drei Minuten später ein identisches Bild. Diesmal erwischte es den Finnen Topi Rönni. Erneut schlugen die Dragons in Überzahl zu und glichen das Spiel aus. Kaum war der Ausgleich auf der Anzeigetafel, stellte Tappara allerdings den vorherigen Abstand wieder her. Mit diesem knappen Vorsprung für die Finnen ging es in die zweite Pause. Die Dragons aus Rouen gaben sich jedoch nicht auf und kamen im Schlussabschnitt tatsächlich noch zum Ausgleich durch einen schönen Abschluss Andrew Johnston nach einem Alleingang. Am Ende war es ein Torschussverhältnis von 42:12, was den Franzosen herzlich egal sein kann. Sie träumen weiter von ihrem besonderen Reise in der CHL. In der kommenden Woche haben sie tatsächlich noch alle Chancen, um vor heimischer Kulisse die nächste Sensation perfekt zu machen.

Tore: 1:0 (06:09) Kyle Platzer (Merelä, Rantakari) 2:0 (17:14) Waltteri Merelä (Levtchi, Rauhala), 2:1 (28:04) Loic Lamperier (Johnston, Chakiachvili), 2:2 (31:30) Rolands Vigners (Caron, Flood), 3:2 (34:01) Kristian Tanus (Rantakari, Platzer), 3:3 (54:51) Andrew Johnston (Flood).

Sparta Prag (CZE) – Rögle BK (SWE) 2:5 (1:1, 1:3, 0:1)

Rögle rollt weiter durch Europa. In ihrem ersten CHL-Viertelfinale der Vereinsgeschichte gewannen sie in Prag mit 5:2. Den besseren Start erwischten jedoch die Hausherren von Sparta Prag. Ganze 71 Sekunden dauerte es, bis die 1.000 Zuschauer das erste Tor bestaunen durften. Die Tschechen waren wohl gedanklich schon in der ersten Pause, obwohl das Spiel noch lief, denn fünf Sekunden vor der ersten Sirene glichen die Schweden aus. Und die wollten es im Mittelabschnitt wissen. Binnen 30 Sekunden stellten sie direkt auf 1:3 aus tschechischer Sicht. Zwar kam Sparta Prag nochmal ran, doch knapp drei Minuten später stellten die Schweden den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Im Schlussabschnitt ließen sich die Schweden den Sieg nicht mehr nehmen. Nach dem 5:2 aus ihrer Sicht passierte nichts mehr. Somit steht Rögle BK mit einem Bein im Halbfinale, das sie kommende Woche in ihrem Heimspiel besiegeln wollen.

Tore: 1:0 (01:11) Erik Thorell (Horak, Repik), 1:1 (19:55) Leon Bristedt (Ekestahl Jonsson, Tambellini), 1:2 (25:53) Tony Sund (Kelleher), 1:3 (26:22) Adam Tambellini (Ekestahl Jonsson, Gelinas), 2:3 (36:13) Radek Jerabek (Sobotka, Buchtele), 2:4 (39:31) Samuel Johannesson (Ferguson, Everberg), 2:5 (45:23) Lucas Ekestahl Jonsson (Larsson, Gelinas).

Leksands IF (SWE) – HC Frölunda Göteborg (SWE) 2:5 (2:2, 0:0, 0:3)

Den Abschluss der Viertelfinalhinspiele bildete ein innerschwedisches Duell: Leksands IF empfing den Krösus der Champions Hockey League. Die letzte Partie zwischen beiden Teams in der schwedischen Hockeyliga ging an die Hausherren aus Leksand. Doch in der CHL ist der HC Frölunda eine Macht und nicht umsonst Rekordsieger. Auch hier wollten sie Frölunda besiegen, um sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Göteborg zu schaffen. Nach knapp zehn Minuten ging Leksand sogar in Front. Keine Zeigerumdrehung später schlug Frölunda jedoch zurück. Ein paar Minuten später war es umgekehrt. Zunächst erhöhte Frölunda auf 2:1 ehe knapp 90 Sekunden später diesmal Leksands IF den Spielstand wieder auf Null stellte. Mit einem gerechten 2:2 ging es in die erste Pause. Trotz einer Schussüberlegenheit zugunsten Leksand blieb das Mitteldrittel torlos. Erst im Schlussabschnitt durften die 2.011 Zuschauer in Leksand weitere Tore beäugen, allerdings nicht zur Freude der Mehrheit der Fans. Obwohl die Hausherren weiterhin drückten, waren es die Gäste, die jubeln durften. Spät erhöhte erst Stefan Elliott auf 3:2, bevor Patrik Carlsson mit seinem zweiten Treffer auf 4:2 aus Sicht von Frölunda stellte. Eine knappe Minute später erhöhte Elmer Söderblom sogar noch auf 5:2 aus Sicht der Gäste. Somit stellte Frölunda spät die Weichen für ihr nächstes Halbfinale in der Champions Hockey League. Frölunda bleibt im Rennen um den nächsten Titel und dürfte kommende Woche vor heimischer Kulisse alles klar machen. Leksand vergibt spät die Chance auf ein Unentschieden oder gar einen Sieg.

Tore: 1:0 (09:28) Max Veronneau (Camper, Zackrisson) 1:1 (10:02) Patrik Carlsson (Olsson, Friberg), 1:2 (16:40) Jens Olsson (Sundström, Niederbach), 2:2 (18:17) Lian Bichsel (Thomas, Zackrisson), 2:3 (53:04) Stefan Elliott (Söderblom, Niederbach), 2:4 (54:57) Patrik Carlsson (Grönlund, Friberg), 2:5 (56:06) Elmer Söderblom (Friberg)


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