CHL: Eisbären Berlin – Stolzer Abschied begleitet von etwas Wehmut

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Erhobenen Hauptes und mit der Gewissheit, die DEL und das deutsche Eishockey würdig vertreten zu haben, verabschiedeten sich die Eisbären Berlin am gestrigen Mittwochabend mit einem 2:1-Heimerfolg gegen Metallurg Magnitogorsk vor 13.500 Zuschauern in der o2 World aus der Champions Hockey League.

Nach dem Statement der Trainer in der Pressekonferenz, in dem Metallurgs Chefcoach Valeri Belousow die Leistung Berlins Torhüter Rob Zepp lobend hervorhob, aber auch andeutete, dass es seiner Mannschaft nach bereits gesicherter Halbfinal-Qualifikation doch vielleicht am letzten Biss gefehlt haben könnte, meldete sich dessen Chef, Generaldirektor Gennadij Velitschkin, mit einem besonderen Anliegen zu Wort: „Unsere Fans haben im russischen Fernsehen einen Bericht über den Torwart der Kölner Haie, Robert Müller, gesehen und waren von seinem Schicksal, aber noch viel mehr von seiner Einstellung stark beeindruckt. Wir möchten die Eisbären im Namen unseres Klubs und aller seiner Fans bitten, Robert Müller unsere besten Wünsche auszurichten.“ Als Symbol dieses Grußes unter fairen Sportsmännern übergab Velitschkin ein Metallurg-Maskottchen an Don Jackson, das die Eisbären zu nächster Gelegenheit an Robert Müller überreichen mögen.

Es war letztlich vor allem ein prestigeträchtiger Sieg, den das Team von Chefcoach Don Jackson gegen Metallurg Magnitogorsk landete. Denn die Möglichkeit, selbst Einzug ins Halbfinale des neu geschaffenen Wettbewerbs zu halten, war nach dem Punktverlust in Oulu, sowie durch Magnitos eine Woche später eingefahrenen Siegs über die Finnen, verwirkt. Dass durchaus mehr drin war für die Eisbären, daran dachte zunächst kaum jemand unter den jubelnden Fans der Berliner Eisbären, als die Schlusssirene erklang. Erst nach und nach, das konnte man aus den Gesprächen auf den Umläufen der Arena aufschnappen, wurde man sich dessen bewusst. Auch Chefcoach Don Jackson kam nicht umhin, darauf in seinem Resümee zu verweisen. Aber auch bei ihm überwog am Ende der Stolz auf das Erreichte, weshalb er augenzwinkernd konstatierte: „Es ist schade, dass uns am Ende durch eine Unaufmerksamkeit im letzten Drittel in Oulu, nun dieser eine Punkt fehlte. Ich bin dennoch sehr stolz darauf, was wir in der CHL erreicht haben! Heute haben wir gegen einen großartigen Gegner gewonnen. Rob Zepp und sein Freund „die Torlatte“ haben sehr gut gehalten und diesen Erfolg so möglich gemacht. Metallurg hat innerhalb von wenigen Tagen gegen vier Dynamo-Mannschaften gespielt, aber nur in Berlin verloren.“ - Zur Erklärung: In der KHL traf der nunmehrige CHL-Halbfinalist bei seinem Roadtrip zuletzt auf Dinamo Riga (2:1 n.P.), Dinamo Minsk (5:4 n.P.) sowie erst am vergangenen Montag auf Dynamo Moskau (6:5) und konnte sämtliche Begegnungen knapp für sich entscheiden.

Der Tenor aus der Mannschaft der Berliner hatte hernach keinen anderen Klang. Sven Felski sagte nach dem Spiel noch schweißgetränkt aber zufrieden: „Ganz wichtig war, dass wir uns in der CHL gut präsentiert haben. Wenn es auch zum Halbfinaleinzug noch nicht gelangt hat, auf drei Siege aus vier Spielen gegen europäische Top-Gegner, können wir getrost stolz sein.“ Und was hatte man diesmal anders gemacht, als beim Spiel in Magnitogorsk? „Na ja, ganz einfach: Wir haben die ersten zehn Minuten besser gespielt und keine vier Tore im ersten Drittel kassiert“, befand Routinier Felski. Und Florian Busch betonte in seinem Fazit die Bedeutung von Spielen auf international hohem Niveau für die Entwicklung junger Spieler: „Gegen Teams wie Magnitogorsk geht alles viel schneller, wie bei Länderspielen mit der Nationalmannschaft gegen die Top-Nationen. Es macht unheimlich viel Spaß, so zu spielen. Gerade auch für unsere ganz jungen Burschen wie Daniel Weiß oder Dominik Bielke, sind das für ihre Entwicklung ganz wichtige Erfahrungen, die sie weiterbringen werden.“ Der junge Bayer selbst gehörte mit seinen technischen und läuferischen Fähigkeiten auch gegen Metallurg erneut wieder zu den auffälligsten Akteuren.

Für Metallurg Magnitogorsk geht die Reise in der CHL also weiter, während sich die Eisbären nun auf das Geschehen in der DEL konzentrieren können. Im Halbfinale trifft Magnito am 10. Dezember und 7. Januar des neuen Jahres in einem KHL internem Duell auf den zweiten und nicht weniger starken russischen Vertreter in der CHL Salawat Julajew Ufa. „Daran verschwenden wir jetzt noch keinen Gedanken“, erklärte Valeri Belousow,“ wir haben zuerst noch drei schwere Spiele gegen Witjas Tschechow, Torpedo Nischni Nowgorod und Spartak Moskau vor der Brust. Erst danach machen wir uns Gedanken über Ufa.“ Salawat fertigte zum Abschluss des Geschehens in Gruppe C Slovan Bratislava mit 8:2 (1:1; 4:1; 3:0) ab. Im zweiten CHL-Halbfinale stehen sich der Schweizer Zürcher SC Lions und das finnische Espoo Blues gegenüber. Die Blues gewannen in Gruppe B bei HV 71 Jönköping mit 6:0 (3:0; 1:0; 2:0). Die Eidgenossen sicherten sich den Einzug in die Vorschlussrunde durch einen überraschend deutlichen 5:1 Auswärtssieg (1:0; 0:1; 4:0) bei Slavia Prag. Kein Wunder, dass ZSC-Coach Sean Simpson begeistert einschätzte: „Einen Wettbewerb, wie die CHL, hat das europäische Hockey gebraucht!“

Was aus Sicht der Berliner neben dem eingefahrenen Start- und Preisgeld in Höhe von über 430.000 Euro noch bleibt, ist die Erkenntnis, dass die CHL von den Fans und Zuschauern in der Hauptstadt als sportliches Highlight dankbar angenommen wurde. Die „Macher“ können sich absolut sicher sein, mit dem neuen Wettbewerb und seinem schlüssigen Konzept, in der deutschen Hauptstadt auch zukünftig auf breite Akzeptanz zu stoßen. Es ist freilich an den Eisbären, sich wieder für die CHL zu qualifizieren. Sven Felski, typisch frecher Berliner, sinngemäß dazu: „Mensch, da müssen wir ja schon wieder Meister werden!“  (mac/ovk)

 


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