Anson Carter schießt Kanada in der Verlängerung zum WM-Titel

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In einem äußerst spannenden Finale wurde Kanada neuer Eishockey-Weltmeister. Anson Carter war der umjubelte Siegtorschütze zum 3:2-Sieg der Ahornblätter in der Verlängerung gegen Schweden. Allerdings muste er mit seinem Jubel einige Minuten warten, da der Treffer erst einer längeren Videoanalyse standhalten musste, bis die Ahornblätter sich des 22. Weltmeister-Titels sicher sein konnten. Für Schweden blieb bei der 67. Eishockey-Weltmeisterschaft "nur" die Silbermedaille.

"Team Canada" wurde 1997 zum letzten Mal Weltmeister, und dies in Helsinki gegen den Gegner Schweden. Neben Coach Andy Murray waren auch die aktuellen Spieler Cory Cross, Anson Carter und Torhüter Sean Burke bei dem Erfolg dabei. Letzterer musste allerdings wegen der im Halbfinale gegen die Tschechischen Republik erlittenen Leistenverletzung passen und wurde durch Jungstar Roberto Luongo ersetzt. Der letzte WM-Titel der "Tre Kronors" liegt fünf Jahre zurück. Die Skandinavier gewannen 1998 das Turnier in der Schweiz mit einem Finalerfolg gegen den Erzrivalen aus Finnland. Nach der sehr mäßigen Leistung von Tommy Salo im Viertelfinale begann erneut Mikael Tellqvist im Gehäuse der Schweden.

Zu Beginn gestaltete sich die Partie offen, beide Mannschaften führten die Zweikämpfe intensiv und agierten in der Offensive mit viel Zug zum Tor. Nach dem ersten überstandenen Unterzahlspiel, erarbeiteten sich die Schützlinge von Hardy Nilsson ein leichtes Übergewicht. Zeugnis hierfür war ein Schuss von Peter Nordström an den Innenpfosten, nach einer Klassevorlage von Kapitän Jörgen Jönsson. Wenig später die Führung für die Schweden: Henrik Zetterberg bugsierte nach schönem Solo den Puck Richtung Tor, Steve Staios versuchte den Abpraller von den Schonern Luongos zu klären, aber traf dabei die Kelle des einschussbereiten Mathias Tjärnqvist, von wo aus die Hartgummischeibe in die Maschen flog. Auch danach waren die Nordeuropäer gefährlicher. Nach tollem Zuspiel von Mikael Renberg gelang Per-Johan Axelsson dann bei einem Break das 2:0. Aber der Olympiasieger bewies Moral und konterte noch vor Drittelende mit dem Anschlusstreffer durch Shawn Horcoff, der den Nachschuss von Kyle Calders Versuch verwertete.

Auch im zweiten Spielabschnitt waren die Skandinavier das aktivere Team. Die Cracks um Forsberg und Sundin vermochten es jedoch nicht, einen weiteren Treffer gegen den soliden Luongo zu erzielen. So hatte Mats Sundin allein vor dem kanadischen Keeper eine Riesenmöglichkeit, schaufelte den sich aufstellenden Puck aber über das Tor. Kurz zuvor hatte Ryan Smyth die beste Gelegenheit für die Nordamerikaner im zweiten Drittel, entschied sich aber, den bedrängten Carter anzuspielen, anstatt selbst abzuschließen. Wie in der ersten Periode drehten die "Ahornblätter" erst in den letzten Spielminuten auf, scheiterten aber im Powerplay an Tellqvist und den schwedischen Defendern.

Die engagierten Kanadier kamen im dritten Abschnitt besser in Spiel. Für die Skandinavier rächte es sich nun, die zuvor zahlreichen Chancen ungenutzt gelassen zu haben. Prompt kamen die Murray-Schützlinge zum dennoch etwas schmeichelhaften Ausgleich. Shawn Horcoff wurde hinter dem Tor nicht attackiert und passte auf Shane Doan, dessen Schuss Tellqvist erst hinter der Torlinie stoppen konnte. Danach war die defensive Arbeit oberste Prämisse aller Spieler, niemand wollte den entscheidenden Fehler verschulden. In den dramatischen Schlusssekunden der regulären Spielzeit vergab zunächst Mats Sundin allein vor Luongo die Entscheidung, im direkten Gegenzug scheiterte Mike Comrie ebenso allein an Tellqvist.

So ging das Spiel in die Overtime, die bei dieser Weltmeisterschaft erstmals im Modus vier-gegen-vier ausgetragen wird. Einmal mehr hatten die Schweden die klareren Gelegenheiten, aber der bärenstarke Roberto Luongo parierte alle Schüsse, die auf seinen Kasten abgefeuert wurden. Die Entscheidung für Team Kanada kam nach gespielten 13:49 Minuten der Nachspielzeit mit einem kuriosen Treffer. Anson Carter scheiterte mit seinem ersten Versuch an Tellqvist, bekam den Abpraller, umkurvte das Tor und schob die Scheibe an die Schoner des schwedischen Torhüters, von wo er wohl über die Linie ging. Carter und ein Großteil der Teams Kanada fielen sich auf dem Eis jubelnd in die Arme, aber es sollten vor der endgültigen Entscheidung noch einige Minuten des Bangens folgten. Schiedsrichter Vladimir Sindler beriet sich minutenlang mit seinem "video judge", da kaum zu erkennen war, ob das Spielgerät die Torlinie tatsächlich überquerte. Schließlich erlöste der tschechische Referee die Nordamerikaner, die damit ihren Titelgewinn von ´97 an gleicher Stelle - erneut gegen Schweden - wiederholten. Die Leidenschaft der aufopferungsvoll kämpfenden Murray-Truppe obsiegte gegen das überragende Talent der schwedischen Superstars, die ein mehr als würdiger Silbermedaillengewinner waren.

Kanada - Schweden 3:2 (1:2, 0:0, 1:0, 1:0) OT

Tore:

(10:17) 0:1 Mathias Tjärnqvist (Henrik Zetterberg)

(18:39) 0:2 Per-Johan Axelsson (Mikael Renberg)

(19:17) 1:2 Shawn Horcoff (Kyle Calder)

(49:03) 2:2 Shane Doan (Shawn Horcoff)

(73:49) 3:2 Anson Carter

Strafen: Kanada 10 min. - Schweden 14 min.

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