Wölfe ziehen sich zurückIHC Atting

Wölfe ziehen sich zurückWölfe ziehen sich zurück
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„Es war eine Vernunftentscheidung für die Zukunft des Vereins“, erklärt 1. Vorsitzender Bernd Maier. „Hauptgrund war die Stadionfrage. Weil das Straubinger Eisstadion als Spielstätte nicht mehr zugelassen war, hätten wir alle Spiele in Donaustauf austragen müssen. Das hätte uns weniger Einnahmen gebracht und mehr Ausgaben, insgesamt ein Minus von 15.000 Euro, womit wir im schlimmsten Fall in die Insolvenz geschlittert wären. Der Verein besteht aber nicht nur aus der Bundesligamannschaft, sondern aus 200 Mitgliedern, sieben Teams und davon sind jede Menge Nachwuchsspieler. Denen gegenüber sahen wir uns verpflichtet, denn wir sind ein Verein, kein Profitruppe. Wir werden sicherlich nicht den Fehler vieler Eishockeyclubs machen, die wegen der Herrenmannschaft einen ganzen Verein an die Wand fahren und dadurch die Kinder auf der Straße stehen.“

Schon das Playoff-Viertelfinale gegen Iserlohn, das mit 6:4 gewonnen wurde, hatte gezeigt, dass Fans nur schwer ins 35 Kilometer entfernte Donaustauf zu locken sind. 130 Zuschauer kamen zu diesem Spiel, das Werbung für den Skaterhockey-Sport war. In Straubing wären es wohl 400 oder 500 gewesen, schätzen die Verantwortlichen – so wie im Saisonverlauf gegen Köln und Augsburg. Weniger Eintritts- und Verkaufserlöse sowie gleichzeitig steigende Kosten für Halle, Schiedsrichter, Fahrten und Mehraufwand für die Spielorganisation hätten sich auf hochgerechnet 15.000 Euro summiert, sagte Maier. Alle Versuche, das Minus noch vor dem Meldeschluss auszugleichen, verliefen im Sande oder wollte der Verein den Mitgliedern nicht zumuten.

Bei vielen stießen die Attinger auf Verständnis. ISHD-Vorsitzender Ingo Goerke lobte ebenso wie die Sportkommission des bayerischen Verbandes für einen „verantwortungsvollen Schritt“. Gleiche Stimmen kamen von Sponsoren und vom Attinger Gemeinderat nebst Bürgermeister Robert Ruber. Der Gemeinderat war am Mittwoch noch vor der Presse vom Schritt der Wölfe informiert worden.

Dort beschäftigt man sich derzeit weiter mit der Realisierung eines Begegnungszentrums, einer Heimat für mehrere Attinger Sport- und Kulturvereine – neben dem IHC auch für den Eisstockclub, die Sportschützen, Jugendgruppen und eine Physiotherapiepraxis. Noch ist über einen Bau nicht entschieden. Ruber sprach zuletzt von 2016.

„Für uns als Großverein steht und fällt alles mit einer eigenen Heimat“, sagt IHC-Vorstandsmitglied Michael Bauer. „Damit würde unsere Zukunft gesichert. Ansonsten sind wir immer von unsicheren Faktoren abhängig.“ So wie zuletzt: Die Trainingshalle war vor Kurzem zwei Wochen lang als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden und kann binnen 24 Stunden wieder gesperrt werden. Auch das Eisstadion (Piste/Bande) könnte einmal eine Saison nicht zur Verfügung stehen – das war schon zweimal der Fall. „Eine Halle wäre eine tolle Sache für Atting. Atting könnte stolz sein – so viele Leute aus dem ganzen Landkreis würden dann für den IHC Atting in Atting spielen. Das steigert den Bekanntheitsgrad noch mehr, die Gemeinde wächst weiter und alle Attinger Vereine wachsen zusammen. Nicht jede kleine Gemeinde kann behaupten, dass Leute aus der Stadt zu ihr kommen. Atting würde eine Vorreiterrolle im Landkreis einnehmen.“