„Wir wollen den Abstieg vermeiden“Duisburg Ducks

„Wir wollen den Abstieg vermeiden“„Wir wollen den Abstieg vermeiden“
Lesedauer: ca. 2 Minuten

So klar wurde das noch nie formuliert. Doch Sven Fydrich hat Recht, wenn er das Ziel auf dieses Minimum reduziert. Schon in der vergangenen Saison hatten die Enten ihr Team verjüngt, der Umbruch jedoch wurde erst jetzt wirklich vollzogen. Nicht nur Patty Schmitz hat aufgehört, auch die beiden Torhüter Mario Säs und Lars Tannhof sowie zwei langjährige Leistungsträger im Feld, Verteidiger Gordon Kindler und Stürmer Dominik Müller. Außerdem kehrte auch noch Andreas Pfaff zu den Rockets Essen zurück. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, buhlte die geballte Bundesliga-Konkurrenz auch noch um die Dienste von Fabian Lenz und Sebastian Schneider. Wären die beiden gegangen – es hätte zum Super-GAU bei den Ducks kommen können.

Kam es aber nicht.

Den Großteil der Lücken schlossen junge Spieler aus dem Nachwuchs und Cracks, die sich in der Reserve bewiesen haben. So bilden nun Alexander Helmdach und Felix Siry ein Torhütertrio mit René Hippler. Für das Feld rücken die Tinz-Brüder Lukas und Timo, Julien Marten und Timm Trede nach oben.

Umbruch – schön und gut. Und dann auch noch Verletzungspech. Denn mit Joey Menzel sollte ein erfahrener Verteidiger dazu kommen, der sich aber in Diensten des Eishockey-Regionalligisten Dinslakener Kobras schwer am Knie verletzt. Immerhin konnten die Ducks doch Denis Nimako von den Rockets Essen an Land ziehen; ein Abwehrspieler, der es an der Bande krachen zu lassen versteht.

Und wo steht das Team? Wie sehr wiegen die Neuen die Abgänge auf? „Das ist kaum zu sagen“, erklärt Fydrich. „Da müsste ich ja einen 18-Jährigen mit dem 18-jährigen Dominik Müller von damals vergleichen, damit das fair ist.“ Erfahrung kann man schließlich nicht lernen. „Finalteilnahmen bei Europameisterschaften und Europapokalen – das haben die Jungs natürlich nicht.“ Zumindest nicht bei den Senioren. „Ich denke, wir werden die ersten drei Spiele abwarten müssen, ehe wir wissen, wo wir stehen.“

Dass Fydrich die Ziele so niedrig verortet, hat auch mit einer Liga zu tun, deren Leistungsschere längst nicht mehr so auseinanderklafft wie in den Jahren als Bak, Schmitz und Co. einen Titel nach dem anderen einfuhren. „Mit Essen, die, wenn sie komplett sind, für mich der Top-Favorit sind, Augsburg, Köln und Iserlohn haben wir eine Top Vier. Dahinter wird die Tagesform und die Besetzung über Sieg und Niederlage entscheiden“, so Fydrich.

Bei den Ducks wird es darum gehen, dass die nun älteren Spieler wie Kapitän Sebastian Schneider und Assistenzkapitän Paul Fiedler, aber auch Bastian Loch und Fabian Lenz – jung, aber schon in der dritten beziehungsweise vierten Bundesliga-Saison – Verantwortung übernehmen. Für das Sturm-Toptalent Lenz bedeutet das auch: Die vielen großen Strafen dürfen nicht mehr vorkommen. Aus der Vorsaison bringt er noch eine Vier-Spiele-Sperre mit. „Diese Fehler seien ihm gestattet. Er wird daraus lernen“, ist sich Fydrich sicher. Bitter: Vor dem Saisonstart zog sich Lukas Tinz eine Schultereckgelenksprengung zu, wird vier bis fünf Wochen fehlen.

Am Samstag (18 Uhr) geht es für die Ducks mit einem Heimspiel los. Gegner sind die Uedesheim Chiefs. Eine Sache hatte Fydrich zum Saisonziel noch ergänzt. „Wenn wir den Klassenerhalt mathematisch sicher haben, können wir über mehr reden.“ So lange aber wird das „P-Wort“ in Duisburg nicht zu hören sein. Die Hoffnung aber, dass aus dem Umbruch ein neues, irgendwann wirklich schlagkräftiges Team erwächst – die ist da.