Weiterhin kein Sieg

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Aufgrund der langen Liste der Ausfälle musste Coach Wolfgang Hellwig vor dem Spiel improvisieren. Marco Hellwig und Christoph Clemens bissen auf die Zähne und spielten. Überraschend half Andri Salomonson trotz Verletzung und langer Zeit ohne Training aus, dazu halfen vier Spieler aus der zweiten Mannschaft aus, die zuvor schon 60 Minuten gegen Anrath gespielt hatten. Tim Schmitz führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld, dem eigentlichen Kapitän Marcel Mörsch wird auch in den kommenden Wochen dank seiner in Lüdenscheid erlittenen Muskelverletzung nicht mehr als der gute Zuspruch vor dem Spiel bleiben. Die Gäste wussten um die Situation und legten zu Beginn ein Tempo vor, dem die Chiefs nicht ansatzweise folgen konnten. Keeper Olli Derigs sah sich einem Angriff nach dem anderen entgegen und hielt, was in seiner Macht stand. Beim 0:1 von Dierking in der vierten Minute war er das erste Mal machtlos. Die Chiefs wurden förmlich in ihrer Hälfte eingeschnürt und schossen in den ersten 20 Minuten so selten auf das Bissendorfer Tor, das die Schüsse an einer Hand abzuzählen waren. Wirklich gefährlich war dabei auch nur ein Ball von Robert Linke. Auf der anderen Seite brannte es stets lichterloh, und dank zweier Überzahltore (10. / 11.) und dem Ausnutzen einer der vielen Fehler im Aufbau der Chiefs (16.) stand es nach dem ersten Drittel 0:4. Damit waren die Uedesheimer noch gut bedient, und auch Hellwig musste nach dem Spiel feststellen „das ich zu diesem Zeitpunkt ein wenig Angst hatte.“

In der Kabine hatte Hellwig dann aber offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Wie  ausgewechselt spielte seine Mannschaft jetzt, Clemens läutete mit seinem Treffer zum 1:4 (22.) die Wende ein. Bissendorf war nun völlig von der Rolle und eine Minute später traf Robert Linke zum 2:4 (23.). Die Gäste nahmen daraufhin eine Auszeit, aber immer wieder angetrieben vom schnellen Salomonson brachte diese wenig und Uedesheim blieb am Drücker. Marco Hellwig verwandelte ein tolles Zuspiel von Clemens zum vielumjubelten 3:4 (26.) und nur wenige Sekunden später konnte Janotta den durchgebrochenen Salomonson nur noch unfair am Torabschluss hindern. Beim fälligen Penalty ließ Clemens Panther-Keeper Sellmann alt aussehen und das Spiel war binnen fünf Minuten auf den Kopf gestellt. Eine erneute Überzahl verschaffte den Gästen kurz darauf die benötigte Verschnaufpause. Miller brachte Bissendorf wieder in Front (4:5 / 30.). Das Spiel blieb danach weiter offen, Hellwig, Salomonson, Clemens, Linke und Schmitz hatten den Ausgleich auf der Kelle, aber nicht das berühmte Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Doch auch Bissendorf kam in dieser Phase zu einigen guten Einschussmöglichkeiten, aber besonders während einer weiteren Unterzahl stand Derigs wie eine Wand im Tor der Chiefs und hielt seine Jungs im Spiel.

Wer im letzten Abschnitt auf ein ähnliches Comeback wie im Mitteldrittel gehofft hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Zwei schnelle Treffer durch Czernohous und Rudloff (42.) entschieden die Partie innerhalb von zwei Wechseln. Uedesheim hatte in Überzahl zwar nochmal die Möglichkeit heranzukommen, aber die Kräfte schwanden nun sichtlich und klare Torchancen blieben auch Mangelware. Surkemper nutzte ein weiteres Powerplay zum 4:8 (48.), spätestens danach war die Luft raus. Salomonson belohnte seinen starken Auftritt noch mit dem Tor zum 5:8 (58.), danach durfte Bissendorf jubeln.

Die Chiefs treten somit weiter auf der Stelle und liegen mit nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen schon deutlich hinter ihren Erwartungen zurück. „Ich bin trotzdem stolz auf die Jungs“, so Hellwig. „Die Einstellung stimmt, wir kämpfen, aber um so ein Spiel zu gewinnen brauchst du eben über 60 Minuten drei starke Reihen. Und die hatten wir heute nicht.“ Das man zudem öfter als gewollt mit einem Mann weniger auf dem Feld stand und auch einige leichte Fehler im Aufbau zu Gegentreffern führten, war dem Coach natürlich auch nicht verborgen geblieben. „Daran werden wir in dieser Woche weiter arbeiten. Und dann werden wir versuchen, es am Samstag in Essen besser zu machen.“