Wahnsinns-Comeback der Rockets

Späte Tore erfreuen den TabellenführerSpäte Tore erfreuen den Tabellenführer
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„Irre. So etwas habe ich in fast 30 Jahren Skaterhockey noch nicht erlebt. Ein absolut geiles Spiel und tolle Werbung für unseren Sport“, meinte der SHC-Vorsitzende Thomas Böttcher nachdem die Rockets ein bereits verloren geglaubtes Spiel noch drehten und sich trotz des Unentschiedens wie die Sieger fühlen durften.

Bis zur Mitte des Spiels hatten die Raketen dort weitergemacht, wo sie am vergangenen Wochenende beim Pokal-Achtelfinale in Düsseldorf aufgehört hatten. Sie dominierten den Tabellenführer aus Lüdenscheid und führten in der 31. Minute mit 7:4.

Doch dann nahm die Partie eine vermeintlich entscheidende Wende.

Lüdenscheid tauschte seinen Torhüter aus, und in der Folge kamen die Gäste immer besser ins Spiel. Gestützt auf ihren enorm starken Goalie glichen die Highlander zunächst aus, und danach zogen sie sogar schier uneinholbar davon. Auch wenn die Gäste sich beim Stand von 7:12 eine Fünf-Minuten-Strafe nahmen, hätten wohl auch die größten SHC-Fans knapp zweieinhalb Minuten vor dem Ende keinen Pfifferling mehr auf ihre Mannschaft gesetzt.

Doch im Angesicht des nun drohenden Debakels folgte das wohl größte Comeback in der Bundesliga-Geschichte der SHC Rockets.

Das 8:12 (57:40) durch Christian Vogel werteten viele zunächst nur nüchtern als Ergebniskosmetik. Doch nur eine Minute später standen die Zuschauer Kopf. Denn binnen 37 Sekunden (!) hatte Danny Albrecht drei weitere Treffer erzielt und den SHC auf 11:12 herangebracht. Einmal 13 und einmal 24 Sekunden lagen zwischen den Toren des Ausnahmestürmers.

Bei jedem der drei Treffer von Albrecht hatten die Rockets das Bully gewonnen, und jedes Mal hatte Benni Hüsken auf Albrecht gepasst, der den Ball stets unhaltbar in den Winkel nagelte. Und nun blieben den Essenern noch 78 Sekunden, um das unmögliche möglich zu machen. Um den 7:12-Rückstand in ein Remis zu biegen.

Beim letzten Angriff führte dann erneut Danny Albrecht den Ball, doch diesmal zog er nicht direkt ab, sondern passte fast schon seelenruhig auf Tobias Stöckhardt. Und der Kapitän wuchtete die Kugel bei 59:59 – also eine einzige Sekunde vor der Sirene – zum umjubelten 12:12 in die Maschen.

„Diese Aufholjagd stellt alle bisherigen umgebogenen Partien in den Schatten. Es ist unfassbar wie sich die Jungs aus dieser Situation noch rausgezogen haben“, befand Thomas Böttcher.Und wer die Jubeltraube der Spieler gesehen hat, der weiß, dass die Mannschaft das Feld letztlich als gefühlter Sieger verlassen hat.

Nach den fantastischen Leistungen und Ergebnissen der vergangenen Wochen können die Rockets nun erstmal verschnaufen. Weiter geht es am 27./28. August mit dem internationalen Damhus-Cup in der Wohnbau-Hockey-Arena. Und in der Bundesliga steht die nächste Partie erst am 3. September bei den Berliner Buffalos an.