Von Null auf Hundert – in einer Woche

Da war mehr drinDa war mehr drin
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Alle Jahre wieder quälen sich die Rostocker Nasenbären aus dem wohlverdienten „Winterschlaf“ und wie schon vergangene Spielzeit kommt der Saisonstart in der Skaterhockey-Bundesliga für die Nordlichter viel zu früh.

Nicht nur, dass viele Akteure immer noch in der gerade zu Ende gehenden Eishockey-Saison gebunden sind und auch die Vorbereitung gerade erst so richtig begonnen hat – nein, auch kein einziges Vorbereitung- oder Testspiel kann der Vorjahres-Fünfte der 1. Bundesliga Nord bislang vorweisen. Da sind viele Skaterhockey-Clubs oft schon um Wochen weiter. Dort heißt es zum Teil seit Ende Januar bereits: Spinning, Kraft- und Spieltraining, so auch beim ersten Gegner der Warnowstädter am 21. März, den Crash Eagles Kaarst.

Die Kaarster konnten bereits einige ihrer vielen Testspiele, so beim 15:5 gegen die Bockumer Bulldogs (2. Bundesliga Nord), beim 12:5 gegen die Commanders Velbert (2. Bundesliga Süd) sowie beim 7:5 gegen den Liga-Konkurrenten Rockets Essen, gewinnen und beweisen damit bereits ansprechende Frühform. Lediglich beim Deutschen Vizemeister 2008, dem HC Köln-West (1. Bundesliga Süd), zog man mit 1:7 deutlich den Kürzeren. Doch das soll nicht unbedingt die Maßstab sein – in der leicht umgestellten Nordgruppe, aus der die Mendener Mambas und die Samurai Iserlohn in die Südgruppe wechseln und die durch die drei Aufsteiger (Pumpkins Oldenburg, Salt City Boars Lüneburg und Ahauser SV) komplettiert wird, wollen es die Eagles dieses Jahr am Ende sicher weniger mit dem Abstiegskampf als mit den Play-off-Plätzen zu tun haben. So schmerzt der Abgang von Eagles-Topscorer, Oliver Latocha, zum Deutschen Meister nach Duisburg, zwar wahrscheinlich etwas, kann aber sicher mannschaftlich kompensiert werden. Garanten und Zielbereiter für dieses Unternehmen sollen die vielen Stammkräfte um die Goalgetter Marco Hellwig, Mike Höfgen sowie Sascha Drehmann bilden, die bereits zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gehören und auch der eigene Nachwuchs generiert immer wieder junge Talente, die über die verschiedenen Nachwuchsmannschaften der Adler erfolgreich an den Spielbetrieb im Oberhaus herangeführt werden konnten.

All das sind Dinge, von denen man in Rostock momentan nur träumen kann. Die Breite des Bundesliga-Kaders bereitet Vereinsvorsitzendem Christian Ciupka momentan auch am meisten Sorgen, können die Nasenbären denn am Samstag voraussichtlich gerade einmal zwei Blöcke an den Start schicken. Auch die noch mangelnde Spiel-Abstimmung, bedingt durch lediglich eine Handvoll gemeinsamer Trainingseinheiten, trägt nicht gerade zur Euphorie in den Reihen der Hanseaten bei und so formulierte er die Zielsetzung für den Saisonbeginn auch eher verhalten: „Wir haben quasi keine nennenswerte Vorbereitung absolvieren können, hinzu kamen ungeplante Schwierigkeiten, was den Austragungsort unserer Heimspiele, betraf (Neu: immer samstags, 19 Uhr Sporthalle im Bertha-von-Suttner-Ring/Rostock-Toitenwinkel). Viele der Jungs sind noch im ,Wintermodus' und stoßen erst nach und nach wieder aus dem Eishockey-Spielbetrieb zur Mannschaft. Trotzdem möchten wir uns natürlich, auch zum Saisonstart, so teuer wie möglich verkaufen. Genau so wie im letzten Jahr wird es aber schwer, speziell auswärts und mit gewohnt kleinem Kader, die zum Teil langfristig angelegte Vorbereitung der anderen Teams aufzuholen und den einen oder anderen Punkt zu holen.“ Ciupka hofft aber, dass das Team später besser in Tritt kommt, „weil ich noch mit zwei, drei echten Verstärkungen während der laufenden Saison rechne. Die sollten uns helfen, zu Beginn verlorenen Boden wieder gutzumachen, damit wir hoffentlich möglichst früh auch nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben.“