Uedesheim wirft Lüdenscheid raus

Chiefs unterliegen Angstgegner KölnChiefs unterliegen Angstgegner Köln
Lesedauer: ca. 5 Minuten

In einem spannenden Spiel mit Verlängerung und nach Penaltyschießen konnte Skaterhockey-Bundesligist die Uedesheim Chiefs ihren Gegner, die Highlander Lüdenscheid, mit 10:9 (3:2, 1:2, 2:2, 2:2, 2:1) niederringen und in die dritte Pokalrunde einziehen.

Bei sommerlichen Temperaturen traten die Highlander alles andere als in Bestbesetzung an. Doch auch die Chiefs mussten bekanntlich auf ihren Anführer verzichten, Marcel Mörsch saß Spiel eins seiner noch unbekannten Sperre ab. Quasi als Mörsch-Ersatz hatte Chiefs-CoachPeter Schrills unter der Woche Malte Bergstermann zurückgeholt, zudem hatte er sich entschlossen den neuen Trainer der Chiefs-Zweitvertretung, David Bromé, mit in den Kader zu nehmen.

Mit Olli Derigs zwischen den Pfosten legten die Chiefs von Beginn an los wie die Feuerwehr und berannten das von Tobias Opfermann behütete Tor der Highlander. Ein früher Erfolg stelle sich schnell ein, als Sebastian Muhs zum 1:0 einnetzte (3.). Weitere gute Chancen ließ man in der Folge liegen und stärkte dadurch die Gäste, die in der achten Minute ein Geschenk dankend annahmen und durch Linke ausgleichen konnten. Nur drei Minuten später nutzte Lüdenscheid die erste Überzahlsituation des Spiels und Kapitän Elzner hämmerte die Kugel humorlos zum 1:2 in die Maschen (12.). Die nächste Unterzahl überstanden die Chiefs mit Glück und Geschick, und just als die Strafe abgelaufen war, erhielt „Sünder“ Malte Bergstermann die Kugel, schickte Benjamin Meschke auf die Reise und der ließ sich nicht lange bitten: das 2:2 in der 14. Minute. Weitere drei Minuten später war Meschke erneut zur Stellen und sorgte für die 3:2-Pausenführung (17.).

Auch im Mitteldrittel waren die Chiefs das aktivere Team mit vielen Chancen, allerdings auch mit einigen Nachlässigkeiten in der Defensive. Die flinken Highlander konnten so das ein oder andere Mal die Defensive der Chiefs überlaufen und Bruch nutzte eine solche Situation zum erneuten Ausgleich (3:3 / 23.). Die Partie wogte nun hin und her, beide Teams trafen Aluminium. In Führung gingen erneut die Hausherren. Nach toller Vorarbeit von Bernd Hausmann war erneut Meschke zur Stelle und traf zum dritten Mal an diesem Tag (4:3 / 31.). Die Freude währte allerdings nur kurz, die Gäste brauchten erneut keine 20 Sekunden um aus einer Überzahlsituation ein Tor zu machen. Dimitriev hämmerte die Kugel humorlos und unhaltbar in den Winkel (4:4 / 33.). Das letzte Drittel begann mit einigen Nickeligkeiten auf beiden Seiten die Strafbänke wurden nun immer gut besetzt. Aber keine der Mannschaften konnte daraus einen Vorteil ziehen. Wie sehr es im Überzahlspiel der Chiefs kränkelt sah man spätestens, als selbst eine Minute mit zwei Spielern mehr auf dem Feld ungenutzt blieb. Gäste-Keeper Opfermann wuchs jetzt über sich hinaus und hielt sein Team teilweise spektakulär weiter im Rennen.

Plötzlich ruhig wurde es im „ChiefsGarden“ in der 55. Minute. Obwohl Highlander-Kapitän Elzner seine Schussgewaltigkeit schon mehrfach unter Beweis gestellt hatte, hielt es kein Uedesheimer Spieler für nötig ihn ernsthaft zu attackieren. Somit konnte er seinen Hammer erneut auspacken und zum 4:5 einschiessen. Doch der Mann des Spiels, Benjamin Meschke, war postwendend mit seinem nächsten Treffer zur Stelle und glich noch in der selben Spielminute aus (5:5 / 55.). Nur eine Minute später schafften die Chiefs die erneute Führung. Muhs hatte das Spielgerät in bekannter Manier über die Torlinie gearbeitet (6:5 / 56.). Alle Proteste der Gäste, die einen vorausgehenden Handpass monierten, blieben wirkungslos. Aber die Highlander ließen die Köpfe nicht hängen und kämpften verbissen weiter. Wille konnte sich in der Ecke gegen zwei Uedesheimer durchsetzen, passte einfach mal vor’s Tor zum völlig freien Wortmann, der Olli Derigs keine Chance und die Gästefans erneut jubeln ließ (6:6 / 58.). In der regulären Spielzeit konnten beide Teams keinen Sieger mehr ermitteln, also ging es in die Verlängerung.

Und diese begann gleich mit einem Nackenschlag für Uedesheim. Wortmann und Wille hatten gefallen gefunden am Toreschiessen, brachen erneut durch und Wille sorgte für die schnelle Führung der Gäste (6:7 / 61.). Die Chiefs brauchten nun lange, um sich wieder zu berappeln. Zu viel Kraft hatte das Spiel bisher schon gekostet, die ganz klaren Chancen waren Mangelware. Aber Bromé sorgte dann doch noch vor dem Ende der ersten Hälfte der Verlängerung für den verdienten Ausgleich (70.).

Wie ein Dejavú muss es den Zuschauern vorgekommen sein, als sich die Spieler der Chiefs in der zweiten Hälfte der Verlängerung erneut zu schade waren, den Kapitän der Highlander am Schuss zu hindern. Elzner hatte noch genug Kraft, um seine Farben erneut Führung zu schiessen (8:7 / 72.). Nach diesem Treffer brauchten die Chiefs aber nicht so lange um erneut zu egalisieren. Sebastian Muhs, der in Vertretung von Mörsch das Team als Kapitän auf’s Feld führte, hatte vor dem Tor erneut den richtigen Riecher bewiesen und das 8:8 markiert (73.). Dies sollte, trotz weiteren Chancen auf beiden Seiten, der letzte Treffer aus dem Spiel heraus gewesen sein. Denn beide Keeper waren nun nicht mehr zu überwinden. Und beide standen nun vor der großen Aufgabe, ihrer Mannschaft auch im folgenden Penaltyschießen der nötige Rückhalt zu sein.

Die Chiefs schickten mit Benjamin Meschke ihren sichersten Schützen des Tages als ersten Spieler ins Rennen. Und er sollte seine Kollegen nicht enttäuschen. Mit einem feinen Trick verlud er Opfermann und traf zum 9:8. Bruch war der erste Schütze für Lüdenscheid, und auch er war erfolgreich. Mit der Rückhand brachte er die Kugel zum 9:9 vorbei an Olli Derigs. Danach scheiterten Aumann und Komor auf Seiten der Chiefs, Linke und Dimitriev wurden von Derigs beraubt. Der alles entscheidende Treffer gelang danach Christoph Clemens. Auch er versuchte es über die Rückhand und war erfolgreich. Weniger Erfolg hatte danach Elzner für Lüdenscheid. Er hätte es besser mit einem Schuss versuchen sollen, beim Versuch zu zocken war Olli Derigs mit der Kelle zur Stelle. David Bromé hatte die Entscheidung mit dem letzten Schuss für Uedesheim auf dem Schläger, scheiterte aber am Opfermann, der im letzten Moment sensationell mit der Fanghand zur Stelle war. Nun war es Olli Derigs vorbehalten, endgültig Matchwinner zu werden. Sting war sein Gegenüber im letzten Versuch der Gäste und auch gegen diesen Schützen hatte Derigs ein Mittel parat. Mit den Schonern begrub er die Kugel unter sich, nur um kurz darauf jubelnd in Richtung seiner Kollegen zu spurten.

Schon am Sonntag, 3. Mai, 13 Uhr steht das Ligaspiel in Menden auf dem Programm.