Uedesheim unterliegt Kaarst im PokalduellAus im Penaltyschießen

Uedesheim unterliegt Kaarst im PokalduellUedesheim unterliegt Kaarst im Pokalduell
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Auch das zweite Derby im „Chiefs Garden“ wurde erst im Penaltyschießen entschieden. In der Skaterhockey-Liga hatten die Chiefs noch die besseren Schützen gehabt, am Sonntag traf kein Uedesheimer und Kaarst zog ins Pokal-Halbfinale ein.

Dabei sahen die Chiefs lange Zeit aus wie der sichere Sieger. Kaarst war zwar wie erwartet kämpferisch stark, wirkte aber seltsam gehemmt wenn’s ums Spiel nach vorne ging. Uedesheim hatte einige gute Chancen zu Beginn der Partie und ging dann durch zwei Sololäufe von Marco Hellwig (12. ) und Sascha Drehmann (14.) verdient in Führung.

Hinten zeigte Malte Rütten bei einigen Breaks und Fernschüssen sein Können, machtlos war er jedoch, als sich die Hausherren kurz vor der ersten Pause auskontern ließen und Lingscheidt das 2:1 markierte (20.).

Christian Perlitz stellte den alten Abstand mit einem präzisen Handgelenksschuss wieder her (3:1 / 24.), danach waren die Chiefs erstmals nicht mit einer Entscheidung der Unparteiischen einverstanden und handelten sich zur eigentlichen Strafzeit zusätzlich noch eine Bankstrafe ein. Lange Zeit hielten sich die zwei Neusser tapfer, dann traf Dietrich doch noch zum 3:2 (28.). Ein Doppelschlag der Chiefs sorgte dann aber sofort wieder für Ruhe im Karton. Perlitz (31.) und Dennis Kobe (32.) bauten die Führung auf 5:2 aus. Danach überstanden die Gastgeber eine Unterzahl, mussten aber unmittelbar nach Ablauf jener doch noch das 5:3 durch Bleyer hinnehmen (35.). Die letzten Minuten des Mitteldrittels waren hektisch. Beide Teams gaben wenig auf die eigene Defensive und die Keeper hatten mehr zu tun als ihnen lieb sein konnte. Rütten wehrte mehrfach spektakulär ab, auf der anderen Seite hatte Kobe das Auge für Perlitz, der mit seinem dritten Treffer in diesem Drittel das 6:3 markierte (37.).

Chiefs-Coach Daniel Benske hatte seine Jungs mit Sicherheit auf die Verwaltung des Ergebnisses eingestellt, aber der Plan ging nicht lange auf. Nur 17 Sekunden brauchte Dietrich, um auf 6:4 zu stellen. Uedesheim war kollektiv im Tiefschlaf und der Kaarster drückte seinen eigenen Rebound über die Linie.

Bei den Chiefs konnte man nun einen gewissen Substanzverlust spüren. Zu den zwei regulären Reihen konnte Benske noch Simon Kronenberg und Kai Reimer aus der zweiten Mannschaft aufbieten, die beide ein gutes Spiel machten und für viel Entlastung sorgten. Als beide Teams dezimiert auf der Platte standen, spielte Hellwig den perfekten Pass auf Jakob Matzken, der zum 7:4 verwandelte (44.).

Die Vorentscheidung? Mitnichten! Denn zunächst pennte erneut die Uedesheimer Hintermannschaft und gewährte Dietrich das 7:5 im Nachschuss (49.), dann sorgte eine erneut kontrovers diskutierte Entscheidung der Schiris für einen Szenenwechsel. Boschewski blieb nach einem Check von Johannes Matzken liegen, dafür gab es eine Fünf-Minuten-Strafe. „Wenn man zwei Minuten gibt, ist das OK“, war auch Benske fassungslos. „Fünf Minuten waren völlig übertrieben.“ Zumal der Sportskamerad Boschewski schneller aus dem Krankenstand zurück kam, als es zunächst aussah und in der Überzahl zwei Treffer markierte. Dazu traf noch Dietrich und vier Minuten vor dem Ende führten die Gäste plötzlich mit 7:8.

Jetzt waren die Chiefs wieder gefordert. Kaarst zog sich zwei kleine Strafen, Rütten ging für einen Feldspieler auf die Bank. Aber die Überzahl der Neusser war zunächst schwach. Dietrich fing die Kugel ab und verfehlte von der Mittellinie das leere Tor uns damit die Entscheidung. So war es erneut Perlitz, der 16 Sekunden vor der Schlusssirene genau Maß nahm, zum 8:8 traf und damit eine Verlängerung erzwang.

Diese gingen beide Teams recht entspannt an. Benske hatte nun Olli Derigs ins Tor beordert, der genau wie seine Gegenüber auch die Kiste in den 20 Extra-Minuten sauber hielt. Ein paar Schüsse auf beiden Seiten, aber kein großer Alarm. Eine Strafzeit in den letzten beiden Minuten überstanden die Chiefs auch ohne Kratzer.

So kam es also zum Shootout. Die Gäste nutzten drei von vier Versuchen, bei den Chiefs wurden mehr oder weniger kläglich drei Versuche vergeben, danach war es vorbei. Den Sprung unter die letzten Vier hat man damit verpasst.

Dennoch war Benske, der den verhinderten Marcel Mörsch heute vertrat, zufrieden mit der Leistung: „Wir machen 50 Minuten ein gutes Spiel mit einem kleinen Kader. Die Strafe ändert alles. Trotzdem kämpfen wir uns zurück. Die Penaltys waren nicht so gut geschossen. Schade das es nicht gereicht hat.“

Für die Chiefs gilt es nun, die Akkus möglichst schnell wieder aufzuladen. Denn in Essen (Freitag, 20 Uhr) und zu Hause gegen Duisburg (Sonntag, 16 Uhr) geht es am kommenden Wochenende knackig weiter um Liga-Punkte. Und hier sollten die Chiefs möglichst bald auch mal wieder etwas Zählbares einfahren.