Uedesheim Chiefs verpassen die Play-offs

Uedesheim Chiefs verpassen die Play-offsUedesheim Chiefs verpassen die Play-offs
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„Wir haben die Play-offs nicht heute verloren, sondern in den vielen knappen Niederlagen zuvor“, kommentierte ein sichtlich enttäuschter Manager Peter Lehmann die Situation. „Und auch heute haben wir uns im Prinzip selbst geschlagen.“ Bereits vor dem Spiel gab es schlechte Nachrichten: Kapitän Marcel Mörsch konnte mit Fieber nur zusehen. Sein Assistent Meikel Thürmann musste aufgrund der Schulterverletzung aus der Vorwoche passen und zu allem Überfluss hatten die Ärzte den Fuß von Max Rejhon kurzfristig in Gips gelegt. Dennoch begannen die Chiefs motiviert und kampfstark und wollten ihr Schicksal selber entscheiden – vielleicht ging man aber besonders im ersten Drittel auch etwas übermotiviert ans Werk. Den Kölner Führungstreffer durch Esser (9.) konnte Robert Linke zwar noch ausgleichen (14.), aber danach wurden den Chiefs viele kleine Strafzeiten zum Verhängnis. Lehmann: „Wir haben ja fast nur zu dritt oder sogar zu zweit auf dem Feld gestanden. So macht man es den Kölnern zu einfach.“ Die Gäste nahmen dankend an und kamen binnen 50 Sekunden zu drei Treffern (17./18.). Mit einem 1:4-Rückstand ging es in die erste Pause.

Etwas disziplinierter spielten die Chiefs dann im zweiten Drittel gegen den amtierenden Meister ordentlich mit. Es gab Chancen auf beiden Seiten. Clemens gelang zunächst das 2:4 (31.), aber im Gegenzug markierte Esser das 2:5 (32.). Doch Linke ließ die Fans mit seinem zweiten Treffer wieder hoffen (3:5 / 33.). Allerdings haderten die Chiefs auch immer wieder lautstark mit den Unparteiischen und so nahmen sich Tim Schmitz und Mike Höfgen mit gelben Karten phasenweise selber raus aus der Partie.

Im letzten Abschnitt mobilisierte Coach Gerry Elesen nochmal die letzten Kräfte. Doch die Kölner wollten sich nicht geschlagen geben und spielten ihrerseits auch immer wieder schnell und zielstrebig nach vorne. Als Schmitz dann durch einen zu hohen Schläger im Gesicht getroffen wurde und die Domstädter folgerichtig mit einer 5-Minuten-Strafe belegt wurden, wurde es noch mal spannend. Clemens traf auch zum zweiten Mal und stellte auf 4:5 (56.), es blieben noch vier Minuten um das Unentschieden und den nötigen Punkt zu retten, inklusive drei Minuten in Überzahl. Leider hatte kurz darauf Andri Salomonson einen Aussetzer und sah die rote Karte – inklusive seinerseits einer 5-Minuten-Strafe. „Darüber brauchen wir nicht zu reden, das war berechtigt“, so Lehmann. Die letzten Minuten spielten die Gäste dann ungefährdet von der Uhr und trafen kurz vor Schluss durch Stupp zum Endstand von 4:6 (60.) ins leere Uedesheimer Tor. Durch diese Niederlage rutschen die Düsseldorf Rams mit einem Punkt mehr als Uedesheim auf den dritten Rang, Assenheim ist punktgleich mit den Chiefs Vierter, und zwar aufgrund der beiden Ein-Tor-Siege gegen die Chiefs. Das bessere Torverhältnis der Chiefs ist in diesem Fall leider nichts wert.

„Der Stachel sitzt tief, alle sind enttäuscht“, so Lehmann. „Aber wir dürfen die Schuld nicht bei Anderen suchen. Wir hatten dieses Jahr einen sehr guten Kader mit viel Potential und haben die Play-offs verpasst. Das müssen wir erstmal sacken lassen.“ Immerhin: „Wir sind froh, nächstes Jahr auch in der Bundesliga zu spielen. Das war das absolute Minimalziel. Wir werden uns jetzt sammeln, überlegen was wir noch verbessern können, und dann greifen wir 2012 wieder an.“ Mit welchem Coach die Chiefs in die neue Saison gehen, steht derweil noch nicht fest. Sicher ist nur, dass Gerry Elesen wie bereits lange zuvor angekündigt mit Ablauf der Saison sein Amt bei den Chiefs auf privaten Wunsch hin niederlegt. Die Niederländer, dem die Chiefs für drei Jahre großen Einsatz an der Bande und auch auf der Autobahn nur in höchstem Maße danken können, wird sich nun erstmal etwas mehr seiner Familie widmen. „Keine Frage, Gerry hat uns besonders im ersten Jahr vor dem Abstieg gerettet und dann letztes Jahr in die Play-offs  geführt. Dieses Jahr sind wir alle gemeinsam enttäuscht. Wir respektieren seinen lange bekannten Wunsch und suchen mit Hochdruck einen neuen Mann. Aber ich kann dazu noch keine Details verraten“, so Lehmann. „Wir machen wie immer unsere Arbeit auch in der Vorbereitung auf die neue Saison. Das betrifft sowohl Spieler als auch Trainer. Aber jetzt brauchen wir glaube ich alle erstmal eine Woche, um das Erlebte zu verarbeiten.“