Uedesheim Chiefs „ruhend“ gemeldetEine Ära geht zu Ende

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Auch im Nachwuchsbereich konnte man die hohen Erwartungen, die man vor zehn bis 15 Jahren noch hatte, nicht mehr erfüllen. Es fehlte gleichermaßen an Spielern wie auch an Trainern. Am Ende war Nico Albrecht ein Einzelkämpfer auf allen Ebenen und führte nahezu jedes Amt in der Abteilung in Eigenregie aus. „Wir müssen schon seit Jahren feststellen, dass wir im Ehrenamt ein Problem haben. Wirklich engagieren will sich kaum noch jemand“, stellt auch SV-Vorsitzender Klaus Hass abteilungsübergreifend fest.

Letzten Endes konnte auch den Kindern, die die eigentlichen Verlierer der ganzen Sache sind, keine sportliche Zukunft in Bezug auf Ligaspielbetrieb in ihrer jeweiligen Altersklasse geboten werden. Und das Jugendliche irgendwann mal den Sprung zu den Herren schaffen, das gab es bei den Chiefs in all den Jahren sowieso nur im Einzelfall. Denn für das „Hobby“ Skaterhockey muss man als Aktiver viel Freizeit opfern. Und wenn nicht alle an einem Strang ziehen und man mit fünf Feldspielern in Berlin 60 Gegentore in ebenso vielen Spielminuten bekommt, dürfte klar sein, dass das Hobby in dem Moment so gar keinen Spaß mehr macht.

Überhaupt ist wenig geblieben vom „alten Glanz“, von den Rebellen die einst Deutscher Meister werden wollten und es leider nicht geschafft haben. Von den „Local Heros“. Von den Nationalspielern. Immerhin reichte es zu zwei Pokalsiegen. „Da blutet mir heute noch das Herz“, so Klaus Haas. „Waren das tolle Spiele, eine tolle Stimmung, tolle Erfolge und auch tolle Typen.“

Von den Typen ist allerdings keiner mehr geblieben. Es fehlte seit Jahren an Identifikationsfiguren für den Nachwuchs, und was die Herren angeht, sicher auch für die Fans und die Attraktivität für externe Neuzugänge.

Denn die kamen unter der Regie von Peter Lehmann und Klaus Böhland immer gerne nach Neuss. Aber sie waren oft auch schnell wieder weg. Ohne Nachhaltigkeit. Ohne eingehaltene Zusagen. Dafür mit dem ein oder anderen Euro mehr in Tasche. Aber der Verein, der sich aus 4.200 Einwohnern nicht generisch selbst mit Nachwuchs versorgen kann, stand leer da. Und am Ende auch ratlos, kraftlos und auf allen Ebenen mental ausgebrannt.

Sicher ist, dass der Sport Skaterhockey in Uedesheim nicht ein für alle Male tot ist. Immerhin hat man ja noch den „ChiefsGarden“ als Spielstätte in der Hinterhand. Aber vorerst konnte sich niemand mehr für die Leitung der Abteilung begeistern, niemand mehr weitere Kraft für einen neuen Anlauf finden. Deswegen sind die Chiefs bei der ISHD nun erstmal „ruhend“ gemeldet und betreiben keine weiteren Aktivitäten.

Damit die Spielstätte nicht zum Denkmal wird, wird ab sofort Inlinehockey im „ChiefsGarden“ gespielt. Dazu hat sich eine Gruppe Jungs, die vormals bei den DEG Rhein Rollers gespielt haben, dem Verein angeschlossen.