TVA will zum dritten Mal in Folge in die Play-offs

Ein hartes Stück ArbeitEin hartes Stück Arbeit
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Für den TV Augsburg startet die Punktrunde in der 1. Skaterhockey-Bundesliga Süd am 21. März, mit den Mambas Menden hat man gleich eine der vier neuen Mannschaften der Südstaffel in der TVA-Arena zu Gast. In Augsburg schätzt man die Aufsteiger aus Freiburg und Spaichingen, vor allem aber die beiden in den Süden „verbannten“ Teams aus Menden und Iserlohn besser ein als die 2008 abgestiegenen Mannschaften, so dass man mit einer Liga rechnet, die stärker und ausgeglichener besetzt ist als im Vorjahr.

Die Fuggerstädter wollen dabei wieder in die Play-offs, sind sich aber bewusst, dass dies 2009 schwieriger denn je werden könnte. Die Spitze der Liga ist in den letzten beiden Jahren ganz eng zusammengerückt und den vier Liganeulingen ist viel eher zuzutrauen, dass sie einem vermeintlich Großen ein Bein stellen können, als dass bei Langenfeld, Kollnau, Bräunlingen oder Heilbronn im Vorjahr der Fall war.

Deshalb begann man im schwäbischen Teil Bayerns so früh wie nie mit der Saisonvorbereitung und rückte den konditionellen Sektor eindeutig in den Vordergrund. Zum einen, weil sich beim TVA hierbei im Vorjahr durchaus Defizite offenbarten, zum anderen aber auch , weil es 2009 aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga mehr denn je darauf ankommen wird, in jedem Spiel voll da zu sein.

In jedem Spiel voll auf der Höhe zu sein, war im Jahr 2008 nicht gerade die große Stärke der Augsburger. Zwar spielte man nur selten richtig schlecht, schaffte es aber andererseits in kaum einer Partie, über die gesamten 60 Minuten seinen Rhythmus zu halten. Gegen schwächere Teams kam man meist noch mit einem blauen Auge davon, gegen die Topteams der Liga rächten sich die kollektiven Aussetzer der jungen TVA-Truppe aber bitter: So lag man zuhause gegen Schwabmünchen bereits nach 14 Minuten aussichtlos mit 1:6 in Rückstand und verlor 6:7, in Uedesheim und Düsseldorf verspielte man in der Schlussviertelstunde jeweils eine Drei-Tore-Führung und ging mit einem Unentschieden bzw. einer Niederlage vom Platz.

Genau das waren auch die Zähler, die den Augsburgern fehlten, um mit einer besseren Ausgangsposition als Platz drei in die Play-offs zu gehen. Hier scheiterte man im Viertelfinale nach großem Kampf und drei an Dramatik kaum zu überbietenden Spielen am späteren Meister Duisburg. Bundestrainer Manfred Schmitz war sichtlich angetan von der Leistung der Bayern, sprach schon nach Spiel zwei von einem vorweggenommen Finale und lag sicher nicht ganz falsch mit dieser These, denn weder Essen noch Lüdenscheid konnten Schmitz‘ Ducks in den nächsten Runden auch nur annähernd so in die Bredouille bringen wie die wieselflinken Augsburger, die im Vergleich zu der einen oder anderen Darbietung in der ersten Saisonhälfte wie ausgewechselt schienen.

Der TVA gewann im Saisonverlauf merklich an Reife und konnte sich im letzten Saisondrittel auf hohem Niveau stabilisieren. Mit Duisburg spielte man drei Partien nahezu auf Augenhöhe, zuvor wurde Ex-Meister Köln vor eigenem Publikum klar distanziert und ihre Pflichtaufgaben erledigten die Augsburger anders als zuvor mit großer Souveränität und traten auf wie eine Spitzenmannschaft.

Eine solche will der TVA auch 2009 wieder sein, dabei baut man auf eine entsprechende Weiterentwicklung der Mannschaft, deren Talent und Spielstärke außer Frage stehen und ist guter Dinge, dass man aus den Fehlern der vergangenen Saison gelernt hat. Die starken Eigengewächse um Stefan Gläsel, Kevin Hnida oder Goalie Andreas Fuchs besitzen jede Menge Zukunftspotential und sollen gemeinsam mit den bewährten Kräften wie Bernd Löhnert oder Florian Nies einen weiteren Schritt nach vorne machen.

Da sich das Teambuilding 2008 als äußerst diffizil und langwierig erwies und von den Neuzugängen lediglich Mika Pierron die Erwartungen erfüllen konnte, trennte man sich vom einen oder anderen Spieler, ließ auf dem in Süddeutschland sowieso nicht besonders gut bestückten Transfermarkt ruhig angehen und setzt auf die bewährten Kräfte und das starke Kollektiv, das im letzten Saisondrittel zusammengewachsen ist.

In diesem soll zukünftig auch wieder Andreas Klundt, der vergangenes Jahr mit argen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, eine tragende Rolle spielen. Der ehemalige Eishockeyprofi, der seine Schlittschuhe inzwischen an den Nagel gehangen hat, ist ein Teamplayer durch und durch und soll als Leitfigur die Führung der zahlreichen Jungspunde übernehmen, ein Bereich, in dem es im Vorjahr phasenweise ein nicht von der Hand zu weisendes Vakuum gab.

Der TVA startet mit drei Heimspielen eben gegen Menden, Iserlohn und Freiburg und sollte sich hierbei ein entsprechendes Punktepolster anlegen, denn danach stehen sechs Auswärtspartien in Serie an, unter anderem gastiert man bei den Topteams in Köln, Uedesheim, Schwabmünchen und Düsseldorf. Sicherlich eine nicht ganz ungefährliche Konstellation, denn Blackouts wie im Vorjahr darf man sich hierbei nicht erlauben. Gelingt es aber, auch in fremden Hallen den einen oder anderen Zähler zu ergattern, könnten die Augsburger das Feld von hinten aufrollen, da man in der Rückrunde gegen alle Play-off-Favoriten zuhause antritt und insgesamt nur noch zweimal auswärts ran muss. In heimischer Halle ist der TVA inzwischen wieder eine Macht, in den vergangenen beiden Jahren gingen vor eigenem Publikum, das inzwischen durchaus als begeisterungsfähig einzustufen ist, nur zwei Spiele (nach regulärer Spielzeit) verloren.

In der Summe wird bei den Fuggerstädtern vieles davon abhängen, ob man Rhythmus und Tempo hoch halten kann und nicht wieder in alte Fehlermuster verfällt. Vergangenes Jahr gelang es in der Punktrunde nur selten, den Schalter umzulegen und nach mal mehr, mal weniger souveränem Schaulaufen gegen die schwächeren Mannschaften den Topteams auf den Punkt mit der nötigen Härte und Konsequenz entgegen zu treten. Unterliegen die Schützlinge von U19-Bundestrainer Keller nicht wieder derartigen Leistungs- und Gemütsschwankungen, könnte die größere Ausgeglichenheit der Liga den Augsburgern vielleicht sogar entgegen kommen, da man über eine große Tiefe im Kader verfügt und Verletzungen oder andere Ausfälle besser kompensieren kann als manch einer der Konkurrenten, was die Schlussphase der vergangenen Saison eindrucksvoll bewiesen hat.

Als Ziel hat sich der TVA die dritte Play-off-Teilnahme in Folge auf die Fahne geschrieben, nach Möglichkeit soll hierbei nicht wieder wie in den vergangenen beiden Jahren nach dem Viertelfinale Schluss sein. Dass der Grundstein in Form einer ordentlichen Platzierung hierfür bereits in der Punktrunde gelegt werden muss und es bei diesem Unternehmen nichts zu verschenken gibt, haben Nationalstürmer Lukas Fettinger und seine Teamkollegen hoffentlich wie vieles andere auch aus den Erfahrungen der Saison 2008 gelernt.