TVA legt in der Halbfinal-Serie vorTV Augsburg

Maximillian Nies bejubelt den Sieg gegen Iserlohn. (Foto: sport-in-augsburg.de)Maximillian Nies bejubelt den Sieg gegen Iserlohn. (Foto: sport-in-augsburg.de)
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„Zwei ganze starke Mannschaften“, „Teams auf Augenhöhe“, „die Tagesform wird entscheiden“, solche und ähnliche Floskeln waren vor dem Spiel von allen Seiten zu hören und letztendlich war es auch nur ein kleiner Unterschied, der den TVA zum Sieger machte. Durch den Sieg der Fuggerstädter endete auch die Iserlohner Serie, die zuvor 14 Spiele in Folge ungeschlagen blieben.

Die Gäste aus Iserlohn begannen sehr stark und setzten den Meister unter Druck, ohne jedoch zu Torchancen zu kommen. Ein Nachschuss von Pascal Neumann fand dann allerdings in der dritten Minute den Weg durch die Schienen von Patrick Schenk zum 0:1. Doch die Augsburger ließen sich nicht schocken und konterten fünf Minuten später. In der fair geführten und sehr schnellen Partie tankte sich Christian Sohlmann bis zum Tor durch, den Abpraller versenkte Maximilian Nies zum Ausgleichstreffer. Insgesamt agierte der TVA danach für den Geschmack der Fans etwas zu verhalten und fing sich vom Bully weg das 1:2 durch Pascal Poerschke. Da der TVA im ersten Drittel nicht wirklich das Zepter übernahm, war der Rückstand zur Pause gerecht.

Im zweiten Drittel wachten sowohl die Fans als auch die Spieler auf. In Unterzahl vollendete Kapitän Stefan Gläsel per Schlagschuss zum 2:2. In Folge des Ausgleiches hatten die Gastgeber eine starke Drangphase und dominierten die Partie kurzzeitig, doch ein kurioser Schuss von der Mittelinie von Sascha Jacobs, abgefälscht von mehreren Schlägern, fand dann den Weg ins Augsburger Gehäuse zur erneuten Iserlohner Führung (30.). Die restlichen zehn Minuten passierte nichts Zählbares mehr, denn der TVA fand keinen Weg durch die stabile Abwehr der Sauerländer. Zur Pause stand den Augsburgern die Zuversicht auf den Ausgleich in den Gesichtern, auf der anderen Seite witterten die Samurai die ganze große Chance, heute zu gewinnen.

Der letzte Abschnitt bot dann Skaterhockey auf absolutem Topniveau und brachte wohl die Trainer von Külmer und Simon fast zum Herzinfarkt. Die Intensität wurde nun von beiden Mannschaften drastisch erhöht. Die Augsburger liefen viel und kämpften, kamen aber nicht zum Torerfolg. Im Gegenteil: Iserlohn nutze einen leichten Ballverlust im Augsburger Aufbau in Minute sogar zum 2:4 und bogen kurzzeitig auf die Siegerstraße ein. Kurze Zeit später zeigte sich jedoch der noch verbliebene große Siegeswille der Augsburger, als Maximilian Nies einen hohen Pass von Florian Nies annahm und in der Drehung aus der Luft mit der Rückhand ins lange Eck einnetzte. Die knapp 500 Zuschauer waren nun aufgewacht und peitschten ihre Farben an.  Man merkte diesen Rückenwind, denn der TVA blieb nun am Ball und drückte auf den baldigen Ausgleich. Iserlohn zog sich beeindruckt zurück und verlegte sich mehr aufs Verteidigen. Fünf Minuten vor dem Ende war es dann soweit, denn in Überzahl nahm Lukas Fettinger einen Pass von Maximillian Nies auf und hämmerte den Ball in die Maschen. Die TVA-Arena verwandelte sich nun in einen Hexenkessel mit atemberaubender Stimmung.

Drei Minuten vor Schluss erhielt dann der Iserlohner Doppeltorschütze Pascal Poerschke eine Fünfminutenstrafe wegen Bandencheck, die der TVA auch sofort ausnütze und zum ersten Mal in Führung ging (58.). Dieses Mal war es umgekehrt und Lukas Fettinger passte auf Maximilian Nies, der den Ball an seinem persönlichen Sahnetag im linken oberen Winkel zum viel umjubelten 5:4 verschwinden ließ. Aber anstatt das Spiel nun in weiterer Überzahl nach Hause zu bringen, erhielt nun Maximilian Nies eine große Strafzeit (59.) und das Spiel wurde bei 3:3 beendet. Das Zittern begann nun, denn Iserlohn schien wieder die Chance auf den Ausgleich zu haben, doch Lukas Fettinger beendete schnell die Ambitionen, als er den einzigen Fehler des Iserlohner Schlussmanns May zum 6:4 bestrafte (59.). Es passierte in der Folge nichts mehr und die tollen TVA-Fans bejubelten den ersten Sieg des TVA im Halbfinale.

Unterm Strich war der Sieg über die gesamten 60 Minuten gesehen verdient, wenn auch glücklich. Einen Pfostenschuss weniger oder eine Strafzeit mehr oder weniger und das Spiel hätte höher und auch als Niederlage für den TVA ausgehen können. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es gegen lauf- und kampfstarke Samurai nur mit 100% Willen geht. Weiter muss der TVA vor allem auswärts die eigenen individuellen Fehler abstellen und sich mehr auf das eigene Spiel konzentrieren.

„Es war das erwartet schwere Heimspiel, wo nur Kleinigkeiten am Ende spielentscheidend waren. Aber wir haben gewonnen und nun wollen wir die Serie in Iserlohn beenden“, sagte Christian Sohlmann nach dem Spiel. Das zweite Spiel steigt am kommenden Samstag um 19 Uhr in der neuen Iserlohner Halle.