Tränenreicher AbschiedDuisburg Ducks

Tränenreicher AbschiedTränenreicher Abschied
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Es hätte ein schönerer Abschied für den ersten Ehrenspielführer der deutschen Skaterhockey-Nationalmannschaft sein sollen. So viel hatten sich die Duisburg Ducks für das zweite Play-off-Halbfinalspiel gegen den HC Köln-West vorgenommen, so unglaublich wenig hat davon geklappt. Mit 4:12 (0:5, 3:5, 1:2) verloren die Duisburger und schieden damit aus, nachdem Spiel eins mit 6:9 verloren gegangen war.

Die Duisburger Mannschaft verschwand in ihrer Kabine. Länger als üblich. Als die Tür wieder aufging, kam Patty Schmitz wieder heraus. Er fuhr zurück in die bereits leere Halle Süd, die zuvor bis auf den letzten Platz gefüllt war. Dorthin, wo er an jedem einzelnen der Duisburger Erfolge – acht Meisterschaften, sechs Pokalsiege und drei Triumphe im Europapokal – beteiligt war. Nur wenige Schritte hinter ihm folgte Torhüter Mario Säs. Wie Schmitz ein Dauerbrenner bei den Enten. Beide hören nun auf. Das gleiche gilt für Stürmer Dominik Müller, der seit 2006 dabei war. Außerdem für Torhüter Lars Tannhof und Gordon Kindler, der aufgrund seiner Verletzung schon zuvor kürzer getreten war. Da geht also eine ganze Garde, die jahrelang das Gesicht der Duisburg Ducks geprägt hat.

„Ja, das war sehr emotional“, sagte Trainer Sven Fydrich. „Wir sind schon weit in der Kaderplanung, können aber noch nichts sagen.“ Auch am Coach ging dieser Samstagabend nicht spurlos vorbei. Ein Abend allerdings auch, an dem sportlich nichts lief.

Als es nach nicht einmal 22 Minuten 0:7 stand, hatte sich längst lähmendes Entsetzen auf den Rängen breitgemacht. Bis zu diesem Zeitpunkt machten die Duisburger so ziemlich alles falsch. Keine Laufbereitschaft, Zweikämpfe wurden nicht gesucht, in guter Position folgte kein Torabschluss, die Körpersprache verriet nichts vom unbedingten Willen. Immerhin ließen sich die Ducks nach dem 0:7 nicht hängen, brachten das Spiel mit Anstand zu Ende. „Die Moral war immer da“, sagte Fydrich. Selten dürfte in jüngerer Vergangenheit ein Play-off-Halbfinale einseitiger gewesen, selten ein Team verdienter weitergekommen sein als die Kölner. Das Positive daran ist nicht in den 60 Minuten von Samstag zu finden. „Jeder hatte uns schon als Absteiger gesehen. Dann schaffen wir den Klassenerhalt, dann erreichen wir als Achter noch die Play-offs und dann werfen wir sogar Essen raus, die als Erster ins Viertelfinale gegangen sind“, stellte Fydrich den bemerkenswerten Schlussspurt heraus.

Am 20. Dezember folgt nun das Abschiedsspiel für Patrick Schmitz. Zuvor steht Köln im Finale und trifft auf den TV Augsburg, der die Samurai Iserlohn im zweiten Spiel mit 10:5 besiegt hat.

Tore: 0:1 (2:44) Fonken (Robin Weisheit), 0:2 (5:41) Esser (Fonken), 0:3 (11:16) Esser (Robin Weisheit/4-3), 0:4 (12:56) Merkel (Esser), 0:5 (20:00) Kemmerling (Marke/4-2), 0:6 (20:35) Robin Weisheit (Marke/4-3), 0:7 (21:33) Treutle, 1:7 (22:47) Schneider (4-3), 2:7 (26:28) Schneider (Petry/4-3), 2:8 (27:24) Esser, 2:9 (31:35) Kemmerling, 3:9 (34:12) Neuhausen (Fiedler), 3:10 (36:31) Kemmerling (Robin Weisheit/4-3), 4:10 (43:38) Petry (Müller), 4:11 (47:08) Krause (Besner), 4:12 (58:58) Esser (Robin Weisheit). Strafen: 14 + 10 (Schneider) + 10 (Neuhausen), Köln 10.