Spätes Glück für die Devils

Devils starten ins UnbekannteDevils starten ins Unbekannte
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Die Vorbereitung für die Regionalliga lief bereits auf Hochtouren, da schlug folgende Meldung ein wie eine Bombe: Weil sich für die kommende Saison zu wenige Mannschaften für die 2. Skaterhockey-Bundesliga meldeten, darf die erste Herrenmannschaft der SG Langenfeld Devils trotz des sportlichen Abstiegs im vergangenen Jahr auch 2010 in der 2. Bundesliga antreten.

Zum Ende der letzten Saison standen die Devils noch vor einem riesigen Scherbenhaufen. Die Mannschaft blieb weit hinter den Erwartungen und auch den Möglichkeiten zurück, und stand nach Abschluss der Spielzeit auf einem Abstiegsplatz. Der langjährige Erfolgstrainer Thomas Schütt, der die einstige Hobbytruppe in die Bundesliga führte, zog für sich die Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück. Außerdem standen vier absolute Leistungsträger nicht weiter zur Verfügung – Matzkies und Braun verließen den Verein, Melkko und Cannoni hat es beruflich nach Bayern verschlagen. Eine regelmäßige Teilnahme am Training bzw. Spielen ist ihnen derzeit somit nicht möglich. Auch Christian Ruthus verließ den Verein.

Für den Neuanfang in der Regionalliga suchte Abteilungsleiter Lars Kehren einen ambitionierten und erfahrenen Trainer, konnte aber keinen passenden Kandidaten an die Devils binden. So entschied sich Kehren, der bereits große Erfolge als Trainer im Damenbereich feierte, die Aufgabe selber zu übernehmen. Kehren verstand es von Beginn an, das verbliebene Team zu motivieren und leistet bis jetzt hervorragende Arbeit in der Saisonvorbereitung. Alte Strukturen sollten unter ihm keinen Bestand haben. Durch die Einbeziehung vieler Spieler aus der der zweiten Mannschaft in das Training erzeugte er einen Konkurrenzkampf, in dem sich auch verdiente Spieler neu beweisen mussten und müssen. So haben es Thomas und Christopher Beilstein geschafft, sich zurück in die erste Mannschaft zu arbeiten. Desweiteren gibt es drei sehr gute Neuzugänge im Kader der Devils zu verzeichnen: Mit Nicolas Rütten und Tim Dorneth (beide von Bonn Thunder) wird die Offensive der Teufel enorm verstärkt, im Tor konnte Langenfeld mit Marcel Arend (zuvor Inline- und Eishockey) einen sehr talentierten Goalie für sich gewinnen.

Seit Ende Oktober arbeiteten die Devils konzentriert auf den sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga hin. Zunächst stand der Ausbau der physischen Leistungsfähigkeit, durch Lauf- und Krafteinheiten im Mittelpunkt des Trainings. Seit Dezember gibt es hierfür sogar eine zusätzliche Spinning-Trainingseinheit an jedem Wochenende. Als die Langenfelder schließlich wieder mit dem Hockeytraining begannen, bahnte sich die Sensation an. Langsam wurde klar, dass die Devils doch in der 2. Bundesliga verbleiben können. Dies geschah aus drei Gründen: Einige Vereine zogen sich vom Spielbetrieb zurück. Zudem gab es Regelunstimmigkeiten, die dazu führten, dass kein Verein aus der 1. Liga abstieg. Der dritte Grund war, dass sich nicht genügend aufstiegsberechtigte Regionalligisten dazu durchringen konnten, das Abenteuer 2. Bundesliga zu wagen. Somit wurde Langenfeld ein Platz in der 2. Bundesliga Süd angeboten, den die Devils dankend annahmen. Dies gab einen zusätzlichen Motivationsschub für das Training.

Die bisher mehr als zufrieden stellende Saisonvorbereitung trug schon erste Früchte. In zwei Vorbereitungsspielen präsentierten sich die Devils in bestechender Form. Zunächst schlugen die Teufel Ende Januar den Erstligisten Crash Eagles Kaarst mit 11:7. Anfang Februar rangen die Langenfelder den haushoch favorisierten Highlanders Lüdenscheid (2008 Platz 1., 2009 Platz 2 der Hauptrunde in der 1. Bundesliga Nord) ein mehr als respektables 6:6 Unentschieden ab. Kehrens Aufgabe wird es nun sein, diese Form konstant über die Saison zu halten.

Die Devils starten am 28. März in Kerpen in die Saison. In der Südgruppe, die aufgrund der ausgeprägten Vielfältigkeit der Plätze als traditionell sehr heimstark gilt, treffen die Devils vor allem auf viele „alte Bekannte“, wie Deggendorf, Merdingen (ehem. Kollnau), Heilbronn, Velbert, Kerpen und Bernhardswald. Aus der Regionalliga kommen Bad Friedrichshall sowie die Rhein Main Patriots. Letztere sind mehr als nur ein Geheimfavorit. Das Team aus der Nähe von Frankfurt war bis vor zwei Jahren noch im artverwandten Inlinehockey zuhause und feierte dort einige Meisterschaften, bevor die Patriots zum Skaterhockey wechselten, wo sie in der Regionalliga anfangen mussten. Diese gewannen sie im letzten Jahr äußerst souverän und brachten im Pokalwettbewerb die beiden Erstligisten aus Kaarst und Duisburg zur Strecke.