Skaterhockey-EM in Kaarst steht vor der TürDeutschland geht als Titelverteidiger ins Rennen

(Foto: ISHD)(Foto: ISHD)
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Eine Woche nach dem kulturellen Höhepunkt, dem Stadtfest „Kaarst Total“ darf der heimische Verein Crash Eagles Kaarst nunmehr zum zweiten Mal den sportlichen Saisonhöhepunkt der Nationalmannschaften ausrichten. „Dank der Unterstützung des nationalen Verbands ISHD hatte sich Kaarst frühzeitig um die Ausrichtung bei der internationalen Inline Skaterhockey Federation  (IISHF) beworben und auch schnell den Zuschlag erhalten“, erinnert sich der Vorsitzende der Eagles,  Georg Otten, gerne.  „Die neue Stadtparkhalle eignet sich hervorragend als Hockeyspielstätte, dank des schnellen Bodens, der Helligkeit des Spielfelds und der großen Zuschauertribüne“, zählt er schnell die Vorteile des Austragungsorts auf.  Nicht nur die äußeren Umstände waren entscheidend, auch das bereits in 2012 stattgefundene deutsche Pokalfinale aller Altersklassen kurz nach der Einweihung der neuen Halle sowie die U16-Europameisterschaft im vergangenen Jahr und die damit verbundene  gute Organisation wurden zur großen Zufriedenheit der Verbände ausgerichtet. Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung ist der scheidende Erste Beigeordnete der Stadt Kaarst Herr Heinz Dieter Vogt, der gerne ein paar Grußworte an die Anwesenden sprechen und das erste Bully einwerfen will.

Über den Stolz eine solche Veranstaltung wieder einmal nach Kaarst geholt zu haben, trübt etwas der sportliche Blick aus Kaarster Sicht. So hat sich kein aktiver Spieler in den Nationalkader qualifizieren können. So müssen die Eagles damit zufrieden sein, dass der Manager der deutschen Nationalmannschaft Stefan Brütt und der teilnehmende Schiedsrichter Marcus Drücker Kaarster Urgesteine sind. Die Kaarster und die Veranstalter hoffen während der drei Tage auf eine volle Halle, internationale Atmosphäre und auf spannende Spiele. Die deutsche Nationalmannschaft ist der aktuelle Titelverteidiger, da wäre es natürlich das Tüpfelchen auf dem I, wenn vor heimischem Publikum dieser Erfolg wiederholt werden könnte.  Ewiger Widersacher auf dem Weg zum Titel sind traditionell die Schweizer. Als Überraschungsmannschaft tippt so mancher Kenner auf das  niederländische Team an. Aus dem deutschen Quartier gibt es dazu folgende Aussagen:

Das Trainergespann Manfred Schmitz und Stefan Gehrig blickt entspannt auf die kommende IISHF-Europameisterschaft 2014 am 12. bis 14. September in Kaarst. Das Team um Kapitän Paul Fiedler (Duisburg Ducks) wurde punktuell qualitativ verstärkt und auch die Vorbereitung auf die Europameisterschaft verlief gut. Ein Länderspielwochenende in Givisiez (Schweiz) und ein größerer Sichtungslehrgang in Duisburg sowie zahllose Sichtungen bei Bundesligaspielen ermöglichten den Trainern einen guten Einblick in die Leistungsfähigkeit der potenziellen Nationalspieler. "Wir sind sicher, dass wir die richtigen Spieler ausgewählt haben. Jeder, der es in den Kader geschafft hat, hat es verdient. Letztlich haben oftmals Kleinigkeiten und Dinge wie die allgemeine Fitness entschieden - die Konkurrenz war groß", so Bundestrainer Manfred Schmitz. Einen kleinen Haken hatte die Vorbereitung allerdings: "Leider hatten wir nicht die Möglichkeit einmal in der Europameisterschaftshalle in Kaarst zu trainieren" erklärt Teammanager Stefan Brütt.

Für die Nationalmannschaft ist diese EM dann doch auch etwas Besonderes. Erstmals seit 2005 (ebenfalls Kaarst) findest wieder eine Herren-Europameisterschaft in Deutschland statt. „Wir hoffen natürlich auf eine volle Halle - insbesondere, aber nicht nur, bei unseren Spielen“, sind sich die Trainer einig. Als Titelverteidiger geht Deutschland natürlich als Favorit ins Rennen um den Titel, der Bundestrainer bleibt aber Realist: „Unser Ziel ist es das Finale zu erreichen und dort ein großes Spiel abzuliefern. Ob es am Ende reicht, hängt von vielen Faktoren ab, oftmals auch vom Quäntchen Glück und der Tagesform“. Dass der Titelgewinn im eigenen Land durchaus der Wunsch ist, gibt Schmitz natürlich auch zu: „Natürlich wünschen wir uns, dass wir gewinnen - aber das wünschen sich sicher auch andere.“

Vor dem Team stehen also drei anstrengende Tage, an denen mehr zählt als pure individuelle Klasse: „Teamgeist, Zusammenhalt und auch unsere individuellen Fähigkeiten werden die entscheidenden Faktoren sein – das muss funktioniere wie im letzten Jahr“, so Schmitz zum Abschluss.

Das Team reist am 11. September in Kaarst an, wird dann noch eine lockere Trainingseinheit absolvieren, um sich an die Spielstätte gewöhnen zu können, bevor es dann am Freitag, 12. September, um 11.30 Uhr gegen Großbritannien ins Turnier geht. Das Highlight des ersten Tages findet um 19.40 Uhr statt: Deutschland gegen die Schweiz ist das Duell der Dauerrivalen. Ebenfalls immer hart umkämpft sind die Spiele gegen Dänemark (Samstag 18.30 Uhr).

Das Team des aktuellen Europameisters setzt sich aus Spielern aus acht Bundesligisten zusammen. Zehn Spieler waren bereits 2013 im Kader, fünf waren in den Vorjahren auf Europameisterschaften im Einsatz. Mit Thomas Bauer (IHC Atting), Benedikt Hüsken (SHC Rockets Essen), André Bruch (Highlander Lüdenscheid) und Stefan Gläsel (TV Augsburg) debütieren vier Spieler bei einer Europameisterschaft, wobei Benedikt Hüsken und Stefan Gläsel bereits mit Deutschlands U19 Europameister wurden.

Kader:

Torhüter: Andreas Fuchs (TV Augsburg), Jonas Mende (Samurai Iserlohn), Jonas Mohr (Highlander Lüdenscheid).

Verteidiger: Benjamin Becherer (TV Augsburg), André Bruch (Highlander Lüdenscheid), David Weisheit (HC Köln-West Rheinos), Sebastian Miller (Bissendorfer Panther), Pascal Neumann (Samurai Iserlohn), Florian Nies (TV Augsburg), Sebastian Schneider (Duisburg Ducks), Nicolai Wagner (TV Augsburg).

Stürmer: Thomas Bauer (IHC Atting), Kai Esser (HC Köln-West Rheinos), Lukas Fettinger (TV Augsburg), Paul Fiedler (Duisburg Ducks), Stefan Gläsel (TV Augsburg), Benedikt Hüsken (SHC Rockets Essen), Tim Linke (Samurai Iserlohn), Robin Weisheit (HC Köln-West Rheinos).