Sensationssieg in SchwabmünchenIHC Atting

Jubel bei den Wölfen. (Foto: Verein)Jubel bei den Wölfen. (Foto: Verein)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Jetzt sind wir in der Saison angekommen“, lautete das Fazit des überglücklichen Trainers Jürgen Amann. „So ein Spiel in Schwabmünchen gibt es nur alle 20 Jahre einmal, das war einfach geil.“

Dabei sah es nach gut 15 Minuten nach einer erneuten derben Klatsche (vor einer Woche unterlagen sie in Düsseldorf mit 2:8) für die Wölfe aus. Beinahe jeder Schuss der Gastgeber war ein Treffer. Doch schon nach dem 1:5-Zwischenstand fing sich die Mannschaft und verkürzte noch vor der Pause auf 3:5. Doch auch im zweiten Drittel ging es zunächst so weiter. Atting wurde langsam das bessere Team fing sich aber immer wieder unglückliche Tore. Nach 35:10 Minuten hieß es 4:8. „Wenn du in Schwabmünchen 1:5 und 4:8 hinten liegst, hast du eigentlich keine Chance“, sagte Amann. Für die Gastgeber war es die erste Heimniederlage seit fast eineinhalb Jahren. Die Wölfe hatten noch nie bei den Mammuts gewonnen.

Doch die Wölfe kämpften, bissen und steckten gegen die manchmal etwas rüde spielenden Mammuts, die auch mehr Strafen kassierten, nicht auf. Noch vor der Pause nutzten Wolfgang Hiendl und Fabian Hillmeier zwei Chancen und verkürzten auf 6:8. „Wir haben einfach nie aufgegeben“, sagte Matthias Rothhammer. „Wir haben immer an uns geglaubt.“

Im Schlussdrittel sollte dann die Krönung einer hervorragenden Leistung kommen. Angriff auf Angriff rollte auf das Tor von Mammuts-Keeper Patrick Zibrowius. „Man hat gesehen, dass sie nicht mehr konnten“, sagte Florian Tkocz. „Wir waren dagegen topfit“, sagte Amann. Doch vor dem Anschlusstreffer durch Marco Rothhammer mussten die Wölfe eine knifflige Unterzahl überstehen – die erste von zwei in diesem Spiel. „Das war dann der Knackpunkt, denn gleich danach fiel das 7:8“, meinte Matthias Rothhammer. Die Wölfe überstanden die Unterzahl, auch dank eines nun fantastisch haltenden Raphael Heitzer im Wölfe-Tor. Marco Rothhammer schnappte sich von der Strafbank kommend den Ball und verlud Zibrowius zum Anschlusstreffer (46.).

Nun waren die Wölfe Herr im Hause. Rückkehrer Markus Schick machte in der 53. Minute das 8:8. Die mitgereisten Attinger Fans, die im gesamten Schlussdrittel ihre Mannschaft nach vorne peitschten, waren aus dem Häuschen – erst recht, als Tim Bernhard in der 57. Minute alle Mammuts-Spieler auf einmal aussteigen ließ und die erstmalige Führung besorgte. Zuvor hatten die Wölfe ihre zweite Strafzeit überstanden. Würden die Mammuts noch einmal zurückschlagen? Nein! Die Gastgeber waren stehend k.o. Matthias Rothhammer zog bei einem Konter kurz nach dem 9:8 einfach ab und donnerte den Ball in den Winkel – die Vorentscheidung. Die Mammuts nahmen Zibrowius vom Feld, doch Tkocz besorgte mit einem Empty-Net-Goal die endgültige Entscheidung.

Bevor sich die Spieler aber in die Arme fallen konnten, gab es noch einige böse Worte. Doch keiner der Wölfe-Akteure wollte sich auf eine Keilerei mit einem Mammut einlassen. Schon nach wenigen Minuten glätteten sich aber die Wogen wieder und es gab Gratulationen der Mammuts an die Wölfe-Spieler. „So ein Spiel darfst du nicht verlieren, aber es hat sich bemerkbar gemacht, dass wir nur zweieinhalb Reihen hatten“, sagte Mammuts-Abteilungsleiter Christian Kruppe. „Gut, dass sich am Schluss beide Teams am Riemen gerissen haben. Rote Karten wären Gift für unseren kleinen Kader.“

„Nach dem wir im Vorjahr hier die Meisterschaft verloren haben, mussten wir uns nachträglich viele unschöne Kommentare anhören. Diese habe ich meinen Spielern heute noch einmal vorgelesen. Jetzt haben wir es ihnen endlich einmal gezeigt“, sagte Amann.

Ganz nebenbei hat die Mannschaft doch noch ihr Mini-Ziel von sechs Punkten aus den ersten vier Spielen erreicht. Nun ist erst einmal eine Woche spielfrei, am 4. Mai erwarten die Wölfe dann im Eisstadion am Pulverturm die Commanders Velbert zum ersten Heimspiel.