Schwacher Auftritt gegen KaarstUedesheim Chiefs

Schwacher Auftritt gegen KaarstSchwacher Auftritt gegen Kaarst
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wie schon gestern gegen Krefeld taten sich die Hausherren auch gegen Kaarst schwer mit dem aggressiven Forechecking und körperbetonten Spiel der Gäste. Man kam nie wirklich zu einem geordneten Spielaufbau und verrannte sich früh in Einzelaktionen, die Ex-Chiefs Goalie Malte Rütten mit stoischer Ruhe in Serie zunichte machte. Auf der anderen Seite nutzen Kaarst immer wieder schnelle Konter, um für Gefahr zu sorgen. Nachdem Olli Derigs noch stark gegen Dietrich parieren konnte, brachte von Berg die Gäste im Nachschuss in Front (0:1 / 5.). Hildebrandt legte in Überzahl nach (0:2 / 8.), ehe Meikel Thürmann mit seinem dritten Treffer an diesem Wochenende auf 1:2 verkürzen konnte (9.). Das Uedesheimer Spiel blieb jedoch Stückwerk. Selten klappte mal eine Kombination gegen tief stehende Eagles, und Rütten war längst warmgeschossen. Surges sorgte mit dem 1:3 für Ruhe im „Chiefs Garden“ (12.), danach kochte Rütten David Walczok ab und Stephan Kreuzmann traf nur die Latte. Eine Zeigerumdrehung später hatte „Kreuz“ genug Anlauf und Zeit zum zielen und verkürzte auf 2:3 (16.). Hinten brannte es bei nahezu jedem Kaarster Konter lichterloh, Surges schnürte humorlos einen Doppelpack und besorgte den 2:4 Pausenstand (18.). Doch das Drittel war noch nicht beendet. Jakob Matzken holte sich noch eine 2+5-minütige Strafzeit ab und die Aufholjagd zu Beginn des zweiten Drittels war erst mal eingebremst.

Zwar hatten die Chiefs auch in Unterzahl gute Chancen, aber Rütten behielt gegen Walczok und Tim Schmitz die Nerven. Als sich dann Dennis Kobe nach einer fragwürdigen Strafzeit, die man auch als Schwalbe gegen Hildebrandt hätte pfeifen können, zu Matzken auf die Strafbank gesellte, stellte Dietrich auf 2:5 (23.). Als dann wieder alle Spieler auf der Platte standen, sorgte Kreuzmann mit zwei tollen Aktionen dafür, dass die Chiefs wieder Morgenluft schnuppern durften. Zunächst spielte er Marco Hellwig super frei, der perfekt in den Winkel zum 3:5 traf (29.) und keine zwei Minuten später versenkte Kreuzmann einen krummen Abpraller von der Bande aus spitzem Winkel zum 4:5 (31.). Viele Zuschauer hätten nun eine Wende erwartet, aber Uedesheim stand sich auch in dieser Phase weiter selbst im Weg. Man wollte jetzt mit dem Kopf durch die Wand, spielte aber vorne weiter zu umständlich und hinten viel zu offen. Brünemann tauchte gleich zwei Mal ganz alleine vor Derigs auf, aber der hielt die Chiefs noch im Rennen. Dann hatte Kaarst wieder einen Mann mehr auf dem Platz und Dietrich nutzte den sich bietenden Platz zum 4:6 (36.). Nur 40 Sekunden später leisteten sich die Hausherren einen folgeschweren Ballverlust im Spielaufbau, van Berg ließ sich nicht lange bitten und wuchtete die Kugel zum 4:7 ins Tor (37.). Uedesheim rettete sich danach nicht etwa in die Pause, sondern lief weiter ins Verderben. Der nächste Konter sah Derigs erneut alleine gegen drei Gegner und Bleyer sorgte für die Vorentscheidung (4:8 / 39.). Ein Lattenknaller von Kobe in den Schlusssekunden des Mitteldrittels brachte auch nicht den gewünschten Erfolg.

Auch im Schlussabschnitt änderte sich das Bild nicht großartig. Die Chiefs liefen weiter kopflos an, Kaarst konterte klasse. Kobe traf in Überzahl zum 5:8 (49.), danach ließ Rütten nichts mehr zu. Dietrich besorgte den 5:9 Endstand (53.), danach bissen sich die Chiefs weiter die Zähne aus, auch als man bereits vier Minuten vor dem Schlusspfiff ohne Keeper spielte. Somit haben die Eagles auch das sechste der letzten acht Spiele im „Chiefs Garden“ gewonnen, sowie natürlich auch das zweite in diesem Jahr. Dass es ihnen nochmal etwas nützen wird, ist unwahrscheinlich. Uedesheims Aufwärtstrend ist dagegen zunächst mal jäh beendet. Dementsprechend angefressen war Coach Marcel Mörsch nach dem Spiel: „Ich habe groß und breit davor gewarnt, aber offensichtlich hatten einige Jungs das Spiel schon vor dem Anpfiff im Kopf gewonnen und den Gegner dadurch unterschätzt. Dazu kommen die dummen Strafzeiten, die mich maßlos ärgern.“

Lobend erwähnte Mörsch nur den Gegner: „Kaarst hat das clever gemacht und stark gespielt. Wir wussten, dass Malte ein starker Keeper ist, das hat er heute auch gezeigt. Wir werden das Spiel die Woche nochmal aufrollen und dann alles dafür tun, dass es Sonntag in Essen wieder besser läuft.“ Bei den Rockets steht am kommenden Sonntag um 18 Uhr das Pokal-Viertelfinale auf dem Programm.