Sang- und klanglos abgestiegen

Kinderknecht-Festspiele in der JahnhalleKinderknecht-Festspiele in der Jahnhalle
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Nach der 1:8 (0:3, 0:1, 1:4)-Niederlage am Sonntag in Kollnau stehen die Breisgau Beasts als erster Absteiger aus der 1. Skaterhockey-Bundesliga Süd fest. Bräunlingen und Heilbronn müssen in die Relegation, während die Hot Chilis Kollnau ausgelassen den direkten Klassenerhalt feiern konnten.

Die Vorzeichen waren klar: Freiburg benötigte wenigstens einen Punkt bei gleichzeitigen Niederlagen der Konkurrenz, um zumindest einen Play-down-Platz zu erhaschen.

Ein nervöser Beginn auf beiden Seiten zeigte sehr schnell, wie viel für beide Teams auf dem Spiel stand. In einem äußerst fair geführten Spiel, dass auch von zwei souverän leitenden Referees gepfiffen wurde, waren die Gäste gleich zwei Mal in Unterzahl, konnten diese aber sehr gut überstehen. Kollnau war die ballsicherere Mannschaft und erzeugte wesentlich mehr Druck auf das Freiburger Gehäuse, dass wieder von einem gut aufgelegten Christoph Mathis gehütet wurde. Die Beasts hatten anfangs große Probleme, auf dem frisch versiegelten Hallenboden zurechtzukommen. Gerade in der Vorwärtsbewegung waren schnelle Vorstöße Mangelware. Individuelle Fehler sorgten dann dafür, dass die Hausherren ihren Feldvorteil auch in Zählbares ummünzen durften. In der zwölften Minute ließ sich die Beasts Abwehr zu sehr in die Ecken locken wo Reinbold mit feinem Pass Fabian Glaser bediente, 1:0 für die Chilis. Nun hatten die Gastgeber Blut geleckt und drängten auf das Freiburger Tor, mit Erfolg: Wieder ließ man im Slot zu viel Platz, und diesmal war es Sylvain Graf, der vollstreckte (14.). Freiburg war bemüht, den Willen konnte man den Beasts nun wirklich nicht absprechen, doch es war eine klare Verkrampfung spürbar. Der letzte Pass oder der Zug zum Tor waren einfach nicht da, und so kam Kollnau sogar noch zum 3:0. Zwei Beasts fuhren nacheinander einen Check gegen Matthias Mühl, der davon unbeeindruckt, von der Bande Richtung Tor zog, um den dritten Nadelstich zu setzen (19.).

Im Mittelabschnitt wollten die Beasts aber noch nicht ans Aufgeben denken. Gleich in Überzahl gestartet ergaben sich einigen Möglichkeiten, doch der starke Marco Schmidt im Tor der Chilis war stets auf dem Posten. Als Glaser und Fey dann die Strafbank drückten, war die wohl entscheidende Phase des Spiels angebrochen. Bei 4:2-Powerplay wären zwei schnelle Tore durchaus möglich gewesen, doch in diesen zwei Minuten zeigte sich nochmals wie überflüssig das Verhalten von Sedlak und Wilnauer im Spiel gegen Köln gewesen war. Denn die beiden besten Scharfschützen im Freiburger Team fehlten den Beasts an allen Ecken und Enden. Und so verstrich das Powerplay ungenutzt und so wurde langsam klar, dass die Gäste wohl nichts würden ausrichten können. Auch sie überstanden in der 26. Minute eine doppelte Unterzahl, jedoch konnte Mühl erneut kurz vor Drittelende auf 4:0 erhöhen. Spätestens jetzt war wohl die Entscheidung gefallen.

Auflösungserscheinungen machten sich dann zu Beginn des Schlussdrittels bemerkbar, Kinderknecht und Graf erhöhten schnell auf 6:0, was Mathis dazu veranlasste, seinen Kasten entnervt zu räumen. Andreas Baur kam herein und machte seine Sache ebenso gut wie sein Vorgänger. An den Goalies lag es nun wirklich nicht, dass die Beasts nun so untergingen.

Positiv festzuhalten bleibt, dass die Freiburger nicht als schlechte Verlierer agierten, sondern entgegen ihrem schlechten Ruf sauber und fair zu Ende spielten und durch Brückmann sogar noch zum 1:6 kamen. Wer nun dachte, dass dies vielleicht noch einmal eine Aufholjagd einläuten sollte, wie in der Vergangenheit schon oft geschehen, wurde enttäuscht. Quasi im Gegenzug stellte Kevin Robert den alten Abstand wieder her und mit seinem dritten Treffer an diesem Nachmittag sorgte Mühl dann für den 8:1-Endstand.

Den Beasts kann man nicht vorwerfen in diesem Spiel nicht alles gegeben zu haben oder überhaupt verloren zu haben, denn wenn man die gesamte Saison betrachtet, hätte man schon vor dem letzten Spieltag als sicherer Sechster den Klassenerhalt geschafft haben müssen. Die beiden Niederlagen gegen Bräunlingen, die mehr als unnötige Heimniederlage gegen Schwabmünchen oder auch der verschenkte Punkt gegen Uedesheim haben nichts mit schlechten Schiedsrichterleistungen oder sonstigen Umständen zu tun, sondern waren Ergebnis einer Saisonleistung, die gezeigt hat, was möglich gewesen wäre, jedoch den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit zur Folge hatte. Fakt ist, dass man mit einer wöchentlichen Trainingseinheit keine Fortschritte im Zusammenspiel erzielen kann, während die Konkurrenz bis zu drei Mal die Woche trainieren kann. Hier muss alsbald eine Lösung gefunden werden, denn sonst wird es mit dem direkten Wiederaufstieg sehr schwer.


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