Remis in Schwabmünchen

Der Kaarster Goalie in Aktion.Der Kaarster Goalie in Aktion.
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Einen Sahnetag erwischte Dario Khazai im Tor der Kaarster. Er war optimal eingestellt und von der ersten Sekunde an hellwach. Das war auch dringend nötig, denn Schwabmünchen übte in den ersten Minuten auch viel Druck aus. Trotzdem klingelte es nach 90 Sekunden schon im Kaarster Kasten. Ein verunglückter Querpass wurde abgefangen und von Alexander Rehle zum Führungstreffer der Gastgeber genutzt.  Nachdem sich die Kaarster immer besser auf die größere Spielfläche einstellen konnten, kamen sie so ab der fünften Minute ins Spiel. Ab jetzt sahen die Zuschauer heiße Torszenen auf beiden Seiten. Vor den jeweiligen Toren wurde intensiv mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. In der neunten Minute hatte der Kaarster Anhang ersten Grund zum Jubeln. Marco Hellwig legte mustergültig auf den freien Benedikt Aumann auf und der überlegte nicht lange und schoss geradlinig aufs Tor. 1:1. Damit nicht genug. In der 13. Minute nutzte die Kaarster Überzahlreihe die mittlerweile schon dritte Strafzeit gegen Schwabmünchen zum Führungstreffer. Wieder legte Marco Hellwig umsichtig auf Sascha Drehmann auf und er ließ seinen heutigen ersten Hammer los. In Höchstgeschwindigkeit schlug die Kugel ins Netz ein. 1:2 und noch sieben  Minuten im ersten Drittel. Nachdem es lange so aussah, dass Kaarst den gegnerischen Spielfluss gut unterbrechen konnte und es eher nach einem weiteren Treffer für die Gäste aussah, da landete der Ball im Kaarster Tor. Eine Minute vor der Drittelpause schlug Schwabmünchen in Person von Philipp Birk zu. 2:2 und so ging es in die erste Pause.

Zurück kamen zwei quicklebendige Mannschaften, die sich nichts an Kampf und Torszenen schenkten. Der Torschrei lag vielen Zuschauern auf beiden Seiten oft auf den Lippen, doch die Keeper waren sehr reaktionsschnell oder Pfosten und Latte halfen ihnen. Es fiel trotz vieler Chancen nur ein Tor. Das erzielte nach feiner Vorarbeit von Christian Perlitz wiederum Sascha Drehman, der zum 2:3-Pausenstand einnetzte. Strafzeiten wurden in dieser Phase nicht genutzt. Das gut und übersichtlich pfeifende Schiedsrichtergespann Bührer / Arndt hatte jederzeit das Spiel und deren hitzige Akteure im Griff.

Das letzte Drittel musste die Entscheidung bringen, zu eng waren beide Teams in den ersten 40 Minuten unterwegs. Nach gespielten fünf Minuten war die Welt verkehrt. Schwabmünchen lag plötzlich mit 5:3 in Führung. Wie konnte dies geschehen? Sichtlich heißer als die Rheinländer kamen die Schwaben aus der Kabine zurück. Sie machten Druck und eroberten sich viele Bälle und blieben Sieger in Zweikämpfen. So klingelte es gleich 3 Mal in den Minuten 42, 43 und 46 durch Neuzugang Buddy Smith, Franz Schmidt und durch Adrian Geiss. Das Kaarster Trainergespann nahm eine Auszeit und stellte auf zwei Reihen um. Der neue Sortierungsprozess dauerte ein paar Minuten und Schwabmünchen nutzte diese kurze Phase in der 50. Minute zum 6:3 aus. Noch einmal langte Franz Schmidt zu.  Das war der Weckruf für ein nicht nachlassendes Kaarster Team.

Trainer Wolfgang Hellwig sagte nach dem Spiel, „dass die Spieler in solchen Momenten dank einer deutlich besseren Moral im Team nicht mehr die Köpfe hängen lässt sondern dass sie dann doch noch den Schalter umschalten können. In den vergangenen Jahren wären wir in solchen Situationen eingeknickt“. Nicht so heute. Mit Wucht und dennoch Übersicht wurde sich wieder herangekämpft. Schwabmünchen stand unter Dauerdruck wie im Powerplay. Konter wurden von Dario Khazai entschärft. Darauf konnte sich die Mannschaft verlassen. Eminent wichtig war, dass Youngster Jannik Marke keine 30 Sekunden nach dem letzten Treffer der Gäste auf 6.4 verkürzen konnte. Er tankte sich durch und schloss selbstbewusst ab. Dann schlug noch einmal die Stunde für Sascha Drehmann. Im 4-Minuten-Takt versenkte er zwei Bälle ins Tor der Gastgeber. Nach seinem weiteren Anschlusstreffer in der 54. Minute war der Ausgleich spektakulär. 100 Sekunden vor Spielende entschieden die Schiedsrichter auf Freistoß am Bully neben dem Kaarster Tor. Drehmann holte bis zur Decke aus und die Kugel jagte 30 Meter über das Feld und schlug ein. 6:6! Riesenjubel bei allen Kaarster Akteuren. Die Adler versuchten noch einmal die Euphorie in den Führungstreffer umzusetzen, da die Schwaben doch mit hängenden und enttäuschten Gesichtern über das Feld schlichen. Da sich keine weitere richtige Torchance mehr ergab, behielten sie in den letzten 30 Sekunden den Ball in den eigenen Reihen und gaben sich mit dem Unentschieden zufrieden.