Rehabilitation nur teilweise gelungen

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Ein ausgeglichenes erstes Drittel endete 1:1 nachdem die Eagles auch endlich mal wieder nach langer Zeit durch Luca Linde in der zwölften Minute mit 1:0 in Führung gingen. Bis dahin hatte Kaarst druckvoll gespielt, den Gegner in die eigene Hälfte gedrängt und bei Kontern die Stürmer gut abgefangen. Was dann doch noch durchkam, hielt der heute hochkonzentrierte und gut aufgelegte Dario Khazaei im Tor der Adler. Aber auch auf der Gegenseite stand mit Steffen Müller ein reaktionsschneller Keeper im Kasten, der viele Einschussmöglichkeit der Eagles in letzter Sekunde verhinderte. Dennoch konnte die Kaarster Abwehrkette den Ausgleich in der 19. Minute durch André Huebscher nicht verhindern, der einen abgeprallten Ball auf den Schläger geschenkt bekam und locker einlochte.

Die Eagles behielten ihre druckvolle Linie auch im zweiten Drittel bei, wobei man aber auch bemerken konnte, dass sich die Gäste nunmehr mutiger ins Spiel wagten und oft auch ein gefälliges Kombinationsspiel den Zuschauern bot. Oft kam ein guter Querpass zum besser postierten Spieler, in den sich aber ein Abwehrspieler der Eagles warf oder Dario Khazaei eine blitzsaubere Reaktion zeigte. Zweimal zuckten die Gastgeber zusammen, als Schüsse aus zweiter Reihe den Pfosten streiften und das dafür typische Geräusch hinterließen. In der 32. Minute reagierte Tim Hauck am schnellsten, als er aus einer unübersichtlichen Situation den Ball in Richtung Tor schlenzte und zum 2:1-Führungstreffer einlochte. Die weite Anreise hatte sich damit für ihn schon gelohnt. Weil es so schön war, legten die Eagles weiter nach und brachten die Gäste und speziell den Torhüter ins Schwitzen. Bei einem erneuten 2:2-Angriff setzte sich Dominik Boschewski durch und legte auf Thimo Dietrich zurück, der trotz körperlicher Gegenwehr seines Kontrahenten den Ball ins Tor brachte. 3:1 für das heimische Team nach 37 Minuten. Ein weiterer Treffer blieb ihm kurz danach versagt, als sein strammer Schuss erst an die Latte ging und der Ball aber vor der Linie ins Feld sprang. So blieb es bei dem knappen Zwei-Tore-Vorsprung und beide Teams gingen ein letztes Mal in die Kabinen.

Die ersten Minuten verliefen wie die ersten 40 Minuten, jedoch merkten die Zuschauer eine gewisse Zurückhaltung des eigenen Teams, was den Vorwärtsdrang an betraf. Man kann es auch anders ausdrücken; die Gäste wurden stärker. Krefeld ist dafür bekannt, dass sie auch bei aussichtslosen Spielständen bis zum Schluss an sich glauben. Das ist zwar auch eine Stärke des jungen Adlerteams, aber heute war wohl eher die Vorsicht der Mutter der Porzellankiste in den letzten 15 Minuten gefragt, anstatt mutig nach vorne zu marschieren und den vierten Erfolg zu suchen. So kam es, wie man es sich als Heimmannschaft nicht wünscht. Krefeld verkürzte durch Wasja Steinborn zum 2:3-Anschlusstreffer ein (44.). Danach wurde es eng für die Gelb-Schwarzen. Angriff auf Angriff brandete aufs Kaarster Tor und Dario Khazaei stand im Mittelpunkt. Die Adler bäumten sich auf, kamen aber viel zu selten über die Mittelinie Richtung Krefelder Tor. In der 52. Minute brachte Pascal Zeressen den Ball über die Linie, als er einen Querpass einlochte. Nun mussten die letzte Minuten die Entscheidung bringen. Krefeld hatte einen guten Lauf, Kaarst hatte leider die Linie verloren. Als in der 54. Minute gleich zwei Kaarster Abwehrspieler gleichzeitig auf die Strafbank in einem insgesamt fairen Spiel mussten, wurde es verdammt eng. Zwei tapfere Adler gegen vier Krefelder Bären. Fast wäre bei der Vereitelung eines Querpasses Eagles Verteidiger David Walczok durchgelaufen. Er wurde aber von zwei Abwehrspielern in die Zange genommen und verlor den Ball. Neun Sekunden vor Ablauf der Strafe durften die Gäste jedoch zum ersten Mal richtig jubeln. Sebastian Müller überwand die Abwehrreihe und den Torhüter und lochte zur erstmaligen 4:3-Führung (56.) aus Sicht der Gäste ein. Kaarst wollte es nicht wahrhaben und mobilisierte die letzten Kräfte und setzte alles auf eine Karte. Jetzt stand auf der anderen Seite wieder der Keeper im Mittelpunkt, war aber in der Zwischenzeit nicht kalt geworden und stand immer richtig. Als die Zeiger der Uhr immer näher in Richtung der 60. Minute rückten, nahm Coach Jan Opial den Kaarster Torhüter zugunsten eines fünften Feldspielers heraus. Allerdings ging diese Maßnahme nur zehn Sekunden gut. Im Spielaufbau wurde der Ball vertändelt und der angreifende Sebastian Busch hatte kein Problem den Ball ins leere Tor zu schießen. 3:5 (59.). Die Eagles waren darüber derart konsterniert, dass ihnen beim letzten Bully erneut Sebastian Busch entlief und 8 Sekunden nach seinem ersten Tor das Zweite folgen ließ. So stand es 18 Sekunden vor Schluss 3:6 nach 3:1 aus den beiden ersten Dritteln.  

Die Crash Eagles haben mitgeteilt, dass sie schon am Freitag vor dem Heimspiel einen schriftlichen Einspruch gegen die Spielwertung der Partie Kaarst gegen Uedesheim vom 31. März eingelegt haben, weil Kaarster Auffassung ein nicht spielberechtigter Uedesheimer Spieler am Spiel teilgenommen hat.