Rams explodieren zu spät

Rams explodieren zu spätRams explodieren zu spät
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Eigentlich muss man der Mannschaft ein Kompliment machen. Trotz dieser extremen Wetter-Bedingungen, trotz eines ungewohnt großen Spielfeldes (Eishockeygröße), spezieller Regelauslegung der Unparteiischen (zehn Minuten für Torwartschlägeraufheben wegen unkorrekter Ausrüstung), kam man zu einer knappen Niederlage von 6:7, hat damit den direkten Vergleich gewonnen und deutlich besser als im Vorjahr sich präsentiert, als man noch mit 1:9 unter die Räder kam. Aber das war es dann auch mit positiver Bilanz. Denn mit „Schönreden“ verhindert man keinen Abstieg und in dieser Saison wären die zwei Punkte überlebenswichtig gewesen und diese hat man erneut versäumt, sich rechtzeitig zu erkämpfen. Unmöglich wäre dies an diesem Tag nicht gewesen und ein Unentschieden dem Spielverlauf gerecht, aber auch zu wenig gewesen.

Das Spiel begann schon mit dem Gegenteil dessen, was man sich vorgenommen hatte, einem Schuss und einem Tor in Minute eins. Felix Tauer war aufgrund der Stadionbegebenheiten im Tor 40 Minuten geblendet. Ansonsten verfolgte man die etwas zurückgezogene Defensive, wie man aus dem Punktgewinn von Kaarst erfahren hatte. Mit Verlauf des Drittels kam man besser mit Platz und Raum zurecht und traute sich ab der zehnten Minute auch dann offensiver aus der eigenen Hälfte, jedoch ohne Zählbares zu Stande zu bringen. Entscheidend war der Gewinn der Zweikämpfe an der Bande in der eigenen Hälfte.

Im zweiten Abschnitt dann der Knackpunkt des Spiels. In Minute 22 erzielt Moritz Matzkies in Überzahl nach Vorarbeit von Volker Burgers den Ausgleich. In der 34. Minute nutzt die Überzahlvariante mit dem am heutigen Tag erneut stark aufspielenden Marco Esser den ebenso starken Sebastian Kühn als Torschützen. Das Spiel gedreht, die Rams haben Oberwasser. Jedoch mit dem Gegenangriff eine Nachlässigkeit in der Defensive und der unmittelbare Ausgleich, bevor 30 Sekunden vor Drittelende, wieder ein individueller Anfängerfehler den Assenheimern das nächste Solo mit Torabschluss ermöglicht. Diese Fehler bringen die Patriots zurück ins Spiel und geben ihnen einen moralischen Vorteil.

Im dritten Abschnitt wurde es dann turbulent. Assenheim erhöht auf 5:2, doch die Düsseldorfer Trainer reagierten und kombinierten neue stärkere Reihen. So verkürzte Timo Grabs auf 3:5 (53.). In der 55. Minute wieder eine Unachtsamkeit zum 6:3 und bei 3:3 sogar das 7:3. Assenheim tobt,  Rams erledigt?

Nein, wie schon gegen Uedesheim zeigte das Team Moral  und schlug 30 Sekunden später zurück. Sebastian Kühn traf an diesem Tag zum zweiten Mal, sein Assistent der jetzt explodierende Jakob Matzken. Eine weitere gute Minute später weiter mit drei gegen drei hämmerte Marco Esser die Kugel unter die Latte, Timo Grabs legte auf. Nun geht es weiter mit vier gegen vier, egal Jakob Matzken bekommt den Ball zieht nach rechts, läuft, guckt und hämmert von rechts unter die Latte. Die Uhr zeigte 58:42 und 7:6. Der Torwart blieb im Tor und beide Teams kämpfen um jeden Zentimeter, die Rams wollten wenigstens noch den Ausgleich, aber wie in den Begegnungen zuvor, gelang es nicht mehr.

Am Ende gewannen die Rams erneut nur einen Moralpunkt, was zu wenig ist. Nun ist klar: Kaarst, Krefeld und Düsseldorf machen die beiden Absteiger in den letzten drei Spieltagen unter sich aus. Dabei trifft man direkt aufeinander, was für spannende, brisante Spiele sorgen wird.