Punkte für den KlassenerhaltChiefs unterliegen Lüdenscheid, schlagen aber Atting

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Bereits am Samstag hatten die Chiefs durchaus gute Chancen auf drei Punkte. „Aber unser Überzahlspiel hat schlecht funktioniert. In der großen Halle haben wir das viel zu breit gespielt und hatten zu wenig vor dem Tor“, resümierte Coach Markus Krawinkel. Erneut fing man auch einen Gegentreffer in eigener Überzahl.

Ex-Chiefs Andri Salomonson hatte die Highlander in Führung geschossen (10.), Jakob Matzken (18.) und Dennis Kobe (25.) drehten die Partie. „Ihr Führungsspieler war heute sehr gut“, lobte Uedesheims Coach den Lüdenscheioder Topscorer Svejda, der auch das schnelle  2:2 besorgte (26.). Der erwähnte Gegentreffer in Unterzahl war der Beginn einer ganz schwachen Phase der Neusser, die sich noch drei Gegentreffer im Mitteldrittel fingen. Krawinkel: „Wir haben jedes Spiel eine Phase drin, in der nichts läuft, das waren in diesem Spiel diese Minuten. Nach dem 3:2 sind bei uns kurzzeitig alle Dämme gebrochen.“

Im letzten Drittel drückten die Chiefs nochmal, ließen aber einige gute Chancen ungenutzt. Lediglich Johannes Matzken konnte den starken Mohr im Lüdenscheider Tor bezwingen (5:3 / 45.), dazu kamen drei Pfostenschüsse. Svejda besorgte den 6:3 Endstand (53.). Unter dem Strich war Krawinkel „nicht zufrieden mit dem Ergebnis, aber wir haben schon gesehen, dass wir uns weiterentwickelt haben, dass sich die Arbeit auszahlt.“

Erstmals auch mit Punkten belohnt wurde der neue Coach am Sonntag im Heimspiel gegen Atting, das auswärts nach wie vor sieglos bleibt. Dabei war diese Partie an Kuriositäten kaum zu toppen. Dennis Kobe ließ die Fans schnell jubeln (1:0 / 4.), doch was danach passierte, war kaum zu fassen. Atting ließ die Kugel laufen, kombinierte wie im Training gegen die Chiefs, die überhaupt keinen Zugriff mehr auf das Spiel hatten. 1:5 stand es nach 13 Minuten, ein äußerst schmeichelhafter Spielstand für die Hausherren zu diesem Zeitpunkt. Roy Lindner und Johannes Matzken machten es für Uedesheim bei einem weiteren Gegentreffer noch erträglicher, aber die folgenden 40 Minuten versprachen in der Hitze kaum etwas Positives. Krawinkel blieb trotzdem cool. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie weitermachen und sich an den Matchplan halten sollen. Drei Tore sind in unserem Sport schnell aufgeholt.“ Unter den Zuschauern war die Meinung dagegen anders. „Atting ist ja besser als Essen oder Köln“ war die einhellige Meinung an der Bierbude.

Aber Uedesheim kam deutlich besser aus der Pause zurück. Ab sofort nahm man Zweikämpfe an und kam zu eigenen Chancen. Hinten war Rene Hippler nun warmgeschossen und musste erstmal nur noch das 3:7 (30.) hinnehmen. Auf ein Comeback der Neusser deutete dennoch nicht viel hin, aber es geschah, auch unter gütiger Mithilfe der nun stark abbauenden Gäste. Christoph Clemens (31.) und Andre Kammen (32.) stellten jeweils in Überzahl auf 5:7. Unmittelbar danach nietete Attings Schreyer seinen Goalie mit voller Wucht um. Heitzer konnte zunächst weiter machen, wirkte aber nicht mehr fit und fing sich ohne große Gegenwehr das 6:7 (Clemens / 36.). Die Gäste wechselten danach den Keeper und es ging aus Uedesheimer Sicht mit einem ein Tore Rückstand in den letzten Abschnitt.

Bei den Gästen wirkten nun alle Feldspieler am Ende der Kräfte, die Chiefs konnten nochmal zulegen. Raphael Scheu glich aus (7:7 / 42.), Kobe (47.) und nochmal Scheu (48.) sorgten für die Führung. Atting reklamierte einen Treffer für sich, der wegen vorhergegangenem Pfiff nicht gegeben wurde und reagierte rüde: die Strafbank war von nun an gut besetzt. Jetzt hatten die Chiefs leichtes Spiel gegen einen Gegner, der sich kaum noch wehrte. Dario Khazaei kam für die letzten 10 Minuten ins Tor und machte seine Sache gut. Johannes Matzken (51.) und Jerome Bonin (55.) erzielten die letzten Neusser Treffer, das 11:8 in der 58. Minute kam zu spät für eine Aufholjagd. „Die Voraussetzungen waren für beide Teams gleich, beide haben gestern gespielt“, meinte Krawinkel nach dem Match. „Wir haben uns den Beginn natürlich anders vorgestellt, aber je länger es gedauert hat, desto mehr hatten wir zuzusetzen. Wir haben dann von Minute zu Minute mehr Rückenwind bekommen.“

In der Tabelle steht Uedesheim nach wie vor ganz hinten, aber geschlagen geben will man sich noch nicht: „Vielleicht ist der Knoten jetzt geplatzt, Wir haben noch sechs Spiele, können noch 18 Punkte holen“ rechnet der Coach vor. „Das nächste Spiel in Kassel (30. Juli, 19 Uhr) wird wieder sehr wichtig sein. Da können wir den Abstand verkürzen, das muss unser Ziel sein.“