Niederlage mit Moral in AugsburgRhein-Main Patriots

Niederlage mit Moral in AugsburgNiederlage mit Moral in Augsburg
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Am Samstag ging es für die Rhein-Main Patriots zum Deutschen Vizemeister und Europacupsieger TV Augsburg. Eine Aufgabe, von der man schon von Beginn an wusste, dass es egal in welcher Mannschaftsstärke man antreten könnte, eine schier unlösbare Aufgabe werden sollte, ist der TVA einfach in der heimischen Halle eine Macht und wenn überhaupt nur in Bestbesetzung und mit einem Sahnetag in die Knie zu zwingen. Dass sich vor der Abreise nach Bayern ein Kaderchaos sondergleichen bei den Niddatalern ergeben sollte, war für einen positiven Ausgang natürlich nicht gerade fördernd. Am Ende waren es 13 Leistungsträger, die Trainer Stefan Napravnik nicht zur Verfügung standen. Mit gerade zehn Feldspielern und zwei Torhütern in Augsburg angekommen, zeigte das Team aber eine überaus leidenschaftliche Leistung und verkaufte sich mehr als teuer. Christian Heuzeroth, Torhüter der zweiten Mannschaft, erklärte sich einen Tag zuvor spontan bereit, die Reise aufgrund der zahlreichen Ausfälle nach Bayern anzutreten.

Doch als Rumpftruppe verkauften sich die Niddataler in keiner Phase des Spiels. In der dritten Spielminute war es Neuzugang Dennis Cardona, der die Führung auf dem Schläger hatte, doch der Pfosten stand ihm im Weg. Augsburg machte es mit ihren beiden Topspielern Arzt und Fettinger besser, und nutzte gleich die erste Überzahlsituation und so hieß es nach 5:24 Minuten 1:0 für die Hausherren. Die Patriots waren weiter auf ihre Defensive bedacht und immer wieder mit Kontern agierend glücklos. In der elften Minute war es dann erneut Simon Arzt, der zum 2:0 erhöhte. Ärgerlich dann nur 50 Sekunden später das 3:0 durch Lukas Fettinger, mit dem es auch in die erste Pause ging.

Doch unabhängig des Ergebnisses zeigten die Niddataler Moral und Leidenschaft und spielten ein beherztes Spiel. Auch das 4:0 in der 28. Spielminute im Powerplay durch Fettinger und das 5:0 (32.) durch Hirschberger sollte daran nichts ändern. Belohnt haben sich die Hessen dann mit dem 5:1 nach Zuspiel von Hannes Ressel durch Patric Pfannmüller in der 34. Spielminute. Die Patriots blieben weiter ihrer Linie treu, ergaben sich einige Chancen, doch eine etwas übereifrige Fünf-Minuten-Strafe in der 36. Spielminute sollte diese Phase zunichtemachen. Natürlich gegen Augsburg, in Augsburg, fünf Minuten Unterzahl ein Himmelfahrtskommando, welches sich mit zwei Toren von Fettinger und Arzt zum 7:1-Pausenstand entwickeln sollte.

Das Schlussdrittel musste somit weiter in Unterzahl begonnen werden und Augsburg war in Person vom starken Simon Arzt erneut zur Stelle. 8:1 nach 41 Minuten, doch wer glaubte die Patriots würden die Köpfe hängen lassen, der sah sich getäuscht. Der Teamgeist stimmte an diesem Abend 100 Prozent und jeder arbeitete für jeden egal bei welchem Spielstand oder Spielzeit. In der 52. Spielminute war allerdings der sehr gut haltende Patriots-Schlussmann Marcel Kempf machtlos, als Nationalspieler Lukas Fettinger mit seinem vierten Treffer auf 9:1 erhöhte. Der Schlusspunkt blieb allerdings den Niddatalern überlassen, die in Person von Alexander Blum in der 53. Minute den 9:2-Endstand herstellten.

Enttäuschung war allerdings nach dem Spiel nicht zu erkennen, wusste die Mannschaft, dass sie sich den Umständen entsprechend teuer verkauft hatte und mit ihrer gezeigten Leistung zufrieden sein kann. Fünf Gegentore in Unterzahl und mit Simon Arzt (4 Tore) und Lukas Fettinger (4), an diesem Abend zwei überragenden Nationalspielern in den Reihen des TVA war einfach mit diesem stark dezimierten Kader nicht mehr zu holen. Einzig Kritik ist die Ausbeute im Powerplay. Blieben die Patriots dort nahezu komplett blass, zu wenig Ideen und Spielwitz brachten am Ende aus vier Möglichkeiten keine Tore. Doch Patriots-Trainer Stefan Napravnik zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: „Auf die Leistung kann man aufbauen, der TV Augsburg ist einfach, wenn er so spielt, zu Hause eine Klasse für sich, da ist es auch in Bestbesetzung für uns wahnsinnig schwer etwas mitzunehmen. Ich bin zufrieden, dass die Mannschaft nach der etwas fahrlässigen Spielweise gegen Kaarst im Schlussabschnitt eine Reaktion gezeigt hat.“

Patriots-Stürmer Hannes Ressel konnte die Aussage nur bestätigen. „Auch wenn das Ergebnis nicht so aussieht, war es bisher in dieser Saison unsere beste Leistung.“

Das macht Mut und Zuversicht im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben. Nach dem spielfreien Osterwochenende empfangen die Patriots in heimischer Halle am Sonntag, 12. April, um 17 Uhr den SHC Rockets Essen mit Ex-Patriot Jan Barta.