Nasenbären schlagen Topteam

Da war mehr drinDa war mehr drin
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Was die Tabellensituation betraf, war der Fisch beim letzten Saisonspiel zwischen den Rostocker Nasenbären und den Bissendorfer Panthern am Samstag ja bereits gelutscht – die Raubkatzen hatten sich mit Platz drei in der Nordstaffel bereits sicher für die Play-offs der Skaterhockey-Bundesliga qualifiziert und die Rostocker brauchten sich seit dem Sieg über die Crash Eagles Kaarst nicht mehr mit dem Abstiegskampf zu beschäftigen.

Beste Voraussetzungen also für ein interessantes Spiel, in dem die Warnowstädter noch einmal mit ihren Fans den sportlichen Erfolg feiern wollten und die Gäste schon ein paar Optionen und Situationen für die anstehenden Meisterrunden-Spiele proben gedachten. Am Ende eines gutklassigen Nord-Derbys durfte sich der Aufsteiger zu Recht für den 10:9 (3:2, 5:2, 2:5)-Sieg von den gut 300 Zuschauern in der Scandlines-Arena feiern lassen.

Mit je drei Reihen entfachten beide Teams einen regelrechten Offensiv-Wirbel, den zunächst Nationalstürmer David Tözen zur 1:0-Gästeführung nutzen konnte. Doch die Nasenbären schlugen zurück und Kapitän Paul Paepke setzte Jürgen Brümmer mustergültig ins Szene. Die Ostseestädter bekamen zunächst das Sturm-Duo Suhrkemper/Tözen jedoch nicht so recht in den Griff und so nutze Tözen die sich nun immer wieder bietenden Gelegenheiten im Nachschuss zur erneuten Führung. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte sich die Rostocker Hintermannschaft, welche, speziell im ersten Drittel, ihre Aufgaben zum Teil sträflich vernachlässigte, allein bei Goalie Felix Thomas bedanken, nicht schon vier oder fünf Treffer eingeschenkt bekommen zu haben. Christian Herrmanns Schlagschuss sorgt für das 2:2. Sehenswert, wenn auch etwas glücklich, dann mit der Schluss-Sirene die erstmalige Führung der Hausherren, als Christian Ciupka das perfekt getimte Zuspiel von James Trevena-Brown nur noch in die Maschen hinter Panther-Goalie Jan Dziub schieben musste.

Kurz nach der Pause bestrafte Goalgetter David Tözen erneut den verfrühten Winterschlaf in der Rostocker Defensive und egalisierte die Führung der Nasenbären. Als sein kongenialer Partner, Florian Surkemper, dann kurz darauf gar die Bissendorfer mit 3:4 in Front schoss, fürchteten einige schon wieder den Fluch, der den Mecklenburgern gegen die Topteams schon so oft am Schläger klebte, Robert Busches Tor zum 4:4 sollte dann jedoch der Startschuss zur Sturm- und Drangzeit der Hausherren werden. Zunächst trug sich Trevena-Brown mit seinem wunderschönen Tänzchen um Jan Dziub zum 5:4 in die Torschützenliste ein, dann zimmerte der Herrmann einen seiner gefürchteten Schlagschüsse unhaltbar ins Bissendorfer Gebälk und man führte zum ersten Mal mit zwei Toren Vorsprung. Der Hallensprecher kam kaum dazu, das Tor anzusagen, denn schon wenige Sekunden später zappelte erneut einer seiner unnachahmlichen Treffer aus der zweiten Reihe im Netz der Gäste. Für die nun wütenden Angriffe der Gäste war jedoch im zweiten Spielabschnitt jetzt immer wieder Endstation am Schoner oder in der Fanghand des Rostocker Publikumslieblings. Die Halle stand mittlerweile Kopf, hatten doch sicher nur Wenige zu hoffen gewagt, dass man gegen einen der Mitfavoriten so gut würde mitspielen können. Den 8:4-Treffer markierte James Trevena-Browns sehenswerter Schlenzer.

Die Gäste hatten sich in der Pause sicher einiges anhören müssen, deshalb für den Schlussabschnitt offensichtlich großes vorgenommen und verkürzten in schneller Folge, durch zwei Treffer bis auf 8:6, bevor Christian Herrmann seine Leistung mit seinem fünften Treffer zum 9:6 krönte und den Nasenbären wieder etwas Luft verschaffte. Als dann ein steiler Pass den Weg auf Christian Ciupkas Schläger fand und dieser dem mittlerweile im Bissendorfer Gehäuse stehenden Jan-Phillip Fiege gar das 10:6 einschenkte, frohlockten viele Zuschauer zu früh darauf, dass man das Dutzend noch voll machen könne, denn unmittelbar im Anschluss verkürzten die Gäste zunächst auf 10:7, wenig später gar auf 10:8 und drängten die Hausherren nun vollends in die Defensive. So fiel dann auch der unmittelbare Anschluss zum 10:9, knappe zwei Minuten vor Ultimo aus dem Gewühl vor dem Tor der Rostocker und die Begegnung war so kurz vor Schluss wieder völlig offen. Doch am Ende blieb es beim 10:9-Sieg – und die Rostocker konnten eine gelungene erste Saison in der 1. Bundesliga feiern.