Marschroute für fünf Minuten verlassen

Der Kaarster Luca Linde im Angriff. (Foto: Crash Eagles Kaarst)Der Kaarster Luca Linde im Angriff. (Foto: Crash Eagles Kaarst)
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Nach 36 Minuten stand es aus Kaarster Sicht 5:2 und dies war auch zu diesem Zeitpunkt gerecht. Zu deutlich war die Feldüberlegenheit der Kaarster. Dies brach aber alles während einer fünfminütigen, geistigen und körperlichen Auszeit zusammen.

Kaarst begann offensiv und erarbeitete sich erste Chancen. Spaichingen hielt noch dagegen und kam auch zu torgefährlichen Angriffen. Nach acht Minuten fiel der erste Treffer. Denis Steinhauer umkurvte einen Eagles-Verteidiger und zog seitlich von ihm vorbei aufs Kaarster Tor. Da Keeper Philipp Inger gerade einen kleinen Schritt zur Seite machte, war die Fanghandseite ein Stück offener und der Ball landete im Winkel. Kaarst ließ sich aber nicht beeindrucken und machte weiter Tempo und Druck. In der 14. Minute folgte der Lohn der intensiven Arbeit. Kaarsts jüngster Spieler Thimo Dietrich (15 Jahre) netzte einen Abpraller von der Bande blitzschnell über die Linie und es stand 1:1. Der zweite Adler-Treffer war spektakulär. Luca Linde arbeitet als dritte Spitze, als nur drei Kaarster auf dem Feld standen. Er tat dies so offensiv und aggressiv, dass er sich zweimal den Ball erobern konnte und innerhalb von 15 Sekunden auf das Spaichinger Tor zulaufen konnte. Im zweiten Anlauf verlud er den Keeper und es stand 2:1 nach 16 Minuten.

Bereits nach zwei Minuten konnte Jannik Marke in schöner Einzelleistung nach einem tiefen Pass aus dem Mittelfeld den Torhüter zum 3:1 überwinden. Kaarst gab sich damit nicht zufrieden und blieb weiter offensiv. Ergebnis dieser Bemühungen war ein schöner Rückhandschlenzer von Simon Kronenberg (26.) und der erste Treffer per Schlagschuss von Dominik Boschewski (34 ) Zwischen diesen beiden Toren lag ein Anschlusstreffer der Gastgeber zum zwischenzeitlichen 2:4 durch Andreas Erlenbusch. Alles schien gelaufen. Die Anzeigetafel zeigte ein klares 5:2 für Kaarst. Dann begann das Trauma. Der Schlagschusstreffer zum 3:5 (36.) von Johannes Stöhr durch Feind und Freund wurde noch zur Kenntnis genommen. Dass die Spaichinger damit wieder ein klein wenig mehr Hoffnung auf eine Resultatsverbesserung bekamen, war klar. Nicht klar war, warum Kaarst den Faden verlor. Es verging nur eine Minute und wieder durfte das Heimpublikum jubeln. Philipp Emanuel Butz kam zum 4:5. Es kam, wie es kommen musste. Während der anschließenden Strafzeit legten die Dachse richtig los. Keine 20 Sekunden später schepperte der Ball wieder über die Kaarster Torlinie. Wieder war es Johannes Stöhr, der per Weitschuss zum viel umjubelten 5:5-Ausgleich traf. Als die Kaarster Spieler noch mit sich haderten, gingen die Dachse in der 39. Minute sogar mit 6:5 in Führung. Jochen Mandel legte im zweiten Nachstochern den Ball über die Linie. Auszeit. Pause. Besinnung.

Das letzte Drittel war sehr abwechslungsreich. Kaarst kam mit neuem Mut aufs Feld und übernahm wieder die Initiative und kämpfte verbissen. Die letzte gegen Kaarst ausgesprochene 2-Minuten-Strafe wurde prompt wieder in einen Torerfolg umgemünzt. Dieses Mal traf für Spaichingen Uwe Bisceglia zum 7:5 (43.)  Nun hieß es, die Reihen nochmals umzustellen und die Spieler zu bringen, die noch Luft und Willen hatten. Heraussprang in der 46. Minute ein Tor von Benedikt Aumann, der gedankenschnell die Kelle an die richtige Stelle ablegte, als der Ball wiederum von der Bande zurücksprang. 7:6 und noch 15 Minuten Zeit, den Ausgleich zu schaffen. Denkste! Bedingt durch die Kaarster Druckphase entstanden natürlich Lücken in der Abwehr und Konter wurden gefahren. Andreas Erlenbusch war es in der 50. Minute vorbehalten sein Team wieder mit 2 Toren Vorsprung im Spiel zu halten. 8:6. Die Kaarster Antwort folgte prompt. Erneut war es Benedikt Aumann, der neben dem Pfosten goldrichtig stand und ins Tor traf. 8:7 nach 51 Minuten. Im letzten Drittel stand im Spaichinger Kasten Uli Kohler, der sich über Unterbeschäftigung wahrlich nicht zu beklagen hatte. Er fischte aber auch Bälle, die quasi jeder schon im Tor sah, dennoch ab und legte eine Glanzparade nach der anderen ab. So wurde es für Kaarst immer schwerer, die Übersicht und einen klaren Kopf zu behalten. In der 55. Minute wurde dies prompt bestraft. Was im Spaichinger Tor bei 10 Versuchen nicht reinging, schaffte auf der anderen Seite erneut Uwe Bisceglia mit einem Flachschuss zum 9:7. Die Luft war fast raus, aber Kaarst warf noch einmal alles nach vorne. Spaichingen schwamm, aber ging nicht mehr unter. Zum Schluss wurde der Ball mit Katz und Maus verteidigt und die Sekunden liefen herunter.