Licht und Schatten wechseln sich ab

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Dabei hilft es nicht, wenn sich die Mannschaft nur zehn Minuten zu Beginn des zweiten Drittels von ihrer spielerisch besten Seite präsentiert. Nach einem engagierten Auftakt gerieten die Kaarster innerhalb weniger Minuten auf die Strafbank. Dadurch ermöglichten sie den Gästen Überzahlsituationen, die diese anfangs noch nicht konsequent nutzten. Dennoch stand es nach zwei Treffern von Volker Burgers (10.) und Oliver Markmann (13.) schon gleich wieder 0:2 aus Sicht der Kaarster. Sie haben bisher noch keines ihrer vier Spiele in Führung gelegen und laufen immer einem Rückstand nach.  Dass sie dies besser können als in den vergangenen Jahren, beweisen sie aber immerhin eindrucksvoll. Christian Perlitz übernahm in Überzahl die Initiative und verkürzte in der 19. Minute auf 1:2. Dabei lief er dem Ball im richtigen Moment entgegen als David Walczok aus der Ecke passte. So konnte es einigermaßen beruhigt in die Drittelpause gehen. Rams hatte andere Pläne. Innerhalb der letzten Spielminute erhöhten sie auf 1:4. Heiko Schmidt und der heute überragende Gästekapitän Oliver Markmann vernaschten die aufgerückte Eagles Abwehr.Dario Khazai musste entnervt ab dem zweiten Drittel das Tor für seinen jungen Kollegen Jan Spaltmann räumen.

Coach Jan Opial schien die richtige Kabinenansprache gefunden zu haben, denn ein gänzlich verwandeltes Adlerteam kam zurück. Hellwach, temporeich, starkes Forechecking kennzeichneten die ersten Minuten. Erfolge gab es schnell zu vermelden. Nach ganzen 21 Sekunden zappelte der Ball im Düsseldorfer Netz. Verteidiger David Walczok hatte sich energisch durchgetankt und verwandelte noch im Fallen zum 2:4. Rams-Keeper Felix Tauer war in diesem Moment machtlos. Nun ging es ab wie die Feuerwehr. Nur noch Kaarst war am Ball, Rams musste sich einigeln. Wieder war es Routinier Christian Perlitz, der in Überzahl zum wichtigen 3:4 Anschlusstor traf. Jetzt stand kurzzeitig das Spiel auf der Kippe. Zuschauer und Spieler wurden wach und feuerten die Heimmannschaft an. Bis zur 30. Minute lag oft der Torschrei auf den Lippen, aber die Bälle gingen entweder daneben oder an die Latte oder waren sichere Beute des Düsseldorfer Torhüters Felix Tauer. Als Kaarst teilweise mit vier Mann stürmte, ergaben sich auch unfreiwillige Konter von zurückprallenden Bällen. In einen sauste Oliver Markmann hinein, fischte sich den Ball und lief alleine auf den Kaarster Torhüter zu. 3:5 nach 30 Minuten. Danach kehrte wieder etwas mehr Ruhe ins hektische Spiel und die Gäste kamen wieder häufiger in Ballbesitz, erarbeiteten sich neue Chancen, die aber alle nicht zum Torerfolg führten. Pause.

Wieder kam Kaarst frischer und engagierter aus der Kabine und legte durch Marc-André Otten in der 42. Minute nach. Ein feiner Doppelpass vor dem Tor von Thimo Dietrich ermöglichte diesen Treffer. 4:5 und noch 18 Minuten waren zu spielen. Nun folgten Kopien des zweiten Drittels. Kaaarst drängte auf den Ausgleich, vergab ein Dutzend Chancen und Rams konterte. So legten sie in der 50., 52. und zweimal in der Schlussminute zum klaren 4:9 nach. Die Torschützen waren in der Reihenfolge Volker Burgers, Moritz Matzkies Jerome Bonin und Sebastian Kühn.   

Negativer Höhepunkt in den Schlussminuten war noch ein Scharmützel hinter dem Düsseldorfer Tor zwischen Eagles-Kapitän Sascha Drehmann und zwei Rams-Verteidigern, die in einem Abwehrreflex von Drehmann endeten und als Faustschlag von den Schiedsrichtern gewertet wurde.

Denkbare schlechte Voraussetzungen für das nächste anstehende Derby gegen Uedesheim. Bis dahin muss die Mannschaft ihr Selbstbewusstsein wieder aufbauen und weiter an den neuen Spielsystemen arbeiten. Ebenfalls sollte man mal Bierdeckel ins Tor hängen, um die Treffergenauigkeit zu verbessern. Die werden meist besser getroffen als im realen Spiel mit einem Torhüter.