Jürgen Amann verlässt Atting nach fünf erfolgreichen JahrenCoach übernimmt Nationaltrainerposten in Österreich

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Nach fünf erfolgreichen Jahren trennen sich die Wege von Jürgen Amann und dem IHC Atting. Der Coach wird in der neuen Saison die österreichische Nationalmannschaft trainieren.

Bereits nach dem Aufstieg in die 1. Skaterhockey-Bundesliga im Herbst 2015 hatte Amann die Clubführung gebeten, einen Nachfolger für ihn zu suchen. Daher kommt der Abschied nun auch nicht ganz überraschend. „Ich hatte auch aufgrund persönlicher Themen eine Auszeit in Betracht gezogen“, sagte Amann. Einige Spiele und Einheiten wären in dieser Saison nicht für ihn möglich gewesen. „Zudem haben das leidige Hallenthema und die dadurch aktuell fehlende langfristige Perspektive zuletzt auch an mir arg gekratzt.“

Zum Jahreswechsel sei dann allerdings völlig überraschend das Angebot der Österreicher gekommen, den Nationaltrainerposten zu übernehmen. „Das ist natürlich eine große Ehre für mich. Da es ohnehin ein Wunsch von mir war, einmal an internationalen Titelkämpfen teilnehmen zu können und die Gespräche mit den Verantwortlichen dort sehr positiv waren, habe ich mich dazu entschlossen diese große Chance dort wahrzunehmen.“

Beruf und Familie ließen sich trotz der Entfernung aber gut mit dem Posten vereinen. „Meine Aufgabe wird es unter anderem sein, Spieler zu scouten, die Vereine und Gegebenheiten dort kennenzulernen. Zudem sind einige Wochenendlehrgänge geplant. Das große Ziel ist die EM in Kroatien, wo man besser abschneiden will als zuletzt, als man nur Letzter war.“ Österreich wolle sein Skaterhockey-Team umkrempeln und sportlich neu aufstellen. Man wollte jemanden haben, der von außen unbefangen und motiviert an die Sache herangeht und neue Ideen mitbringt. Empfehlungen Richtung Österreich kamen von deutschen Kollegen.

Die Entscheidung, das Amt in Atting niederzulegen sei ihm „sehr schwer gefallen, da mir das Team über die Jahre hinweg ans Herz gewachsen ist.“ Amann, der zuvor drei Jahre im Nachwuchs gearbeitet, etliche bayerischere Meistertitel gefeiert und die aktuell erfolgreichen Herrenspieler mit geformt hatte, übernahm 2011 das Amt als Seniorencoach. In einem schwierigen Jahr mit vielen Verletzungen wurde der Cut für die neu geschaffene 1. Bundesliga nicht geschafft. Danach begann aber eine Erfolgsstory. Zurück in der 2. Bundesliga scheiterte man 2012 nur ganz knapp am Wiederaufstieg und feierte ein Jahr später den ersten nationalen Meistertitel in der 2. Liga – einer der größten Erfolge im Verein. 2014 spielte man in der 1. Bundesliga eine hervorragende Rolle, wurde Sechster und lieferte Titelverteidiger Samurai Iserlohn im Playoff-Viertelfinale einen harten Kampf.

Doch aufgrund der Hallenbestimmungen des Verbandes gab der Club freiwillig die Lizenz zurück. Die finanziellen Mittel waren –  anders als 2016 – auf die Schnelle nicht aufzutreiben, um eine Saison in Donaustauf durchzustehen. Zurück in der 2. Liga dominierte man die Saison und setzte sich dann auch in den Playoffs gegen Menden und Krefeld durch. Das Team war zurück in der 1. Bundesliga.

„Ich bin aber der Meinung, dass frische Impulse beide Seiten weiter nach vorne bringen werden“, erklärt Amann seine Entscheidung. „Ich möchte mich jedenfalls beim Team und den Verein ausdrücklich für die Unterstützung und Loyalität mir gegenüber bedanken. Die vielen Erfolge der vergangenen Jahre mit dieser tollen Truppe machen mich unglaublich stolz und wenn die Jungs weiter zusammenhalten wird das Team auch in Zukunft sehr erfolgreich sein, davon bin ich überzeugt.“

Verein und Vorstandschaft dankten dem Coach für seine Leistungen: „Er hat nicht nur erfolgreich im Nachwuchs gearbeitet, sondern die wohl bisher stärkste Attinger Mannschaft in knapp 20 Jahren Vereinsgeschichte geformt“, sagte Vorstandsmitglied Michael Bauer. „Wir haben zusammen tolle Jahre erlebt und den Verein zu einer Marke in Niederbayern gemacht. Es ist schade, dass er uns verlässt, aber wir respektieren seine Entscheidung, wünschen ihm alles Gute in Österreich und hoffen, dass er vielleicht eines Tages zurückkehrt.“

Trotz bereits angelaufener Suche hat man bisher keinen Nachfolger für die Mannschaft gefunden, die bereits in Kürze die Vorbereitung für die neue Saison aufnehmen wird. Die Saison beginnt mit einem Heimspiel am 27. Februar gegen die Uedesheim Chiefs. Kapitän Fabian Hillmeier wird bis ein Nachfolger gefunden wurde, die Führung übernehmen. Die Suche nach dem neuen Mann hat aber auf der Prioritätenliste nun ganz oben – und muss schnell gehen.