Halbfinale! Eagles drehen die Serie gegen LüdenscheidKaarst siegt mit 9:4

Halbfinale! Eagles drehen die Serie gegen LüdenscheidHalbfinale! Eagles drehen die Serie gegen Lüdenscheid
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Dabei begann alles wenig verheißungsvoll für die Hausherren. Die junge Kaarster Truppe agierte wie schon in den ersten beiden Partien zu Beginn sehr nervös und fing sich prompt nach nur 41 Sekunden das 0:1. Lüdenscheids Top Scorer Jiri Svejda war es vorbehalten, gegen zu weit aufgerückte Eagles durchzubrechen und den Alleingang auf Eagles Goalie Stobbe eiskalt zu verwandeln. Im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen in der Kaarster Stadtparkhalle hatten die Hausherren dieses Mal aber ihre Hausaufgaben in der Offensive gemacht und entwickelten wesentlich mehr Druck auf das Gehäuse der Gäste. Bereits in der vierten Minute durfte der Ausgleich bejubelt werden. Dominik Boschewski schoss den Ball an Freund und Feind vorbei in die Maschen. Auch in der Folgezeit erspielte sich Kaarst viele Torchancen, während die Highlander bei ihrem vertrauten Spiel blieben und auf Konter lauerten. Tim Dohmen mogelte in der achten Minute auf Vorlage von Nils Lingscheidt den Ball zur ersten Führung für seine Farben über die Linie. Die Routiniers aus dem Sauerland zeigten sich wenig beeindruckt. Lukas Tinz markierte nur 30 Sekunden später auf Vorlage von Jiri Svejda den Ausgleich. Fast wäre Lüdenscheid sogar wieder in Führung gegangen, doch ein Break in Kaarster Überzahl blieb ungenutzt. Besser machten es die Kaarster, die postwendend ihre Überzahl in Person von Thimo Dietrich zur 3:2 verwerteten (13.) und früh den Schlusspunkt im ersten Drittel setzen.

Der Mittelabschnitt versprach Spannung und Tempo pur. Kaarst kam gut aus der Kabine. Ein ansatzloser, trockener Schuss aus dem Handgelenk von Nils Lingscheidt schlug im Winkel über der Fanghand des Lüdenscheider Torwarts Rotheuler ein. Die erste Zwei-Tore-Führung für die Gastgeber. Doch die Highlander vertrauten weiterhin ihrer Marschroute und erzielten 90 Sekunden später den Anschluss. Joachim Könning hatte getroffen. Kaarst forcierte nun das Tempo. Moritz Otten stellte nur zwanzig Sekunden später den alten Abstand wieder her (26.). Lüdenscheid ließ sich aber nicht abschütteln. Der erneute Anschlusstreffer durch André Bruch auf Vorabreit von Jiri Svejda war die Folge. Das Spiel wog nun hin und her. Auf beiden Seiten ergaben sich Torchancen am Fließband, doch die Torhüter und das Torgestänge verhinderten zunächst weitere Treffer, ehe der heute wieder glänzend aufgelegter Kaarster Topscorer nach feiner Einzelleistung zum 6:4 traf (32.). Dieses Tor zeigte Wirkung. Das Spiel beruhigte sich in der Folgezeit und Kaarst konnte das Ergebnis durch konzentrierte Defensivarbeit bis zum Drittelende verwalten.

Das Schlussdrittel brachte die endgültige Entscheidung. Von Nervosität auf Seiten der Kaarster keine Spur mehr. Sofort nahmen die Schwarz-Gelben das Heft wieder in die Hand. Europameister André Ehlert nahm nach drei Minuten mit seinem Tor zum 7:4 den Gästen aus Lüdenscheid den Wind aus den Segeln. Lüdenscheid fand keine Mittel mehr gegen clever agierende Kaarster. Jannik Jost machte zehn Minuten vor Spielende den Sack zu, als er vor dem Tor eine Chance von Thimo Dietrich abstaubte. Jubelstürme in der Kaarster Stadtparkhalle, konsternierte Highlander. Auch die Umstellung der Gäste, die nun Spieler vor dem Kaarster Gehäuse mit langen Pässen aus der eigenen Hälfte bedienen wollten, fruchtete nicht mehr. André Ehlert nutzte den nun vorhandenen Freiraum und hämmerte die orange Kugel zwei Minuten vor Ende zum Schlusspunkt in die Maschen. Der kleine Faustkampf zwischen Jost und Polter Sekunden vor dem Ende war da nur noch eine Randnotiz.

Die jungen Wilden aus Kaarst schaffen nach der dramatischen Viertelfinalserie gegen Lüdenscheid den Einzug ins Halbfinale; das erste Halbfinale seit zwölf Jahren, und bestätigen damit ihre bisherige Entwicklung im Saisonverlauf. Zudem erspielten sich die Crash Eagles Kaarst damit für die nächste Saison die Teilnahme am höchsten europäischen Wettbewerb, dem Europapokal der Landesmeister.