Gekommen, um zu bleibenIHC Atting

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Vieles hat sich in den vergangenen vier Jahren beim drittgrößten Skaterhockey-Club Bayerns (175 Mitglieder) getan. In allen Bereichen wurde der Club versucht zu verbessern, in manchen Teilen ging das langsamer, in manchen schneller. Nach dem Abstieg 2011 folgte ein bereits starkes Übergangsjahr 2012 mit der Vizemeisterschaft in der 2. Bundesliga Süd, 2013 dann die souveräne Meisterschaft und der Wiederaufstieg in die mittlerweile eingleisige, zwölf Teams umfassende 1. Bundesliga.

Wenn am Samstag im hessischen Assenheim um 17.30 Uhr das erste Bully der Saison erfolgt, gibt es daher nur ein Ziel: „Das ist der Klassenerhalt“, sagt Coach Jürgen Amann, der in seine vierte Saison geht. „Wir müssen mit Stolz an die Sache herangehen. Wir gehören jetzt zu den zwölf besten Teams Deutschlands und wir haben auch das Potenzial, unter diesen besten Teams zu sein.“

Um dieses Ziel Klassenerhalt auch zu erreichen, wurde in den vergangenen Monaten viel an der Infrastruktur und der Mannschaft gearbeitet. Thomas Raidl kümmert(e) sich als neuer Sportlicher Leiter um die Neuzugänge. Mit Roman Schreyer, Michael Hofmeister, Michael Welter und Thomas Bauer kommen vier starke und erfahrene Skaterhockey-Cracks, so dass der Kader aktuell 15 Spieler und drei Torhüter zählt – groß genug für die starke und körperlich intensive Liga.

Die Vereinsführung ging gleichzeitig auf Sponsorenakquise. Viele Neue Gönner kamen in den vergangenen Monaten hinzu. Sie kommen für die deutlich weiteren und teuereren Fahrten, Schiedsrichterkosten oder auch die Hallenmiete auf. Viele kamen auch aus dem Gemeindebereich Atting, der voll hinter seinem Club steht, aber auch aus dem Landkreis. Die Gelder wurden beinahe verdoppelt. Ein neuer Ausrüster sorgte für professionelles Equipment und Erscheinungsbild. Zu Saisonbeginn wird auch eine Werbe- und Medieninitiative mit TV-Spots, Flyern oder Plakaten gestartet. „Wir haben uns in einigen Bereichen wirklich sehr gut weiterentwickelt“, sagt Amann. „Für eine Randsportart, und eine solche sind wir auch in der 1. Bundesliga, ist das schon ein sehr hohes Niveau. Das sorgt für positive Stimmung im Verein und bei den Spielern.“

Die konnte man in den – wenn auch nur wenigen – Trainingseinheiten und danach schon erkennen. „Alle sind heiß, alle ziehen mit und der Antrieb ist bei jedem einzelnen noch größer geworden“, sagt der Coach, der in den vergangenen Wochen viele kleine Veränderungen bei seinen Akteuren beobachtet hat. „Viele, die bisher weniger zu den Leistungsträgern zählten, haben deutlich zugelegt, sind schneller, stärker und haben sich an unsere Top-Spieler angenähert. Mit unseren Neuzugängen haben wir uns auch optimal verstärkt. Was sie bisher gezeigt haben, war sehr gut.“ Nicht mehr „Bubihockey“, wie noch vor ein paar Jahren spiele seine Mannschaft, die am Mittwoch Zweitligaufsteiger Deggendorf im einzigen Testspiel klar mit 10:4 besiegte, sondern „richtiges Hockey“. Er habe nicht erwartet, „dass es bereits so früh so gut aussieht“.

Doch reicht dies auch für die starke Konkurrenz? Der Niveauunterschied zwischen erster und zweiter Liga ist riesig. Auch die anderen elf Teams haben sich verstärkt. Keiner will am Ende auf einem der beiden Abstiegsplätze landen. Viele Trainer sehen die beiden Aufsteiger Atting und Kaarst am Ende wieder unten. Einige Teams trainieren bereits seit Dezember, haben vier oder gar fünf Freundschaftsspiele und Turniere absolviert. „Wir müssen daher auch flexibel sein und improvisieren“, sagt Amann. „Bei unserer kurzen Vorbereitung zählen auch noch die Spiele im März zur Findungsphase, wir müssen aus jedem Spiel Erkenntnisse mitnehmen.“ Auch der Kader ist zu Beginn nicht ganz komplett.

Nur der Klassenerhalt zählt deshalb. „Alles andere wäre fatal“, sagt der Coach und mahnt: „Es wird auch die eine oder andere bittere Pleite kommen. Es gehört auch zum Lernprozess dazu, wie wir damit umgehen werden. Wenn wir auswärts einige Punkte holen könnten, wäre das super.“ Assenheim, Kaarst und Krefeld sieht er mit den Wölfen auf einer Linie. Iserlohn, Augsburg und Köln sind die Favoriten auf die deutsche Meisterschaft. Der Rest (Bissendorf, Lüdenscheid, Duisburg, Essen und Uedesheim), streite sich um die Playoffs, die die ersten acht nach 22 Saisonspielen erreichen.

Neun Auswärtsspiele warten zum Auftakt, dann geht es in die Heimsaison am Straubinger Pulverturm. Dort ist man seit zwei Jahre unbesiegt. 15 Punkte braucht man wohl mindestens, um am Ende drin zu bleiben. „Mia san Bundesliga“ - auch das ist ein Motto der Wölfe. Und dabei soll es auch bleiben. Denn die Wölfe sind gekommen, um zu bleiben.