Gegen Pokalsieger und Meister

Chiefs unterliegen Angstgegner KölnChiefs unterliegen Angstgegner Köln
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Nach den Spielen am letzten Wochenende geht es für die Uedesheim Chiefs dieser Tage mit Vollgas weiter. Am Donnerstag (1. Mai, 19 Uhr) reisen die Neusser nach Duisburg, um dort mit den Ducks um den Einzug in die nächste Skaterhockey-Pokalrunde zu kämpfen. Am Sonntag (4. Mai, 16 Uhr) ist mit dem HC Köln-West der Deutsche Meister zu Gast im „Chiefs Garden“.

Allerdings haben die Chiefs ausgerechnet vor diesen schweren Spielen den nächsten Abgang zu verzeichnen. Andreas Fonken, seinerseits selber ein später Neuzugang vor der Saison, hat um Freigabe gebeten und diese auch erhalten. Der Verteidiger, der in den letzten beiden Jahren pausiert hatte, fand leider nie zu alter Form und bekam dadurch weniger Spielzeit als er sich erhofft hatte. Zudem lassen seine beruflichen Pflichten doch weniger zu, als erwartet. Chiefs-Coach Peter Schrills, der Fonken bereits vor Jahren auf dem Eis trainiert hat, ist aufgrund dieser Entwicklung nicht grade entzückt: „Wieder einer weniger. Leider hat er nicht mehr das Level erreicht, auf dem er früher gespielt hat. Wir müssen sehen wie wir das kompensieren können. Jede Woche können wir keinen Neuzugang aus dem Hut zaubern. Zunächst müssen wir dann jetzt mit dem Spielermaterial auskommen, was wir haben.“

Auskommen muss Schrills am Donnerstag auch ohne den momentan eigentlich nicht mehr wegzudenkenden Junior-Verteidiger Benni Aumann. Dieser hatte zu Beginn des Jahres schon ein Pokalspiel mit der zweiten Herrenmannschaft bestritten, und muss daher am Donnerstag zuschauen. Sonntag kann Aumann dann spielen, wie der gesamte Rest des Kaders auch. André Ringl wird nach absolvierter Examensprüfung wieder zur Verfügung stehen und Keeper Thomas Nilgen sitzt trotz gebrochenen Fingers zumindest auf der Bank. Das Pokalspiel am Donnerstag ist für die Chiefs sicherlich ein harter Brocken, insgesamt aber dennoch die lösbarere von zwei schwierigen Aufgaben. Die Ducks, amtierender Pokalsieger, stehen in dieser Saison mit vier Siegen aus fünf Spielen in der Nordgruppe der Bundesliga wieder exzellent da und werden mit Sicherheit auch in diesem Jahr wieder ein gehöriges Wörtchen im Kampf um die Meisterschaft und den Pokal mitreden.

Pünktlich zum Pokalspiel steht mit Nationaltrainer Manfred Schmitz, der die Chiefs sowohl zu Hause gegen die Rams, als auch in Augsburg und Bräunlingen beobachtet hat, ein neuer alter Trainer an der Bande, der mit dem scheidenden Ulf Steeger seinen eigenen Nachfolger ablöst. Nicht zuletzt Schmitz könnte auch ein großer Faktor beim Wechsel von Marcel Handrich nach Duisburg gewesen sein. Handrich sitzt am Donnerstag allerdings noch eine Wechselsperre ab. Ebenfalls gesperrt ist auf Duisburger Seite das Urgestein Markus Bak, der vor Wochenfrist eine rote Karte sah. Ansonsten ist der Kader der Enten – besonders auch mit Neuzugang Tim Schmitz von den Rams – sehr routiniert und mit allen Wassern gewaschen. Das bewiesen die Ducks auch im letzten Schlagabtausch mit den Chiefs. Im Play-Off Halbfinale der Saison 2005 konnten die Chiefs das erste Spiel in Duisburg gewinnen und verloren das zweite Spiel zu Hause denkbar unglücklich in der Verlängerung. Im dritten und entscheidenden Spiel gewannen dann die Ducks und zogen ins Finale ein.

Dieses gewannen die Duisburger dann auch gegen den HC Köln-West. Im letzten Jahr drehten

die Kölner den Spieß um, schlugen die Ducks klar in zwei Spielen und holten den zweiten

Meistertitel in Folge. In beiden Jahren war man stets deutlich die beste Mannschaft des Landes,

und ähnliches könnte auch in dieser Saison passieren. Aus vier Spielen holten die Kölner

bislang die Maximalpunktzahl von 8 Punkten und schossen dabei eine Tordifferenz von +36

heraus. Man gewann mit einer Rumpfmannschaft beim Überraschungsteam in

Schwabmünchen und war sich auch nicht zu schade, zu Hause „mal eben“ den HC Kollnau mit

20:1 vom Parkett zu fegen.

Im letzten Jahr verloren die Kölner während der Saison nur die Spiele gegen die Düsseldorf

Rams und hielten sich sonst weitestgehend schadlos, auch in beiden Spielen gegen die Chiefs.

Einmal mussten sie noch die Flügel streichen, und genau daran werden sich die Chiefs gerne

zurückerinnern. Das zweite Spiel im Play-Off Halbfinale gewannen die Chiefs nach

Penaltyschießen im heimischen „Chiefs Garden“, erst nach dem dritten Spiel schaffte Köln den

verdienten Sprung ins Finale.

„In beiden Spielen sind wir sicherlich nicht der Favorit“, schätzt Peter Schrills die Aussichten vor

dem verlängerten Wochenende realistisch ein, „aber wir wollen natürlich beide Spiele

gewinnen. Dafür müssen wir die Zähne zeigen und jeder Einzelne muss an seine

Leistungsgrenze gehen.“