Freiburg bezwingt den Deutschen Meister

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In einer hochklassigen und an Dramatik fast nicht zu überbietenden Partie sahen die Gäste mehr als einmal wie der sichere Sieger aus. Doch am Ende triumphierten die Hausherren, die trotz des Sieges weiter auf dem ersten Abstiegsplatz rangieren.

69 Sekunden waren gespielt, da hatten die Gäste bereits drei Mal aufs Freiburger Gehäuse gezielt und Kai Esser hatte mit einem schönen Alleingang den ersten Treffer erzielt. Nur eine Minute später stand Rene Müller völlig blank und ließ seinem Namensvetter keine Chance. Als Müller dann in Überzahl das 3:0 für die Gäste folgen ließ, ahnten wohl viele der zahlreichen Zuschauer in der Jahnhalle das Schlimmste. Dem schönen Anschlusstreffer durch Patrick Patschull ließ David Weisheit mit einem Kracher erneut in Überzahl den vierten Kölner Treffer folgen.

Drei Tore Rückstand gegen den Meister, gegen den noch nie ein Sieg gelang, eine schwere Hypothek sollte man meinen, doch die Beasts zeigten, zu was sie in der Lage sind. Hinten hielt Dirk Müller seinen Kasten sauber und Christian Böcherer, Patschull und zwölf Sekunden vor der Pause Anton Bauer sorgten noch im ersten Drittel für den Ausgleich. Der Kölner Coach Martinez hatte sich für seinen Nachwuchsgoalie Ratajczak entschieden, doch gegen die vor dem Tor abgebrühten Freiburger war der junge Torwart macht- und glücklos.

Mitte des zweiten Abschnitts hatten die Gäste wieder eine vermeintlich beruhigende Führung herausgeschossen. Kemmerling (25.) und Adam bei drei gegen drei (30.) besorgten das 6:4 aus Kölner Sicht.

Die Beasts wirkten nun frischer, was sich auch positiv auf den Ballbesitz auswirkte, man hielt das Geschehen weit vom eigenen Tor weg und spätestens als Tobi Kunz nach einem herrlichen Solo Böcherer bediente und dieser eiskalt vollstreckte, wussten auch die Gäste, dass es heute nichts geschenkt gab. Sie reagierten ihrerseits mit wütenden Angriffen, die aber zunehmend planloser wirkten. Im Gegenteil: Im Bemühen ein Tor zu erzielen, schlichen sich viele Fehlpässe ein, was die Beasts allerdings nicht in zählbares ummünzen konnten. So ging es mit 6:6 in die zweite Pause, aus der wiederum die Kölner mit mehr Schwung kommen konnten. Das 6:7 durch Merkel war ein kurioser Treffer, vor dem Luis Dischinger den wild umher hüpfenden Ball nicht unter Kontrolle brachte und Merkel den Abpraller ins Tor bugsieren konnte. (44.)

Dann folgten für Manuel Kunz fünf Minuten, die er so schnell nicht vergessen wird: 49. Minute, Kunz hat hinten rechts den Ball mehrfach sicher, bringt ihn aber nicht aus der Gefahrenzone, Robin Weisheit bedankt sich und spielt den völlig frei stehenden Müller an, der nicht viel Mühe hat, den Beasts endgültig den Zahn zu ziehen, dachte man. Doch Kunz wollte das so wohl nicht stehen lassen. Die 53. Minute, über links geht der Verteidiger aufs Tor zu und jagt die Kugel am verdutzten Nationalkeeper Bankewitz vorbei in den Knick.

Die Halle tobte und spätestens als Böcherer im gefühlt zehnten Versuch den erneuten Ausgleich erzielte (56.), begannen die Kölner zu schwimmen. Der Weisheit Block, im Schlussabschnitt sicherlich mit 15 Minuten Spielzeit bedacht, versuchte alles, doch jetzt waren die Beasts nicht mehr zu halten. 58. Minute, Kinderknecht setzt sich unnachahmlich gegen zwei Mann durch, hat dann noch das Auge für seinen Sturmpartner und Anton Bauer hämmert den Ball zum 9:8 in die Maschen. In den folgenden zwei Minuten stand die Halle Kopf, Köln versuchte es noch mit fünf Feldspielern hatte auch noch ein, zwei gute Möglichkeiten, doch diesmal hatten die Beasts das bessere Ende für sich.

In der Tabelle hat sich der fast schon historische Sieg vorerst nicht bemerkbar gemacht, auch wenn zwischen Platz 3 und 7 nur noch drei Punkte liegen, müssen die Beasts aus den beiden verbleibenden Partien in Assenheim und Köln noch mindestens zwei Punkte holen und selbst dann noch auf Schützenhilfe hoffen.