Fast wieder in der Spur

Kinderknecht-Festspiele in der JahnhalleKinderknecht-Festspiele in der Jahnhalle
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Mit einer denkbar knappen 3:5 (0:1, 2:2, 1:2)-Niederlage gegen die favorisierten Düsseldorf Rams haben die Breisgau Beasts zwar wieder eine Chance verpasst, Anschluss an den sechsten Platz in der Skaterhockey-Bundesliga Süd herzustellen, jedoch wieder viel Kredit bei den Anhängern zurück gewonnen.

Es war ein Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, denen die Verunsicherung deutlich anzumerken war. Beide waren zuvor dem TSV Schwabmünchen unterlegen und vor allem Freiburg hatte nach der Derbypleite gegen Kollnau Einiges wieder gutzumachen. Dementsprechend nervös war der Auftakt, wenige wirklich brisante Szenen spielten sich ab. Einzig in den Special Teams war ab und an Gefahr im Verzug doch auf beiden Seiten verstrichen je zwei Minuten Überzahl erfolglos. Anders in der 18. Minute: Zuerst wanderte Oliver Wilnauer völlig unverständlich auf die Bank und bekam dann von Torben Godenschwegen Gesellschaft, dessen Strafe man auch nicht zwingend geben musste, erst recht bei schon bestehendem Powerplay. Und kurz vor Ablauf der zweiten Strafe, die Beasts waren schon wieder zu dritt, gelang Tim Schmitz der oft versuchte Diagonalpass zum freistehenden Heiko Schmidt, der zum 1:0 für die Gäste einnetzte.

Doch auch im zweiten Drittel, in dem man gegen Kollnau noch fürchterlich eingebrochen war hielten die Beasts dagegen, konnten Schmitz´ Treffer zum 0:2 (25.) durch Lux (29.) und Eddy Khaidarov (35.) egalisieren. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kamen die Rheinländer dann noch zum 2:3, Sekunden vor dem Drittelende durch Bonin.

Und wie das so ist im Sport -und schon Fußballer Jürgen Wegmann legendär zu erläutern wusste: „Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu“- nach einer druckvollen Phase der Beasts, in der aber einfach kein Tor gelingen wollte, fälschte Khaidarov einen Querpass vor dem eigenen Tor mit den Skates ab. Und ausgerechnet Marco Essers Schläger drückte halb gewollt, halb glücklich den Ball am verdutzten Christoph Mathis vorbei ins Netz. Aprospos Mathis: Er sollte noch zum Hauptdarsteller avancieren. Mit teils spektakulären Paraden hielt er seine Farben im Spiel, ebenso in der 55. Minute als er einen Konter der Gäste mit viel Akrobatik entschärfte, Weixler den Ball aufnehmen konnte, Pass zu Dominik Wilnauer, Schlagschuss, Tor. Jetzt war das Publikum spätestens wieder versöhnt und feuerte sein Team nach Leibeskräften an. Mathis hielt, was eigentlich nicht zu halten war, doch vorne sollte es einfach nicht mehr reichen. Alleine Ralf Lux und Jürgen Schätzle hatten den Ausgleich auf dem Schläger, ein feiner Querpass von Mauderer fand keinen Abnehmer und so kam, was kommen musste, Coach Bührer hatte Mathis zugunsten eines fünften Feldspielers vom Feld genommen und 20 Sekunden vor Schluß besiegelte Matchwinner Schmitz mit einem Treffer ins verwaiste Gehäuse die Niederlage.

Für die Düsseldorfer bedeutete dies die fast sichere Play-off Teilnahme, für die Beasts bedeutet dies vor allem viel Arbeit im Abstiegskampf. Auf die Frage, ob dieses Spiel einen Wendepunkt darstellen könnte wollte verständlicherweise niemand euphorisch antworten, doch Andy Mauderer war zuversichtlich. „Sonntag kommt Heilbronn, da können wir zeigen, ob das ein Trend ist oder nur ein Strohfeuer. Jedes Spiel ist anders.“

In der Tat ist ein Sieg gegen die Dragons Pflich, Mut macht das Hinspiel, welches man knapp für sich entscheiden konnte und die endlich wieder einmal kämpferisch ansprechende Leistung einer Beasts-Mannschaft, die begriffen zu haben scheint, dass man mit dem Rücken zur Wand steht.