Essen steht im HalbfinaleKnappe Niederlage für Bissendorf

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Gegen den Meister, den Europapokal- und Pokalsieger waren es am Ende Kleinigkeiten, die das Ausscheiden der Panther besiegelten. Gehörigen Respekt haben sich Panther gegen den haushohen Favoriten aber verdient.

Ohne ihren kurzfristig erkrankten Nationalspieler Sebastian Miller und Coach Lenny Soccio, der auf einer Trainerausbildung weilte, reisten die Panther nach Essen. Nach dem furiosen Heimsieg im zweiten Spiel gegen Essen rechnete man sich im Lager durchaus Chancen auf eine Sensation gegen den Meister aus Essen aus. Entsprechend konzentriert bereiteten sich die Raubkatzen in der Woche auf ihr Spiel des Jahres vor und setzen von der ersten Minute die Marschrichtung von Coach Darian Abstoß um. Ohnehin fiel das obligatorische Abtasten der Mannschaften aus – schon vor dem ersten Bully gab es erste Handgreiflichkeiten zwischen den Teams und es war klar ersichtlich, dass der Meister recht angespannt war, wollte man doch als Hauptrundensieger sicherlich nicht gegen den Achten aus Bissendorf ausscheiden. Die Befürchtungen der Rockets materialisierten sich dann auch in der neunten Spielminute nach dem ersten Treffer von Tim Strasser. Die Panther übernahmen immer mehr die Kontrolle, schwächten sich aber durch eine umstrittene Strafe, die die Essener kurz vor Ablauf derselben durch Nieberle zum Ausgleich nutzen. Essen fand nun besser ins Spiel und erzielte kurz vor Drittelende noch das 2:1. Von Klassenunterschied oder einer „klaren Sache“, wie vor der Serie in der Liga geunkt wurde, war allerdings nicht zu sehen.

Im Mittelabschnitt kamen die Panther dann etwas aus dem Takt. Bereits nach dem 3:1 für Essen sorgte sich Coach Abstoß, dass es ähnlich wie im ersten Viertelfinale wieder einige Gegentore im Mittelabschnitt geben  würde – seinerzeit hatten die Niedersachsen ganze sechs Treffer in den mittleren 20 Minuten hinnehmen müssen. So schlimm wurde es dann nicht für die Panther – dennoch musste der starke Bissendorfer Schlussmann Danny Sellmann dreimal hinter sich greifen. Zwei Treffer erzielten die Rockets in Überzahl – die Panther trafen einmal durch Marc Wedemeyer zum zwischenzeitlichen Anschluss. Zwischenstand nach dem zweiten Drittel somit 5:2 für den Meister.

Die Mehrheit der rund 200 Zuschauer in Essen vermutete hernach einen entspannten Spaziergang ihrer Mannschaft ins Halbfinale. Allerdings waren die Panther hier anderer Meinung – vermutlich war es das von Trainer Abstoß in der Kabine gezeichnete Bild eine weiteren Heimspiels vor der berühmten Kulisse der Wedemarkhalle, die die Panther wie angestochen auf das Spielfeld kommen ließ. Ein Doppelschlag gleich nach zwei Minuten durch Markus Köppl und Tommy Sellmann sorgte zudem für weitere Raubkatzen-Euphorie. Zwar konnten die Rockets noch einmal den Vorsprung auf zwei Tore vergrößern doch Maxim Faber, direkt aus dem Urlaub auf das Spielfeld zurückgekehrt, feuerte die Kugel zehn Minuten vor Ende in die Essener Maschen. Die Panther rannten nunmehr immer stürmischer an, mussten allerdings durch einen Konter in der 55. Spielminute erneut einen Tiefschlag hinnehmen. Aber auch diesen verwandelten die Wedemärker in unbändigen Willen und schafften erneut den Anschluss – bei noch zwei Minuten auf der Uhr. In den letzten Minuten warfen die Panther alles nach vorne und tauschten den famosen Danny Sellmann gegen einen weiteren Feldspieler – ein weiteres Tor wollte aber trotz guter Chancen nicht mehr fallen und so sah man nach 60 Minuten vor allem enttäuschte Niedersachsen.

„Vor der Serie hätte sicherlich niemand einen Pfifferling auf uns gesetzt“, so Trainer Abstoß nach der Partie, umso mehr schmerzt das so knappe Ausscheiden. Dennoch fand der Coach der Panther auch hier wieder richtige Worte: „Mit etwas Abstand werden wir auf unsere Leistung verdammt stolz sein – aber es ist natürlich klar, dass die Jungs jetzt erstmal ordentlich geknickt sind.“

Für die Raubkatzen ist die Saison nun offiziell beendet – allerdings ist nach der Saison bekanntlich vor der Saison und so werden sich Lenny Soccio und Darian Abstoß schon sehr kurzfristig Gedanken über den Kader und Vorbereitung der kommenden Saison machen.