„Es steckt noch so viel Potenzial in diesem Verein“IHC Atting

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Herr Amann, das Spiel gegen Assenheim war ein toller Abschluss der Heimsaison.

Amann: „Das Spiel war sinnbildlich für die Saison, die wir bisher spielen, vor allem mit welcher Leidenschaft und welchem Willen. Nach der Niederlage am Samstag gegen Uedesheim waren wir alle unzufrieden und daher war der Wille groß, am Sonntag zum Abschluss noch einmal unbedingt drei Punkte zu holen. Wir haben nie nachgelassen und haben noch einmal so viel Spaß gehabt, natürlich auch vor dem Hintergedanken, dass das womöglich unser allerletztes Spiel im Eisstadion am Pulverturm war.“

Wie denken Sie und die Mannschaft über die Stadionsituation? Ist das momentan ein Thema?

Amann: „Klar beobachten wir in der Mannschaft das Thema mit Sorge. Der Verein hat heuer bewiesen, dass er absolut bundesligatauglich ist. Die Entwicklung des Vereins speziell in den letzten zwei, drei Jahren ist wirklich großartig, alles wird immer professioneller. Die ganze Arbeit der Vorstandschaft, der Trainer, Spieler und dem ganzen Umfeld darf doch nicht umsonst gewesen sein. Es steckt noch so viel Potenzial in diesem Verein, wir können in den nächsten Jahren noch sehr, sehr erfolgreich sein. Aber dazu brauchen wir eine Chance, eine Perspektive. Und zu dieser Perspektive braucht es eben eine ISHD-taugliche Halle. Jetzt muss nicht nur immer geredet, sondern auch endlich gehandelt werden.“

Zurück zum Sportlichen. Nach 21 Saisonspielen kann man schon mal ein Fazit ziehen. Wie fällt das aus?

Amann: „Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, wie sie die ganze Saison über bisher gearbeitet hat, egal ob im Spiel oder im Training. Dadurch war es uns möglich, konstant unsere Punkte zu holen. Es war selten eine Phase dabei, in der wir nicht etwas Zählbares geholt haben. Ich denke diese Konstanz ist für einen Aufsteiger schon beachtlich. Wir haben bewiesen dass wir in dieser sehr starken Liga absolut konkurrenzfähig sind.“

Nehmen wir die knappen und bitteren Niederlagen gegen Uedesheim (6:8), Lüdenscheid (5:6) oder Augsburg (4:5 n.P.) dazu, in denen ein Vorsprung verspielt wurde, wäre sogar noch mehr drin gewesen, oder?

Amann: „Ja, wobei wir aber nicht vergessen dürfen, dass wir in Augsburg drei Punkte im Nachhinein am grünen Tisch zugesprochen bekommen haben und so enge Spiele wie gegen Köln (4:2) und Essen (6:4)  hätten auch mal anders ausgehen können. Von daher denke ich, dass wir dort stehen, wo wir hingehören.“

Die Play-offs sind nun zu 99 Prozent erreicht, auf welchem Tabellenplatz werden sie am Ende landen?

Amann: „Es wird wohl am Ende der Hauptrunde auf den fünften oder sechsten Platz hinauslaufen und das ist schon viel mehr als man zu Beginn erwarten durfte. Für weiter oben in der Spitze fehlt uns manchmal noch die Cleverness und die Konstanz in unserem Spiel über 60 Minuten hinweg.“

Aktuell ist der IHC die drittbeste Heimmannschaft, hat 22 von 33 Punkten geholt. Sind Sie damit zufrieden?

Amann: „Ich habe vor der Saison gesagt, dass es toll wäre, wenn wir sieben Heimsiege erreichen. Dass wir das jetzt tatsächlich geschafft haben, ist natürlich großartig. Man darf nicht vergessen, dass immer wieder auch wichtige Leute gefehlt haben. In den letzten fünf Spielen zum Beispiel hat Simon Bogner gefehlt, René Röthke hat heuer nur zwei Spiele machen können, Tim Bernhard war zuletzt zwei Spiele gesperrt. Aber trotzdem haben wir es immer wieder geschafft, unsere Punkte und Siege zu holen und die Art und Weise, wie wir gespielt haben war absolut toll. Da waren schon ein paar Highlights dabei.“

Blicken wir nach vorne. Wie geht es weiter?

Amann: „Wir werden erst einmal ein paar Wochen Pause machen, zwei, drei Wochen vor dem Spiel in Kaarst werden wir in Donaustauf trainieren und dann noch einmal versuchen, eine gute Leistung abzuliefern. Vielleicht geht es ja dann auch noch einmal um eine Platzierung als Ausgangsposition für die Play-offs. Dann sind leider für uns wieder ein paar Wochen Pause bis die Playoffs losgehen. Dabei müssen wir sehen, dass wir ein kontinuierliches Training zusammenbekommen da viele auch dann wieder Eishockey spielen. Aber wir haben gewusst, dass alles so auseinander gezerrt sein wird. Wir haben in dieser Saison mit so vielen Dingen leben müssen, da meistern wir das auch noch.“

Interview: Michael Bauer