Ein Spiel wie die gesamte SaisonUedesheim Chiefs

Ein Spiel wie die gesamte SaisonEin Spiel wie die gesamte Saison
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Mit 12:11 (3:3, 1:2, 2:1, 4:4, 2:1) siegten am Ende die Ducks und sind damit ins Pokalfinale eingezogen.

Dabei begann das Spiel optimal für Uedesheim. Man war vom Start weg die bessere Mannschaft und Tim Schmitz (5. / 12.) sowie Mike Höfgen (11.) brachten die Chiefs mit 3:0 in Führung. Als beide Teams einen Spieler auf der Strafbank hatten, „pennten“ die Uedesheimer jedoch gleich doppelt, Pfaff und Fiedler konnten auf 2:3 verkürzen (13.). Kurz darauf klärte man die Kugel nicht energisch genug und Fiedler glich aus (3:3 / 16.). Robert Linke scheiterte danach bei einem Alleingang an Ducks-Keeper Hippler, Kaiptän Marcel Mörsch traf nur den Pfosten. So ging es in die erste Pause.

Schläfrig in der Defensive waren die Chiefs auch in der 26. Minute. Lenz gewann ein Bully vor dem Uedesheimer Tor, tankte sich durch und traf (4:3). Jetzt hatten die Hausherren eine dominante Phase, aber Olli Derigs hielt seine Farben im Spiel. Benni Aumann gelang dann der überraschende Ausgleich (4:4 / 35.), Linkes Treffer in Überzahl (4:5 / 39.) hauchte den Chiefs wieder Leben ein.

Das Schlussdrittel konnte Uedesheim lange Zeit ohne großen Aufwand kontrollieren. Im Fußball würde man sagen „die Partie plätscherte so vor sich hin.“ Linke hatte mehrfach die Entscheidung auf der Kelle, Benni Meschke scheiterte an der Latte. Erst kurz vor Toreschluss riskierte Duisburg mehr und wurde mit dem 5:5 durch Lenz belohnt (58.). Im direkten Gegenzug traf Linke dann zur vielumjubelten erneuten Führung (5:6 / 59.). In den letzten 90 Sekunden stellten sich die Chiefs auf eine Abwehrschlacht ein, die man gegen fünf Duisburger Feldspieler bestehen musste. Dabei unterlief den Chiefs ein Wechselfehler, nachdem sich Robert Eefting bei einem abgewehrten Schuss verletzt hatte und nicht klar war, ob es weiterging oder nicht. Dies bedeutete Penalty für die Ducks. Wilson lief an und netzte kühl ein (6:6 / 60.).

Die Frage nach der Kondition der Chiefs schien schnell negativ beantwortet, als Lenz (62.) und Wilson (64.) mit einem frechen Freistoßtrick das 8:6 besorgten. In der Folge entglitt den Schiris die Partie ein wenig, und nach einem Ellbogencheck gegen den Kopf und einem Check von hinten bekamen die Hausherren jeweils nur eine Zwei- statt der fälligen Fünf-Minuten-Strafe. Für Reklamieren sah Mörsch sogar den gelben Karton und war für die letzten Minuten draußen. Dennoch zeigte die Truppe Moral. Schmitz traf in Überzahl zum 8:7 (67.), aber auch Duisburg traf noch mal mit einem Mann mehr in der ersten Hälfte der Verlängerung (Müller / 9:7 / 68.). Aber die Hellwig-Truppe zeigte weiter Moral und war noch lange nicht geschlagen. Linke (74.) und Eefting (75.) glichen das Spiel erneut aus. In Überzahl traf Linke dann 90 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung zum 9:10 (79.). Unmittelbar danach kassierten die Chiefs jedoch auch noch eine Strafe, die Ducks nahmen den Keeper raus und Lenz glich 40 Sekunden vor dem Ende aus (10:10 / 80.).

Damit ging das Spiel ins Penaltyschießen. Hier waren die Torhüter zunächst die Helden. Von den ersten neuen Schützen trafen lediglich Linke und Wilson. Lenz war der letzte Schütze der Ducks und wurde mit seinem Treffer endgültig zum Helden des Spiels. Die Saison der Chiefs ist damit beendet. „Das ist Sport“, kommentierte Wolfgang Hellwig nach dem Spiel. „Wir führen 3:0, haben alles im Griff und sind dann nicht clever genug, das in die Drittelpause zu retten. Auch im letzten Drittel müssen wir den Sack eigentlich zumachen.“ Dennoch: „Großen Respekt an die Mannschaft. Wir haben mit neun Spielern in vier Tagen zweimal in der Verlängerung gespielt. Das ist Wahnsinn. Heute haben wir das vorgezogene Endspiel gesehen.“

Über die kommende Saison konnte Hellwig dagegen noch nicht viel sagen. Er bleibt weiter Trainer der Chiefs, das ist klar. „Wir halten die Augen offen. Ein paar Spieler werden gehen, ein paar neue werden kommen. Wie das immer ist. Wir können zufrieden sein mit dem, was wir in diesem Jahr trotz aller Schwierigkeiten erreicht haben und es wird schwer das nächstes Jahr zu toppen. Wir stellen uns jetzt neu auf und sehen dann im Frühjahr, wo wir hin wollen.“