Eagles schlagen den Spitzenreiter

Gelungener Einstieg in die neue SaisonGelungener Einstieg in die neue Saison
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Das war ein Feuerwerk an Emotionen. Die Crash Eagles Kaarst holen sich nach zwei verkorksten Heimspielen gegen den Spitzenreiter der 1. Skaterhockey-Bundesliga Nord, die Bissendorfer Panther, die beiden ersten Punkte beim 9:3 (1:0, 5:3, 3:0)-Sieg gegen das Team aus der Wedemark. Die Art und Weise, wie sie das Spiel angingen, war alleine das Kommen wert. Wenn sich auch einige Zuschauer verständlicherweise nach den beiden letzten Auftritten lieber zu Hause vor den Fernseher setzten, so verpassten sie das beste Heimspiel der Adler seit über einem Jahr.

Die Eagles fingen voller Elan an und drückten mit vier Reihen auf das Tempo. Bissendorf hielt noch dagegen. Viele Schüsse auf beiden Seiten, entweder von den Torhütern gehalten oder knapp daneben. In der fünfte Minute wurde Bissendorfs Keeper Jan Dziub kalt erwischt. Verteidiger Bastian Dietrich beförderte aus einer Ecke in der eigenen Hälfte den Ball als Befreiungsschlag in Form einer hohen Bogenlampe aufs Tor der Bissendorfer. Der Torwart zögerte kurz und schon trudelte der Ball hinter die Linie. 1:0. Bissendorf ließ sich jedoch nicht schocken und hielt dagegen. Oft wurde als Notlösung auf das Tor von Eagles-Keeper Robert Pinior geschossen, da heute kein Durchkommen durch die kampfstarke und eng am Mann stehende Kaarster Abwehr möglich war.

Aus der ersten Drittelpause kam eine hellwache Adler-Truppe. Christian Perlitz erkannte 18 Sekunden nach Wiederbeginn eine Schwäche des Bissendorfer Torhüters und versetzte ihn wiederum mit einem Netzroller. 2:0 und der entnervte Keeper machte Platz für den Nationalmannschaftstorhüter Jan-Philip Fiege. Kaarst erhöhte den Druck und konnte immer noch im Tempo zulegen. Das neu gebildete Stürmerduo Mike Höfgen und Cédric Rauhaus zog nach vorne und Höfgen passte vor dem Tor auf Rauhaus, der mit letzten Einsatz einnetzen konnte. 3:0! Großer Jubel, der Knoten war bei beiden Torjägern geplatzt. Der Stein, der beiden Spielern vom Herzen fiel, konnte man bis auf die obersten Zuschauerreihen hören. Kaarst marschierte weiter, Bissendorf war ein wenig konsterniert und kam nur langsam in Schwung. Diese Phase nutzten sie zum ersten Anschlusstreffer in der 28. Minute. Jan Dierking verwandelte einen Querpass von Stephan Nebel und überwand Eagles Keeper Robert Pinior mit einem Schlenzer in den Winkel. 3:1. Keine Schockphase auf Kaarster Seite war zu sehen. Im Gegenteil. Der Gegentreffer wurde abgeschüttelt und der Druck erneut erhöht. Bissendorf hatte keine Zeit, sich über die Ergebnisverbesserung zu freuen. Tim Hauck erhielt am Mittelkreis die Kugel, zog halblinks nach außen und hämmerte einen trockenen Flachschuss auf das Gehäuse und Fiege kam zu spät. 4:1. Der entscheidende Pass kam von Sascha Drehmann. Nun folgten die stärksten Minuten der Adler. Im Minutentakt versetzten sie den Bissendorfer Torhüter und Christian Perlitz (30.) sowie Lars Kohl (31.) erhöhten den Vorsprung auf 6:1. Die Hälfte der Spielzeit war um und die Zuschauer rieben sich die Augen. Mitten in der Kaarster Euphorie fielen zwei Gegentreffer. In der 33. und 35. Spielminute verkürzten Thommi Sellmann und Benjamin Hahnemann auf 6:3. Wer konnte ahnen, dass damit schon Schluss war auf Seiten der Gäste.

Wie entfesselt spielten alle Akteure im letzten Drittel. Das Tor von Robert Pinior blieb vernagelt. Sein Spielrausch übertrug sich auf die gesamte Mannschaft. Alle Verteidiger standen eng und gut am Mann, es wurde sich wagemutig in die Schüsse geworfen, die Stürmer arbeiteten immer zurück und erkämpften sich die Bälle wieder. Eine der weniger Strafminuten nutzen in der 41. Minute die Eagles, um erneut einen Vier-Tore-Vorsprung herauszuarbeiten. Oliver Latocha war auf Vorlage von Marco Hellwig erfolgreich. Bissendorf konnte sich nicht genügend von diesem erneuten Rückschlag erholen, da hatte schon wieder das Stürmerduo Rauhaus / Höfgen zugeschlagen. Rauhaus erhöhte 50 Sekunden später auf 8:3. Noch 19 Minuten waren zu spielen. Kaarst wollte nicht nachlassen und den Vorsprung verteidigen. Bissendorf merkte man eine Mischung aus Frust und Aufbäumen an. Sie ließen sich nicht hängen. Doch was die Kaarster Abwehrreihen an den Tag legten, war Kampf, Einsatz und Biss. Den Rest übernahm der überragende Kaarster Schlussmann. Tim Hauck setzte in der 52. Minute schließlich den Schlusspunkt.

Gästecoach Jürgen Köhn gratulierte dem Kaarster Team und die Heimmannschaft hat sich rehabilitiert für die beiden ersten schwachen Heimspiele. Jetzt wollen sie diesen neuen Schwung mit nach Duisburg nehmen und dort die heutige Vorstellung untermauern. Erst dann sind wir wieder auf dem richtigen Weg.