Ducks nach „Pokalschlacht“ im FinaleDuisburg Ducks

Ducks nach „Pokalschlacht“ im FinaleDucks nach „Pokalschlacht“ im Finale
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Zweimal, in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung, sahen die Duisburg Ducks wie der Verlierer aus. Doch nach 80 Minuten Skaterhockey und zehn Schützen im Penaltyschießen stand der Titelverteidiger durch ein 12:11 (3:3, 1:2, 2:1, 4:4, 2:1) gegen die Uedesheim Chiefs als Finalist fest.

Das Spiel begann gar nicht gut für die Duisburger. Ohne die richtige Einstellung zogen die Neusser bis zur zwölften Minute auf 3:0 davon. Interimstrainer Gordon Kindler nahm eine Auszeit, rüttelte seine Jungs wach. Mit Erfolg, denn drei Minuten später stand es 3:3. Im zweiten Drittel brachte Fabian Lenz sein Team gar in Führung (26.), doch erneut stellten sich Unachtsamkeiten ein. Dazu kam ein starker Gegner, der mit viel Biss agierte.

Mit 4:5 ging es ins letzte Drittel. Dem 5:5 (58., Lenz) folgte Sekunden später das 5:6. Nach einem Neusser Wechselfehler erzwang Kevin Wilson per Penalty die Verlängerung. Hier schienen die Duisburger oben auf zu sein, führten 8:6 (64.) und 9:7 (68.) – und gaben den Vorsprung wieder aus der Hand. Als Robert Linke mit seinem vierten Tor das Ergebnis auf 9:10 stellte (79.), schien die Partie gelaufen zu sein, doch Junior Fabian Lenz traf 41 Sekunden vor Ende, auch zum vierten Mal,  zum 10:10. Nach fünf Schützen auf beiden Seiten, war es auch Lenz, der den allerletzten Penalty zum Sieg verwandelte. Viele Fehler in der Defensive, dazu Gegentore, die René Hippler auf der kurzen Seite kassierte – am Ende war’s egal; auch weil Hippler vier Penaltys parierte.

„Ich bin richtig leer“, musste Interimstrainer Gordon Kindler nach der Partie erst einmal durchschnaufen. Neben dem Übergangstrainerduo – mit Sebastian Schneider – war ja beispielsweise auch Sebastian Czajka nicht dabei. „Bei ihm wird es noch eine Untersuchung geben. Dann wissen wir, ob er in den Play-offs noch einmal spielen kann.“ Daher war es ungeheuer wichtig, dass im Pokalfight gegen Uedesheim die Junioren-Nationalspieler wieder dabei waren: So wurde mit Fabian Lenz ein 18-Jähriger zum Matchwinner – vier Tore und dann noch der entscheidende Penalty. „Er hat den Unterschied gemacht.“

Dennoch bleibt noch viel Arbeit für das Duo Kindler/Schneider. Denn noch immer spielt das Team ohne Konstanz. „Die Auszeit nach dem 0:3 war wichtig. Danach haben wir wacher gespielt“, weiß auch Kindler. Die vielen Gegentore sprechen freilich nicht für die Defensive. „Aber mit Kevin Wilson war unser ältester Verteidiger 25 Jahre alt. Danach kommt schon Dominick Thum mit 19. Umso mehr freut mich die gute Leistung von Timo Hufnagel bei seinem Debüt für uns“, so Kindler. Die Pause, die durch den Nationalmannschaftslehrgang ansteht, ist wichtig, um mal „herunterzukommen“.

Das gilt auch für Goalie René Hippler. Wie beim Team gab es auch bei ihm Licht und Schatten. Drei Gegentore auf der kurzen Seite sind verbesserungswürdig; vier abgewehrte Penaltys sollten ihm allerdings auch Mut machen. „Sensationell war die Leistung von Andreas Pfaff, den wir hinterher in die Abwehr gestellt haben. Er ist unser bester Zweikämpfer und bester Bullyspieler“, lobt Kindler.

Für die Juniorenspieler geht es allerdings weiter: Andre Petry, Timo Hufnagel, Fabian Lenz, Bastian Loch und Nick Rabe nehmen an der Junioren-EM am kommenden Wochenende in Aarhus/Dänemark teil. Außerdem steht ein Lehrgang der Herren-Nationalmannschaft auf dem Programm.

„Die Tage nach dem Trainerwechsel waren turbulent“, so Kindler. Immerhin sind die Ducks noch im Play-off-Rennen (drittes Viertelfinale am 14. Oktober) und stehen im Pokal-Finale (der Gegner wird zwischen Kaarst und Essen ermittelt. Finale im Dezember). Die Enten haben den guten Saisonausgang also in der Hand.

Tore: 0:1 (5.) Tim Schmitz (Linke), 0:2 (11.) Höfgen (Tim Schmitz/4-3), 0:3 (12.) Tim Schmitz (3-3), 1:3 (13.) Pfaff (Lenz/3-3), 2:3 (13.) Fiedler, 3:3 (16.) Fiedler (Müller), 4:3 (26.) Lenz, 4:4 (36.) Aumann, 4:5 (39.) Linke (Tim Schmitz), 5:5 (58.) Lenz (Patrick Schmitz), 5:6 (59.) Linke, 6:6 (59.) Wilson (Penalty), 7:6 (62.) Lenz (Wilson), 8:6 (64.) Wilson, 8:7 (67.) Tim Schmitz (Mörsch/4-3), 9:7 (68.) Müller (Fiedler/4-3), 9:8 (74.) Linke (Mörsch/4-3), 9:9 (77.) Eefting (Höfgen/3-3), 9:10 (79.) Linke (Tim Schmitz/3-2), 10:10 (80.) Lenz (Fiedler/5-3); Penaltyschießen: 10:11 Linke, 11:11 Wilson, 12:11 Lenz. Strafen: Duisburg 16 + 10 (Patrick Schmitz), Uedesheim 16 + 10 (Höfgen) + 10 (Mörsch).