Der zweite PokaltriumphUedesheim Chiefs

Die Uedesheim Chiefs bejubeln den zweiten Pokalsieg nach 2005. (Foto: www.rossi-micha.de)Die Uedesheim Chiefs bejubeln den zweiten Pokalsieg nach 2005. (Foto: www.rossi-micha.de)
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Zu Beginn des Spiels hatten die rheinischen Rivalen beide große Probleme mit der Spielfläche, viele Angriffe verpufften weil das Spielgerät den Akteuren oft von der Kelle sprang. Dennoch übernahm Köln wie erwartet das Heft in die Hand. Das Spiel fand überwiegend vor dem Uedesheimer Tor statt, aber die Chiefs verteidigten ganz stark, blieben von der Strafbank fern und hatten mit Olli Derigs einen starken Rückhalt im Tor stehen.

Als gleich zwei Chiefs vor dem eigenen Tor ausgerutscht waren, hatte Eymann die bis dato größte Chance der Partie, scheiterte aber an Derigs. Auch gegen Esser musste Derigs mehrfach sein ganzes Können zeigen. Auf der anderen Seite ging im ersten Drittel wenig. Die Entlastungsangriffe wurden nicht konsequent genug ausgespielt. Ex-Chief Marc Bamgarth hatte so wenig Arbeit und musste nur gegen Andri Salomonson, Marcel Patejdl und Max Hinrichs mal ernsthaft zupacken.

In der letzten Minute des ersten Drittels gab es dann die erste Strafzeit gegen Köln, aber daraus konnten die Chiefs keinen Nutzen ziehen. Die Versuche von Kapitän Robert Linke und David Walczok waren nicht zwingend genug, auf der anderen Seite rette Derigs gegen Weisheit das torlose  Unentschieden nach 20 Minuten.

Im zweiten Drittel spielten die Chiefs auf ihre zahlreich mitgereisten Fans zu, was die Jungs sehr zu motivieren schien. Patejdl hatte an heimischer Wirkungsstätte die Führung genauso auf der Kelle wie Marco Hellwig, der mit einem Bauerntrick an Baumgarth scheiterte. Die Führung für Uedesheim besorgte in der 24. Minute Robert Linke. Der Stürmer lauerte an der eigenen Mittellinie und wartete auf ein Zuspiel. „Ich bin drei, viel Mal angetreten, ohne den Ball zu bekommen. Dann hat mich David gesehen und spielt einen perfekten Pass. Ich habe nur gehofft das da keine Bodenwelle ist, und es war keine da.“ Vom Mittelkreis weg gewann Linke das Laufduell gegen Eymann, wackelte Baumgarth aus und jubelte mit den eigenen Fans. Uedesheim gestaltete das Spiel jetzt offener, suchte mutig seine Chance, hielt sich dabei aber weiter an die Vorgabe des Trainers. Hinten stand man – obwohl nur mit vier Verteidigern angereist – bombensicher, wenn dich was durchkam, war Derigs da. Auch die Strafbank blieb ein No-Go für die Chiefs, wenn es Strafen gab, traf es beide Teams. Esser und Walczok vergaben gute Chancen für ihre Farben, dann war es der „Homeboy“, Marcel Patejdl, der zum 2:0 einnetzte (29.). Einen perfekten Pass von Raphael Scheu nagelte Patejdl an Baumgarth vorbei in die Maschen.

Die Domstädter antworteten wütend auf den zweiten Gegentreffer. Oftmals brannte es lichterloh vor dem Uedesheimer Tor, aber mit großer Leidenschaft und letztem Einsatz schmissen sich die Grünen in jeden Schuss. Einmal reichte selbst das nicht, der Kölner Kreisel hatte Esser freigespielt, der Derigs keine Chance ließ und die Rheinos auf die Anzeigetafel brachte (2:1 / 33.). In ähnlicher Form lief die Partie weiter. Köln drückte, Uedesheim verteidigte.

Linke hätte die Führung der Chiefs ausbauen können, als er nach einem Bullygewinn gradewegs aufs Kölner Tor zulief, aber am Keeper scheiterte. Eine halbe Minute vor der Sirene bewies der Kapitän sein großes Auge, setzte mit einem Zuckerpass Scheu ein, der zum 3:1 traf (40.) und die grün-weißen Fans zu Jubelstürmen animierte. Mit einer Zwei-Tore-Führung wurden letztmals die Seiten gewechselt.

In den letzten 20 Minuten ging dann das große Zittern los. Köln schnürte die Chiefs wieder vor dem eigenen Tor ein und war oft nahe dran am Tor, aber an diesem Abend hatte Uedesheim nicht nur einen bärenstarken Keeper im Tor, sondern einige Male auch das Quäntchen Glück, das man bei einer solchen Defensivschlacht braucht. Zwei Mal rettete der Pfosten für die Chiefs, einmal sprang die Kugel herrenlos im Torraum herum und konnte von Sascha Drehmann erst im letzten Moment gerettet werden. Kopfschüttelnd trauerten die Rheinos mehrfach diesen Chancen nach. Aber das 3:1 hatte weiter Bestand. Als beide Teams in einem bis in die Schlusssekunden fairen Spiel mal wieder einen Mann auf der Strafbank sitzen hatten, spielte Uedesheim schön die Zeit von der Uhr. Einen Konter startete man dann doch, Scheu war frei durch, verlud Baumgarth, scheiterte aber im letzten Moment noch an der Kelle des Goalies. Im direkten Gegenzug hatten die Kölner dann Überzahl und nutzten diesen Platz zum 3:2 (Weisheit / 54.).

Unmittelbar nach dem Anschlusstreffer musste mit Salomonson der erste Uedesheimer alleine auf die Strafbank. Aber auch zu dritt hielten die Chiefs zwei lange Minuten den Kasten sauber. Marke hatte die größte Chance zum Ausgleich, er kam frei vor Derigs an den Ball, kam aber auch nicht am Uedesheimer Schlussmann vorbei. Als die Chiefs wieder komplett waren, verpasste Marco Hellwig nach einem Konter die Entscheidung, danach wurde weiter hinten dicht gemacht. Auch mit fünf Feldspielern fanden die Domstädter die Lücke nicht. Fünf Sekunden vor dem Schlusspfiff brannten dann die Sicherungen bei einigen Rheinos durch, nach wilden Szenen vor dem Tor von Derigs wurden die Strafbänke gefüllt. Ein Bully gab es aber noch zu gewinnen. Das erledigte Scheu, danach war jubeln angesagt.

Gemeinsam mit den Fans feierten die Chiefs diesen Coup, den zweiten Titel nach acht Jahren und nicht zuletzt den Einzug in den Europapokal in der Saison 2014.

Coach Marcel Mörsch brauchte einige Minuten, um seine Fassung wieder zu finden, war dann aber begeistert von seiner Mannschaft: „Das war heute eine taktische Meisterleistung. Wir haben uns endlich mal 60 Minuten an die Vorgaben gehalten und so den Sieg eingetütet. Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs.“

Mit dem Zusatz „man hat gesehen, dass wir jeden schlagen können. Die heiße Phase fängt ja jetzt erst an“, verabschiedete sich Olli Derigs die Partynacht. Ernst wird es für die Chiefs erst wieder kommenden Samstag, wenn das erste Play-Off-Spiel in Iserlohn auf dem Programm steht.

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