Der TV Augsburg ist erneut Deutscher MeisterFinalsieg gegen Köln

Der TVA hat seinen Titel verteidigt. (Foto: TV Augsburg)Der TVA hat seinen Titel verteidigt. (Foto: TV Augsburg)
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Er setzte sich in einer spannenden Finalserie mit 2:1 Siegen gegen die HC Köln-West Rheinos durch und gewann dabei das entscheidende Spiel am Samstag mit 4:2 (1:1, 1:1, 2:0) in der Domstadt.

Damit unterbricht der einzige bayerische Vertreter in der zwölf Teams umfassenden  Bundesliga weiter die Vormachtstellung der Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen. Seit der Gründung im Jahre 1985 bis 2010 ging der Siegerpokal immer in das einwohnerstärkste Bundesland. So konnte zum Beispiel der Finalgegner des TVA, die HC Köln-West Rheinos die Trophäe 2006, 2007, 2009 und 2010 gewinnen. Im Endspiel von vor zwei Jahren triumphierten sie dabei noch in zwei Spielen gegen Augsburg und feierten damals den Erfolg in der heimischen Sporthalle im Stadtteil Bocklemünd. Und genau an diesem Ort revanchierte sich nun der TVA und feierte wie im Vorjahr auswärts (damals in Duisburg) den nächsten großen Titel in der elfjährigen Vereinsgeschichte.

 „An Tagen wie diesem“ oder „Das ist der Augschburg Style“ hallte es durch den extra für dieses Spiel angemieteten Reisebus auf der langen verschneiten Rückfahrt von Köln in das heimische Augsburg. Die Mannschaft und die knapp 25 mitgereisten Fans kannten auf der knapp neun stündigen Rückfahrt in ihrem Jubel (fast) keine Grenzen. Nur der Verlust der Kraft in den Stimmbändern und die einsetzende Müdigkeit nach dem Herzschlagfinale auf dem Spielfeld machte dann bei Würzburg der Feier ein kurzzeitiges Ende. Aber dies war wohl nur der Beginn eines wahren „Partymarathons“, wie Stürmer Kevin Hnida verriet und dem Augsburger Christkindlesmarkt und allen Bars in der Fuggerstadt indirekt androhte.

Ein Novum in der deutschen Skaterhockey-Geschichte bot auch die Finalserie, denn nie zuvor gab es in einer Playoff-Runde nur Auswärtssiege. Im ersten Spiel triumphierte Augsburg sehr deutlich mit 8:4 in der Domstadt bevor sich der HC Köln-West mit einem 7:4 Erfolg in der Fuggerstadt revanchierte und dem TVA die Meisterfeier zu Hause vor eigenem Publikum verwehre. So kam es zu einem wirklichen Finale, da es für beide Teams diesmal um den letzten Schritt in Richtung Meisterschaft ging. Diesen Druck merkte man den Kontrahenten dann auch vor knapp 400 Zuschauern deutlich an, obwohl Augsburg einen Traumstart erwischte und nach knapp zwei Minuten durch Top-Torjäger Lukas Fettinger nach einem Solo in Führung ging. Doch Köln war nur kurzzeitig geschockt und erspielte sich ebenfalls nun mehr Spielanteile. Zuerst scheiterte jedoch Kapitän David Weisheit noch mit einem Penalty am überragenden Augsburger Schlussmann Patrick Schenk, bevor vor dann kurz vor der Pause Kai Esser den Spielstand mit einem unhaltbaren Schlagschuss egalisierte.

Im zweiten Abschnitt boten beide Mannschaften nun Skaterhockey auf allerhöchstem Niveau und rissen die Zuschauer immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Auf beiden Seiten ergaben sich nun Chancen um Chancen aber genauso wie Schenk bot auch Kölns Schlussmann Marc Baumgarth eine sensationelle Leistung und verhinderte mit Glanzparaden weitere Tore der Augsburger. Köln nutzte dann aber nach 28 Minuten eine doppelte Überzahl durch Nationalspieler Robin Weisheit zur erstmaligen und letzten Führung in diesem Spiel. Diese währte aber nur kurz, denn Kevin Hnida (33.) stellte nach tollem Zuspiel von Bernd Löhnert wieder den viel umjubelten Ausgleich für die Bayern her. Mit diesem Ergebnis ging es nun in das alles entscheidende letzte Drittel dieser fast achtmonatigen Skaterhockey-Saison, das auch dann die Entscheidung bringen sollte.

Die Spannung in der Halle war nun zum Greifen denn beide Fanlager versuchten mit allen Mitteln ihre Farben nach vorne zu schreien. Hier boten die Augsburger Anhänger mit Trommeln und Hupen unerbittlich den knapp 300 Kölner Fans Paroli und übertönten zeitweise sogar die Pfeifen der an diesem Tag schlecht aufgelegten Schiedsrichter. So wurde u.a. nach 43 Minuten ein klares Tor von Maximilian Nies nicht gegeben obwohl der Ball klar in den Augen aller die Torlinie überschritten hatte. Doch Augsburg ließ sich auch durch diese Benachteiligung nicht schocken und kam durch Lukas Fettinger nach einem schönen Rebound zur 3:2 Führung (46.). Köln versuchte nun alles und drängte mit aller Macht auf den Ausgleich, doch das komplette TVA-Team kämpfte mit den verbliebenen Kräften um jeden Zentimeter Raum und verteidigte unerbittlich. Zudem wuchs Patrick Schenk nun über sich hinaus und wehrte auch die letzten großen Möglichkeiten bravourös ab. Als dann die Domstädter ihren Torwart zu Gunsten eines weiteren Feldspielers opferten, traf dann Kapitän Stefan Gläsel zum alles entscheidenden Tor in das leere Gehäuse der Gastgeber (60.) Kurz danach wurde die Partie abgepfiffen und der Jubel des TVA kannte sofort keine Grenzen mehr!

Dass der TVA nicht nur auf dem Feld eine Spitzenmannschaft ist, sondern auch in der Organisation zeigte sich dann noch vor der offiziellen Siegerzeremonie. So verteilte Abteilungsleiter Oliver Löhnert sofort die blauen Meistershirts und die ersten Kästen mit bayerischem Braugut. Ein großes Kompliment geht in der Folge auch an die gesamte Kölner Mannschaft, die den Augsburgern fair gratulierten! Nun ist der neue Wanderpokal (Anm. der alte wurde nach 26 Jahren in das ISHD Museum gestellt) wieder in der Augsburger Kabine angekommen und irgendwie hat man das Gefühl, dass niemand in der Fuggerstadt diesen so schnell wieder hergeben will. Das ist halt der neue „Augschburg Style“.

Tore: 0:1 (1:13) Fettinger (Arzt), 1:1 (19:25) Esser (R. Weisheit), 2:1 (29:46) R. Weisheit (Esser, PP1), 2:2 (33:38) Hnida (Löhnert), 2:3 (45:38) Fettinger, 2:4 (59:23) Gläsel (Fettinger, ENG); Strafminuten: Köln: 4 + 10 (R. Weisheit); Augsburg 8 + 10 (F. Dietrich); Zuschauer: 400.

Hier das Meisterteam 2012 des TV Augsburg:

Tor: Patrick Schenk , (Andreas Fuchs);

Feld: Bernd  Löhnert, Andreas Gerstberger, Simon Arzt, Nicolai Wagner, Florian Nies (A), Felix Dietrich, Oliver Dotterweich, Max Klimek, Stefan Gläsel (C), Lukas Fettinger (A), Christian Sohlmann, Maximilian Nies, Benjamin Becherer, Kevin Hnida.

Dazu wurden in der Saison noch folgende Spieler eingesetzt: Christian Lehmann, Sebastian Gleich (beide Tor); Frank Kozlovsky, Moritz Dietrich, Fabian Schenk, Sebastian Höß, Ferdinand Sponagl, Roland Mayr, Florian Späth, Ferdinand Hirsch.

Trainer: Christoph von Külmer (Cheftrainer), Thomas Jörg (Co-Trainer, bis Mai 2012)

Betreuer: Martin Schmuck, Svenja Schenk