Chiefs stehen in den Play-offsUedesheim Chiefs

Chiefs stehen in den Play-offsChiefs stehen in den Play-offs
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Der Jubel im „ChiefsGarden“ war groß, als Mitte des letzten Drittels die Assenheimer Niederlage gegen Bissendorf verkündet wurde. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Chiefs gegen den Meister mit 1:3 zurück. Als man danach alles nach vorne warf, wurde das Ergebnis ungemütlich hoch. Bei den Chiefs spielte erneut Dario Khazaei für den verletzten Olli Derigs im Tor, er lieferte sich in den ersten Minuten mit seinem Gegenüber Patrick Schenk ein ansehnliches Duell. Beide Mannschaften suchten oft den Abschluss, aber die Keeper hielten, was auf ihren Kasten kam. Die Chiefs ließen die erste Überzahl ungenutzt, Augsburg zeigte wenig später, wie man es besser macht. Lange Zeit hatte Khazaei noch Antworten auf alle Schüsse parat, gegen einen Rebound von Klimek war er jedoch machtlos (0:1 / 10.). Uedesheim antwortete wütend auf den Rückstand, schoss aus allen Lagen, aber das Tor des TVA war wie vernagelt. Marco Hellwig hatte Schenk bereits umspielt, aber der Keeper schmiss reflexartig den Arm nach hinten, an dem Hellwig scheiterte. Auf der anderen Seite fischte Khazaei einen abgefälschten Schuss spektakulär aus der Luft. In den Schlussminuten des ersten Drittels ließen die Hausherren ein wenig nach. Augsburg machte Druck, und als die Chiefs vor ihrem eigenen Tor nicht richtig aufräumten, sagte Hnida danke und bugsierte die Kugel zum 0:2 in die Maschen (19.).

Auch die ersten paar Minuten im Mitteldrittel gehörten den Gästen. Zwar hatten die Chiefs durch David Walczok und Robert Linke gute Möglichkeiten, aber Schenk hielt nach wie vor, was auf seinen Kasten kam. Auf der anderen Seite rutschte ein verdeckter Schuss durch Freund und Feind hindurch zum 0:3 ins Uedesheimer Tor (Fettinger / 24.). Schon öfter in dieser Saison waren die Chiefs an ihrer mangelhaften Chancenauswertung gescheitert, heute wurde es immer dramatischer. Sascha Drehmann hatte das leere Tor vor sich, verzog aber aus spitzem Winkel. Wenig später gewann Raphael Scheu vor dem eigenen Tor ein Bully und lief alleine auf Schenk zu – erneut blieb der Jubel im „ChiefsGarden“ aus. Zu diesem Zeitpunkt stand das Spiel in Assenheim noch Spitz auf Knopf und Uedesheim brauchte dringend Tore. Dass Augsburg nicht mit einer höheren Führung ins Schlussdrittel ging, hatten die Chiefs Khazaei zu verdanken, der kurz vor dem Wechsel bei einer 1 auf 3 Situation die Übersicht behielt und den Schuss entschärfte. Glück hatte er zudem bei einem Lattenkracher von Fettinger.

Die letzten 20 Minuten startete Uedesheim nochmal wie die Feuerwehr. Chancen im Sekundentakt waren die Folge, aber Hellwig, Scheu und Linke klebte weiterhin das Pech am Schläger. Eine weitere Überzahl verstrich erfolglos. Khazaei gab seiner Mannschaft weiterhin die Chance zu punkten, er parierte ein Break von Becherer mit stoischer Ruhe. Mit viel Wut im Bauch war es Marcel Patejdl, der die Chiefs in der 54. Minute erstmals auf die Anzeigetafel brachte. Sein gefühlt 25. Schuss an diesem Abend fand endlich den Weg ins Ziel (1:3). Danach riskierte die Mörsch-Truppe nochmal alles und wurde in den Schlussminuten böse ausgekontert. Nies (56.), Becherer (57.), Dietrich (58.) und Fettinger (58.) schraubten den Spielstand in die Höhe. Auf der anderen Seite traf Hellwig vom Bully weg zum zwischenzeitlichen 2:6 (58.).

„Mit der Leistung kann man eigentlich zufrieden sein, unsere Chancenauswertung war aber mal wieder unterirdisch. Das kennen wir ja schon“, machten sich nach dem Spiel gemischte Gefühle bei Chiefs-Coach Marcel Mörsch breit. „Natürlich sind wir erleichtert, dass wir es dennoch in die Play-Offs geschafft haben. Wir müssen uns für die Schützenhilfe in Bissendorf bedanken.“ Unzufrieden war Mörsch mit den Schlussminuten. „Da haben wir komplett die Ordnung verloren und unserem guten Keeper das Spiel kaputt gemacht. Alleine gegen alle konnte Dario auch nichts mehr machen. Das geht natürlich nicht.“ An die Endrunde denkt der Coach jetzt allerdings noch nicht. „Unser Fokus liegt jetzt ganz klar auf dem Pokalfinale.“ Kommenden Samstag treffen die Chiefs ausgerechnet in Assenheim auf den HC Köln-West. „Da wird eine Leistungssteigerung von Nöten sein“, ist Mörsch sicher.

Erst danach wird man sich mit dem Play-off-Gegner aus Iserlohn beschäftigen. „Keine leichte Aufgabe, aber in den Play-offs werden die Karten neu gemischt. Chancenlos sind wir sicher nicht.“