Chiefs punkten nach drei späten Treffern

Chiefs punkten nach drei späten TreffernChiefs punkten nach drei späten Treffern
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Vor dem Spiel gab es eine Menge schlechte Nachrichten für die Chiefs. Neben den bekannten Ausfällen von Tim Schmitz, Marcel Mörsch und Meikel Thürmann waren auch noch David Frerix und Robert Linke über Nacht erkrankt. Dennoch startete das heute von Nico Albrecht gecoachte Team mit drei Reihen ins Spiel.

Und man versteckte sich keineswegs vor Duisburg, sondern suchte sein Heil von Beginn an in der Offensive. Michael Stumpf gab nach wenigen Sekunden den ersten Warnschuss in Richtung Rene Hippler ab – es war der Beginn einer 85-Schuss-Salve in Richtung Ducks-Gehäuse. Und der Beginn von vielen Fahrkarten in diesem Spiel. Spätestens Marco Hellwig hätte die Chiefs in der fünften Minute in Führung bringen müssen, aber auch er bekam den Ball heute nicht ins Tor. Dafür traf Duisburg in der 6. Minute zum 0:1. Schmitz spielte von hinter dem Tor schön seinen Kapitän Schneider frei, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte einzunetzen. Stephan Kreuzmann hatte wenig später zwei Chancen, aber er brachte weder seinen ersten Schuss noch den Rebound an Hippler vorbei. Max Rejhon traf nach 10 Minuten lediglich den Pfosten. Beide Teams ließen dann eine Überzahl ungenutzt, aber bei doppelter Überzahl gelang Fiedler dann doch der zweiten Treffer für Duisburg (18.). Chiefs-Keeper Olli Derigs sah wegen zu heftigen Beschwerden noch die gelbe Karte. Das Tor war seiner Meinung nach sehr lange sehr weit verschoben gewesen, aber es nützte nichts, das 0:2 war der Pausenstand.

Die Sturmreihe Mike Höfgen und Holger Schrills hätte zu Beginn des Mitteldrittels den Rückstand verkürzen können, aber beide bekamen aus kürzester Distanz die Kugel nicht über die Linie gedrückt. Das 1:2 fiel dann bei eigener Unterzahl. Starkes Forechecking von Denis Nimako bescherte Uedesheim den Ball an der Mittellinie, Nimako spielte Kreuzmann frei und der brauchte nur noch die Kelle zum Anschluss hinzuhalten (28.). Allerdings fiel unmittelbar danach das 1:3. Fiedler wurde von der Uedesheimer Unterzahlformation überhaupt nicht gestört und konnte sich in aller Ruhe die Ecke aussuchen (28.). Doch auch dieser Treffer schockte die Chiefs nicht. Man kämpfte weiter unverdrossen und erspielte sich viele Chancen. Was blieb, war die Harmlosigkeit vor dem Tor. Hippler stand wie eine Wand im Duisburger Tor, aber man muss auch sagen, dass es ihm die Chiefs nicht immer allzu schwer machten und zu zentral auf den Kasten schossen. Ein Bauerntrick von Benni Meschke rutschte Hippler dann unter den Schienen parallel zur Torlinie durch und nicht rein, Kreuzmann traf erneut den Pfosten.

Doch Olli Derigs war auch alles andere als beschäftigungslos. Die Gäste griffen zumeist clever an und verlangten dem Uedesheimer Keeper auch alles ab. So ging es auch dank Derigs nur mit einem zwei Tore Rückstand in die letzten 20 Minuten. Und hier stellten sich die Chiefs gleich zu Beginn selber ein Bein. Zu weit aufgerückt erlaubte man den Gästen eine Kontermöglichkeit, die Müller mit dem 1:4 bestrafte (42.). Aber der Kopf der Chiefs blieb oben, man rannte weiter an und hatte Chancen im Sekundentakt. Doch Hippler war weiter nicht gewillt weitere Treffer zu fangen und vereitelte auch die besten Chancen. Auf der anderen Seite musste Derigs bei einem Break von Wilson alles geben und warf sich dem Duisburger Angreifer zehn Meter vor seinem Kasten erfolgreich entgegen. Eine Überzahl hauchte den Chiefs sieben Minuten vor dem Ende wieder Leben ein. Was Robert Eefting und Kreuzmann noch knapp verpassten, machte Schrills besser. Er traf zum 2:4. Aber die Zeit lief gegen die Chiefs. Man nahm nun noch mehr Risiko und wurde belohnt. Erneut in Überzahl zielte Kreuzmann von der rechten Bande aus diesmal besser und brachte die Chiefs bis auf einen Treffer heran (3:4 / 56.). Duisburg nahm unmittelbar danach die nächste Strafzeit, konnte aber mit viel Glück den Ausgleich noch verhindern. Kreuzmann stand der Pfosten im Weg und auch sonst wollte die Kugel nicht ins Tor. Das am Ende doch ein Punkt in Uedesheim bleibt, haben die Chiefs Christoph Clemens verdanken. 85 Sekunden vor dem Schlusspfiff verwertete er ein starkes Zuspiel von Meschke zum vielumjubelten Ausgleich.  In den Schlusssekunden riskierten beide Teams nicht mehr allzu viel und nahmen lieber den einen Punkt mit. Ob dieser nun gewonnen oder verloren ist, darüber streiten sich die Geister. Sicher hatten die Chiefs deutlich mehr Schüsse und auch ein paar mehr Spielanteile als Duisburg, aber die Gäste spielten es clever und vor dem Tor eiskalt zu Ende. So werden beide Teams am Ende mit dem Punkt leben können – und müssen.

Uedesheim empfängt nächsten Sonntag (16 Uhr) den Tabellennachbarn aus Crefeld im „Chiefs Garden“.


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