Chiefs punkten in Lüdenscheid

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Vor der Partie mussten kurzfristig Holger Schrills (Grippe) und Benni Meschke (Bänderverletzung) passen, was auf dem schweren Boden der Halle in Lüdenscheid nicht unbedingt von Vorteil war. Dafür war Benni Aumann mit an Bord. Der Rückkehrer war in dieser Woche wieder ins Training bei seinem Ausbildungsclub eingestiegen.

Coach Wolfgang Hellwig hatte seine Jungs ähnlich gut eingestellt wie in der Vorwoche und zu Beginn des Spiels waren die Chiefs den Highlandern auch in allen Belangen überlegen. Man kombinierte auf großer Fläche ansehnlich und kam schnell zu einigen Torchancen. Die Hausherren waren froh mal den Ball aus der Gefahrenzone zu bekommen und hatten nur ein Mittel: die Kugel von der Mitte aus auf’s Tor bringen und dann auf den Abpraller zu hoffen. Olli Derigs war jedoch stets wachsam und hatte die passenden Antworten darauf parat. Vorne blieben eine Menge Chancen ungenutzt. Dies lag zum einen an Highlander-Keeper Mohr, zum anderen auch daran, dass die Chiefs manchmal sprichwörtlich in Schönheit starben statt den Ball einfach in Richtung Tor zu bringen. Dennoch brachten zwei schöne Einzelleistungen von Christoph Clemens (6.) und David Frerix (12.) die Chiefs verdient in Front. Ein weiterer Treffer für die Chiefs wurde zurückgepfiffen, weil die Schiris dachten, dass Mohr die Kugel bereits sicher hätte, aber dies fälschlicher Weise nicht der Fall war. Drei Überzahlspiele ließ man im ersten Drittel ungenutzt und wurde bestraft, als die Hausherren quasi aus dem Nichts in der 18. Minuten Anschluss schafften. Folkert fiel ein Abpraller auf die Kelle und er löffelte die Kugel über Derigs ins Netz. So ging es statt mit einer komfortablen Führung nur sehr knapp in die Kabine.

Im zweiten Drittel zunächst das gleiche Bild, die Chiefs bemüht aber vor dem Tor glücklos. Dann holte man die Highlander durch zwei unnötige Strafzeiten in Folge wieder zurück ins Spiel. Elzner (28.) und Fitzner (30.) bedankten sich und brachten Lüdenscheid in Front. Doch die Führung hielt nicht lange, ebenfalls in Überzahl traf Marco Hellwig ganz abgezockt zum 3:3 Ausgleich (31.). Gleich die nächste Aktion brachte Uedesheim die erneute Führung. Wieder mit einem Mann mehr auf Feld traf Robert Linke zum 3:4 (32.). Danach wurde das Spiel immer mehr zum offenen Schlagabtausch, was auch an den Banden in der Halle lag. Denn jeder Schuss neben das Tor wurde quasi flummiartig zum Konterchance. Einmal musste Derigs beim Herauslaufen Haut und Haar riskieren, warf sich mit allem was er hatte in die Schussbahn und wehrte spektakulär ab. Auf der anderen Seite stand Mohr weiter als Fels in der Brandung im Kasten und hielt seine Jungs im Spiel.

In einer unglücklichen Situation an der Bande verletzte sich dann Marco Hellwig am Knöchel, was seinem Vater eine gute Option für das Schlussdrittel nahm. Dem tiefen Boden geschuldet boten sich nun auf beiden Seiten mehr Räume als den Trainern lieb sein konnte und Bruch nutzte eine sich bietende Chance mit einem Hammer vorbei an Derigs in den Winkel – der Ausgleich (4:4 / 46.). Und es sollte noch dicker kommen. Zunächst bot sich Tim Schmitz in Unterzahl die Chance, nach einem abgewehrten Ball alleine auf Mohr zulaufen zu dürfen. Leider zog der Uedesheimer trotz einer guten Täuschung gegen Mohr den Kürzeren. Wenige Sekunden später fälschte der vor seinem eigenen Tor verteidigende Marcel Mörsch einen Schuss, der eigentlich weit am Tor vorbeigegangen wäre, unglücklich und unhaltbar für Derigs ins eigene Tor ab. Das 5:4 (53.), der dritte Gegentreffer in Unterzahl.

Auf einmal standen die Chiefs mit völlig leeren Händen da und warfen mit letzten Kräften noch mal alles nach vorne. Eine von vielen Chancen nutzte Mike Höfgen in der 56. Minute zum überfälligen 5:5 Ausgleich. Beide Teams spielten nun mit offenem Visier, doch beide Keeper ließen nichts mehr zu. In der Schlussminute bekamen die Chiefs noch mal die Chance, 45 Sekunden Überzahl zu spielen, aber auch das brachte nicht mehr den erhofften und vielleicht auch verdienten Siegtreffer.

So mussten sich beide Teams am Ende mit ihrem ersten Saisonpunkt arrangieren. Aufgrund des starken ersten Drittels „hätten wir den Sieg verdient gehabt“, befand Kapitän Mörsch nach der Partie, stellte aber auch fest das „wir auf dem einen Punkt aufbauen können.“ Passend analysierte Keeper Olli Derigs die bisherigen beiden Spiele: „Es hört sich vielleicht blöd an, aber wir haben im Moment einfach kein Scheibenglück.“ Was Derigs damit in Eishockeysprache meint, ist klar: In beiden Spielen bisher hatten die Chiefs nicht unbedingt das berühmte Quäntchen Glück auf ihrer Seite, bekamen nicht die Abpraller und einfachen Tore serviert, die die Gegner vielleicht bekamen. „Aber wir arbeiten weiter hart an uns und irgendwann werden wir diese Situationen auch bekommen.“

Am besten schon kommenden Sonntag, wenn mit Bissendorf das nächste Schwergewicht seine Visitenkarte im „Chiefs Garden“ abgibt. Gespielt wird am 11. März um 16 Uhr.